Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

"Die Menschen sind sehr wachsam: Wenn man durch die demokratische Tür kommt, dann kann man nur durch diese Tür wieder abgehen. Man kann die Menschen nicht beschwindeln und für ewig bleiben", sagt Amr Moussa über die Herrschaft der Muslimbrüder.
Insbesondere für Frauen habe sich nichts verbessert, sagte Amr Moussa zu Alexandra Föderl-Schmid in Davos.
STANDARD: Der ägyptische Premier Hisham Kandil hat von Davos aus die Demonstranten aufgerufen, nach Hause und wieder zur Arbeit zu gehen. Was halten Sie von solchen Appellen?
Moussa: Es geht nicht darum zu sagen: Geht nach Hause, geht zur Arbeit. Es geht darum zu sehen, wie die Menschen die jetzige Lage bewerten. Die Ägypter sind frus triert und hungrig. Sie fühlen sich unwohl wegen des Zustands des Landes. Das sollte eine neue Republik sein und neue Horizonte aufzeigen, ein neues Leben ermöglichen. Was ist, wenn die Demonstranten nach Hause gehen? Dann sind sie weiter ohne Unterstützung und frustriert. Deshalb kehren sie zurück auf den Tahrir-Platz oder auf die Straßen.
STANDARD: Werden die Demonstrationen weitergehen?
Moussa: Die werden weitergehen, weil die Umstände sich nicht ändern. Es geht auch nicht um die Demonstrationen, sondern um die Frustration, den Ärger der Menschen. Auch wenn man nicht zu einer Demonstration geht und sich zu Hause ärgert, ist man Teil dieser Protestwelle.
STANDARD: Sind Sie besorgt wegen Präsident Morsis Politik, vor allem wegen des Verfassungsprozesses?
Moussa: Aus unserer Sicht hat die neue Regierung bisher nicht gut gearbeitet.
STANDARD: Und, was heißt das?
Moussa: Durch Demokratie müssen die Dinge besser werden.
STANDARD: Kann es Demokratie mit den Muslimbrüdern geben?
Moussa: Sie kamen durch Demokratie an die Macht. Deshalb müssen sie die Demokratie respektieren. Die Menschen sind sehr wachsam: Wenn man durch die demokratische Tür kommt, dann kann man nur durch diese Tür wieder abgehen. Man kann die Menschen nicht beschwindeln und für ewig bleiben.
STANDARD: Was hat sich für die Situation der Frauen in Ägypten in den vergangenen zwei Jahren verändert?
Moussa: Ich muss sagen: nichts. Frauen sind nicht einverstanden mit der Verfassung, mit der generellen Richtung der Politik, wie sich diese auf Frauen auswirkt. Ich will Ihnen versichern, dass es viel Unterstützung in der Bevölkerung für mehr Frauenrechte gibt.
STANDARD: Was ist Ihre weitere Rolle in Ägypten?
Moussa: In einem demokratischen Prozess hat jeder seine Chance. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, 28.1.2013)
Amr Moussa war zwischen 2001 und 2011 Generalsekretär der Arabischen Liga. Seit September ist der 76-Jährige Vorsitzender der oppositionellen Konferenzpartei in Ägypten, die zur Nationalen Rettungsfront rund um den Ex-Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, gehört.
Hussein Anan fordert 80 Peitschenhiebe für einen Biertrinker
Dutzende Verletzte in Alexandria
Richter zog sich zurück - 84-jähriger Ex-Präsident wurde mit Helikopter transportiert
Konvoi von bewaffneten Einheiten aufgehalten - Beduinen als Vermittler eingesetzt
Neuer Bericht belastet Ägyptens Armee: Verwundete wurden mit unsterilisiertem Besteck verarztet
Angst vor Schiitisierung Ägyptens
Ausschreitungen nach christlichem Begräbnis - Präsident Mursi ordnete Untersuchung an
Soll Propheten Mohammed beleidigt haben
Anwalt, der gegen Programm des TV-Satirikers Bassem Youssef klagte, blieb erfolglos. Gegen den Komiker wird aber weiter ermittelt
Regierungsumbildung in Ägypten: Opposition enttäuscht
Polizei setzt Tränengas ein
Bassem Youssef ist der Stachel im Fleische des ägyptischen Präsidenten und seiner Anhänger
Demonstranten gingen mit Gewalt gegen Journalisten vor
Präsident Morsi will Entlassung des Generalstaatsanwalts nicht zurücknehmen
Regierende Islamisten wollten 3.000 Richter entlassen - Mursi und Justizrat: Neue Reform soll für beide Seiten tragbar sein
Verhaftungen und Verhöre prominenter Aktivisten - Herbe Verluste für Islamisten bei Wahlen an den Unis
Langsame Justiz - Opposition wirft Regierung die Entlassung von tausenden Richtern vor
Als Ausweg aus der innenpolitischen Krise - Gericht vertagt Entscheidung über Parlamentswahl
Protest gegen Islamisten-Forderung nach "Reinigung der Justiz"
Todesurteile für 21 Fußball-Fans bestätigt - 28 Freisprüche - Demonstranten in Port Said versuchen Suez-Kanal-Verkehr zu stören
Islamisten demonstrierten vor Ägyptens Oberstem Gericht - 39 Festnahmen
Wahlgesetz wird überprüft - 470 Verletzte bei Zusammenstößen in Kairo und Port Said, Polizei verweigert Einsatz
Gegner und Anhänger von Präsident Mursi gerieten aneinander
Salafist war am Sonntag vom ägyptischen Präsidenten entlassen worden
70% votierten für islamistische Parteien (davon 28% für eine ultra-fundamentalistische Salafistenparei). Das ist doch eigentich ein ordentlicher Richtungsweiser, was die Mehrheit der Bevölkerung will oder nicht?
Was übrigens viele unterschätzen und was Ägypten letztendlich das Genick brechen wird, wenn es nicht eingedämmt wird, ist das viel zu hohe Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig sinkender Verfügbarkeit von Lebensmitteln und Arbeitsplätzen. Von Wohnraum ganz zu schweigen (Ägypten besteht zum Großteil nur aus Wüste).
Der zentrale Schlüssel ist aber das Bevölkerungswachstum. Selbstverständlich ist der Islam und die schwache Rolle der Frau extrem kontraproduktiv, um dieses Wachstum einzudämmen.
Ja leider.
Das Problem haben Pakistan und Indonesien auch.
Nur haben die Öl.
Da wird das Problem ein wenig abgefedert.
Das wird noch ein böses Erwachen geben.
Auch im Westen.
"Die Ägypter sind frustriert und hungrig"
Das größte Problem Ägyptens war schon immer, schon zu Mubaraks Zeiten, die hohe Arbeitslosigkeit. Es gibt kaum Jobs weil es kaum Kapital und kaum Investoren gibt. Den größten Beitrag zu zukünftigem Wohlstand würde also eine Politik leisten die versucht politische Stabilität zu gewährleisten und ausländische Investoren anzulocken. Auslandsinvestitionen sind der beste Wohlstandsmotor, vor allem wenn man sie mit einer Bildungsoffensive kombiniert.
Ablauf einer Revolution :
1) Ein paar regen sich auf (ignorieren)
2) Viele regen sich laut auf (Polizei)
3) Sehr viele rufen nach Änderung (Polizei UND Militär)
4) Unmengen protestieren (Gewalt auf beiden Seiten)
5) Niederschlagung der Unruhen
6) Wiederaufflammen
7) Erfolg der Revolution (vermeintlich, das Establishment behält die Oberhand)
8) Neuerliche (blutigere) Revolution
9) Neuanfang
10) Konterrevolution
11) Niederschlagung derselben
12) neues Regime verwandelt sich in die gleiche Mischpoche wie das Alte
13) wieder Revolution - die Machthaber werden hingerichtet
14) Beruhigung der Lage - Hinwendung zum Besseren.
Zeithorizont: von 1 bis 14 - 100 Jahre.
Opfer: Hundertausende.
Ist es das wert? JA
"Die Ägypter sind frustriert und hungrig" und ganz überwiegend ungebildet:
und das wir sich auch nicht ändern, wenn man die Salafisten und Muslimbrüder mir überwiegenden Mehrheiten ausstattet!
PS: Dass das eine das andere bedingt, ist mir schon klar!
meinen Sie mit "das eine das andere bedingt" ?
Und ich sage es immer wieder: wann kommen die Leute endlich drauf, dass man einen Koran nicht essen kann??
1. Platz: Muslim Brotherhood (38%)
2. Platz: Salafisten (28%)
Da kann einfach nichts Gutes dabei rauskommen.
Die einzigen, die dieses kaputte, verkrustete und (nunmehr religiös-fundamentalistische von alten Männern angeführte) Parteien- und Militärdiktat zerbrechen können, sind liberal-säkulare, moderate Parteien. Die wurden aber leider Gottes lediglich mit 15% gewählt.
Alles sehr relativ. Daß Menschen in einer völlig neuen Situation gefühlsmässig an Traditionellem hängen ist bekannt. Deshalb auch die vielen Stimmen für die Religiösen. Diese werden jetzt genau an 3 Dingen gemessen:
- mehr Arbeitsplätze
- höhere Löhne
- günstige Lebensmittel
Wie hoch die Chancen Mursis sind dies umzusetzen ist klar. Sollte er dies nicht schaffen ist er weg vom Fenster.
Es gab drei Wahlen in Ägypten die Parlamentswahl, Präsidentschaftswahl und das Verfassungsreferendum!
Die Wahlbeteiligung sank von 54% über 46,42% auf 32,9%.
Die Zustimmung für Muslimbrüder und Islamisten sank von 17.672.400 über 13.230.131 auf ca. 10.721.781. Sie verloren 6,95 Mio. Stimmen in einem Jahr.
Ursachen für den Unmut gibt „Lord Chaos“ weiter unten.
http://derstandard.at/plink/135... 7/29943700
Warum gibt es keine Parlamentswahl binnen 60 Tagen nach Inkrafttreten der Verfassung? Warum gibt es noch keinen Termin? Wovor haben die Muslimbrüder Angst? Etwa vor dem Verlust der Mehrheit?
Sie gehen an die Wurzel der Probleme und stellen die richtigen Fragen! Es hängt sehr davon ab, ob Mursi liefern kann oder ob er versagt. Und sein Versagen hängt von den Krediten des Westens ab, auch wenn viele meinen, dass die Ölförderstaaten Mursi stützen können. Sie tun es bisher nicht.
Behalten Sie bitte ihren klaren Blick für die Ursachen und Folgen!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.