Einheizen mit Köpfchen schont das Geldbörsel

5. Februar 2013, 17:00
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Damit es zu Hause auch schön warm ist, bedarf es einer Heizmöglichkeit, die im Idealfall nicht nur den Frost aus der Wohnung vertreibt, sondern auch kostengünstig und arm an Schadstoffabfällen ist

Mit 78 Prozent des Energieverbrauchs ist das Heizen einer der größten Brocken im Haushaltsbudget. Da lohnt sich gerade bei der Wahl der Heizform ein Blick auf die Kosten. Wie der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gemeinsam mit dem Magazin Konsument erhoben hat, kommt man mit Holz nach wie vor am billigsten über den Winter. Vorausgesetzt, man verfügt über genügend Platz für die Lagerung und stört sich nicht an Unannehmlichkeiten wie der Selbstabholung ab Wald oder dem Nachlegen von Holzscheiten.

Eine Kilowattstunde kommt beim Holzheizen auf 3,64 Cent. Das ist deutlich geringer als beispielsweise das Heizen mit Erdgas, das ab 7,65 Cent zu Buche schlägt. Heizöl und Fernwärme halten sich mit Heizkosten von etwa 10 Cent pro kWh ungefähr die Waage. Die einsame Spitze beim Einheizen bildet Strom mit 18,37 Cent pro Kilowattstunde.

Wohnort miteinbeziehen

Die Entscheidung für ein Heizsystem lässt sich nicht allein anhand der Kostenfrage beantworten, erklärt Ingenieur Klaus Ottendorfer von der EVN Energieberatung. Ob man mit fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle heizt oder doch lieber auf erneuerbare Energien wie Holz, Solaranlagen oder Wasserenergie setzt, hat auch damit zu tun, wo man lebt. "In größeren Städten gibt es in der Regel Fernwärmeversorgung bzw. leitungsgebundene Energie, während am Land auch viel auf Biowärme gesetzt wird."

Wer ein Haus saniert oder ein neues Heizungssystem einbaut, sollte daher als erstes überlegen, welche Energieträger überhaupt verfügbar sind. Entscheidet man sich für das Heizen mit Holz, Öl oder Briketts, muss genügend Lagerraum zur Verfügung stehen. "Für Pellets etwa braucht man einen Lagerraum, eine Förderschnecke, die die Pellets zum Ofen transportiert, eine eigene Ascheentsorgung und Feuerschutzeinrichtungen", klärt Martin Graf, Vorstand der E-Control Austria, auf.

Einfacher - und kostensparender - geht das Heizen mit einer Wärmepumpe, die, trotz anfänglich hoher Investitionskosten, mit 3,75 Cent pro Kilowattstunde sehr günstige Wärme produziert. Ein weiterer Vorteil der Wärmepumpe: Sie ist genau wie Fernwärme sehr ökologisch, so der Experte.

Holz auch bei CO2-Ausstoß vorne

Den geringsten CO2-Ausstoß hat Holz mit 17 Gramm pro Kilowattstunde, dahinter folgt gleich die Wärmepumpe. Am umweltschädlichsten sind Kohle und Briketts mit 443 Gramm pro kWh. Um die Emissionen zusätzlich einzudämmen, gibt es in den verschiedenen Bundesländern Förderungen für thermische Sanierungsmaßnamen, so Graf: "Man zielt darauf ab, dass in Haushalten und Betrieben energieeffizienter gearbeitet wird. Wenn das Haus besser isoliert ist, verbraucht man auch weniger Energie."

Neben der richtigen Dämmung des Hauses kann auch jeder einzelne Mieter Energie sparen, sagt Klaus Ottendorfer: So sollten Heizkörper zum Raum hin frei und nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt sein. In der Nacht könne man die Heizung um zwei bis drei Grad absenken, aber nicht ganz abschalten - "das Wiederaufheizen von Räumen ist kostenintensiv." Auch das Abdichten von Fenstern und Türen mit Dämmmaterial aus dem Baumarkt sowie das Anbringen von Rückstrahlfolien hinter den Heizkörpern zahlt sich aus: "Das kann zu einer 15- bis 20-prozentigen Reduktion der Heizkosten beitragen", so Ottendorfer.

Stoßlüften und Entlüften

Ganz wichtig ist es auch, gezielt zu lüften. "Speziell wenn ich Fenster ständig gekippt habe, kühlt die gesamte Innenwand ab, die ich teuer wieder aufheizen muss", erklärt der Energieberater. Besser sei, alle ein bis zwei Stunden eine Stoßlüftung, also fünf Minuten lang das Fenster ganz aufzumachen und so den Luftaustausch zu ermöglichen.

Wenn die Heizung gluckst, sei es übrigens höchste Zeit, sie zu entlüften, so Ottendorfer: "Luft blockiert die Zirkulation und behindert den Energiefluss." Wer das nicht selbst mit einem Heizkörperschlüssel erledigen will, kann es beim nächsten Wartungsservice gleich mit erledigen lassen.

Thermostat im Auge behalten

Preisbewusste Menschen achten auch genau auf den Thermostat, rät Martin Graf: "Wenn man die Heizung um ein Grad absenkt, kann man bis zu sechs Prozent der Energiemenge einsparen - das geht recht einfach mit Thermostat-Köpfen an den Heizkörpern." Manche Energieanbieter haben mittlerweile auch Fernbedienungen für die Heizkörper im Angebot, mit denen die Temperatur in den Wohnräumen von unterwegs aus gesteuert werden kann.

Wer mit Strom oder Gas heizt, kann sich zudem mit dem Tarifkalkulator der e-control den billigsten Anbieter für seinen Wohnort ausrechnen lassen - und recht einfach und unkompliziert umsteigen. "Ein durchschnittlicher Haushalt kann im Strombereich rund 100 Euro pro Jahr einsparen", so Graf.

Schlafen bei 14 Grad

Nicht zuletzt ist klarerweise die Raumtemperatur entscheidend dafür, wie viel man fürs Beheizen zahlen muss. Die Mietervereinigung empfiehlt, Wohnräume wie Wohnzimmer oder Küche, in denen man sich oft aufhält, auf 20 Grad zu heizen. Für das Schlafzimmer würden in der Nacht auch 14 Grad reichen.

Die eigene Wohlfühltemperatur hängt zudem von der Tätigkeit ab, die in den Räumlichkeiten durchgeführt werden, so Klaus Ottendorfer: "Wenn ich sitze, brauche ich ein bis zwei Grad Raumtemperatur mehr." Bewegung auch in den eigenen vier Wänden könnte also deutlich günstiger kommen als die Heizung noch ein bisschen mehr aufzudrehen, denn: "Die Kilowattstunde, die ich gar nicht verbrauche, ist die billigste." (Barbara Oberrauter, derStandard.at, 5.2.2013)

Weitere Informationen

energieberatung@evn.at, Tel: 0800/800 333

Tarifkalkulator der e-control: http://www.e-control.at/tk

  • Bei winterlicher Kälte macht man es sich gerne zu Hause gemütlich - doch welche Heizform ist die günstigste für persönliches Wohlbefinden, Geldbörse und Umwelt?
    www.propellets.at/tracy palazetti

    Bei winterlicher Kälte macht man es sich gerne zu Hause gemütlich - doch welche Heizform ist die günstigste für persönliches Wohlbefinden, Geldbörse und Umwelt?

  • Die Entscheidung für oder gegen eine Heizform hängt auch vom Wohnort ab, weiß Klaus Ottendorfer von der EVN Energieberatung.
    foto: evn

    Die Entscheidung für oder gegen eine Heizform hängt auch vom Wohnort ab, weiß Klaus Ottendorfer von der EVN Energieberatung.

  • In Großstädten macht man sich meist wenig Gedanken über die Heizform - Fernwärme oder leitungsgebundene Energie machen's möglich.
    derstandard.at/lichtl

    In Großstädten macht man sich meist wenig Gedanken über die Heizform - Fernwärme oder leitungsgebundene Energie machen's möglich.

  • Wer mit Holz, Pellets oder ähnlichem heizen will, braucht neben genügend Lagerraum auch eine Ascheentsorgung und Feuerschutzeinrichtungen.
    www.propellets.at

    Wer mit Holz, Pellets oder ähnlichem heizen will, braucht neben genügend Lagerraum auch eine Ascheentsorgung und Feuerschutzeinrichtungen.

  • Wer gewisse Regeln beim Heizen beachtet, kann rund 100 Euro Strom sparen, weiß Martin Graf, Vorstand der E-Control Austria.
    foto: e-control austria

    Wer gewisse Regeln beim Heizen beachtet, kann rund 100 Euro Strom sparen, weiß Martin Graf, Vorstand der E-Control Austria.

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