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Angelika Juritsch
"Hilfe, ich bekomme eine künstliche Hüfte!", united p.c. Verlag 2013, 156 S., 19 Euro
Patienten sollen mündig sein und Behandlungen selbst mitgestalten, denn auf diese Weise lässt sich maximaler Therapieerfolg erzielen, davon sind viele Experten im Gesundheitswesen felsenfest überzeugt. Allein: Wie sollen sich medizinische Laien in oft sehr komplexen Fragestellungen zurechtfinden?
Angelika Juritsch geht die Sache sehr hemdsärmelig an. Hilfe, ich bekomme eine künstliche Hüfte! ist eine Art Rückblick auf ihre eigene Operationsgeschichte. Ihr Fokus ist praktisch: Wie erkenne ich einen guten Arzt? Wie bereite ich mich vor? Wie werde ich wieder fit? So lauten die Basisfragen, die sie im Plauderton abarbeitet. Wirklich wertvoll dabei sind die vielen kleinen Tipps. So empfiehlt sie als OP-Vorbereitung Rückenschlaf- und Bauchmuskeltraining, Erwerb eines Krankenhaus-Butlers (Drahtgestell als Anziehhilfe), Eigenblut-Reserven zur Sicherheit.
Juritsch versammelt eine ganze Reihe von Listen in ihrem Buch: Fragen an den Arzt zum Beispiel oder was alles ins Spital mitzunehmen ist - auch die vielen Unannehmlichkeiten bringt sie zur Sprache, wobei es für sie in dieser Hinsicht keinerlei Tabus gibt. Dass das Buch mit ihrer Rehabilitation abschließt, ist nur konsequent.
Dass der Bericht über weite Strecken sehr subjektiv gehalten ist und hier und da die sehr resolute Natur der Autorin durchblitzt, ist charmant und lässt über die vielen Rechtschreibfehler in diesem im Eigenverlag publizierten Bändchen hinwegsehen. Es ist Hilfe zur Selbsthilfe im besten Sinn. Auf dem Blog von Juritsch lässt sich auch nachlesen, wie es ihr aktuell geht: www.angelikajuritsch.com. Momentan ist sie mit Wassergymnastik beschäftigt. (Karin Pollack, DER STANDARD, 28.1.2013)
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