Herr Keynes, nachgezeichnet

27. Jänner 2013, 17:08
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Sachcomic mit Schwerpunkt auch auf Wirtschaftswissenschaften zu Keynes

John Maynard Keynes war schon zu Lebzeiten eine Institution. Der britische Staatsmann Winston Churchill sagte einmal über ihn und den einflussreichen Berufsstand der Wirtschaftswissenschafter: "Wenn ich zwei Ökonomen nach ihrer Meinung frage, erhalte ich drei verschiedene Antworten. Zwei davon sind von Herrn Keynes."

Es war also an der Zeit, dass der deutsche TibiaPress-Verlag seine spritzig gemachten Sachcomics mit Schwerpunkt auch auf Wirtschaftswissenschaften um eine Ausgabe über die Person Keynes erweiterte. In dem Büchlein sind Leben, Wirken und Theorien des Briten in Comicform wiedergegeben.

Die Illustrationen von Chris Garratt vermitteln auch im Zeichenstil die immensen Umbrüche eines Lebens von 1883 bis 1946. Keynes war eine schillernde Persönlichkeit. Die viktorianischen Wurzeln seiner Kindheit und Jugend. Homosexuell, mit einer russischen Primaballerina verheiratet. Kunstliebhaber und Spekulant, der sein Vermögen in den wechselvollen Zwischenkriegszeiten an den Börsen mehrfach verlor.

Der Schwerpunkt wird natürlich auf sein wirtschaftswissenschaftliches Theoriengebäude gelegt: Angesichts der grassierenden Arbeitslosigkeit quer durch Europa entwickelte er die Grundrisse der sozialen Marktwirtschaft. Der Staat hat durch Investitionen Arbeitsplätze und Nachfrage zu schaffen. Die britische, patriotische Hausfrau forderte er in einem Rundfunkvortrag 1931 auf, doch fleißig im Inland erzeugte Waren zu kaufen. Insgesamt eine runde Sache, der Comic. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 28.1.2013)

Peter Pugh / Chris Garratt: "Keynes. Ein Sachcomic", TibiaPress, 2013

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