Burgstaller schließt Koalition mit Haslauer-ÖVP aus

26. Jänner 2013, 17:53

Landeshauptfrau lässt erneuten Antritt als Spitzenkandidatin noch offen

Salzburg - Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hat am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast" eine Koalition mit einer ÖVP unter Landesparteichef Wilfried Haslauer nach den vorgezogenen Landtagswahlen am 5. Mai ausgeschlossen. "Ich bin bekannt dafür, dass ich grundsätzlich keine Partei ausgrenze. Aber mein Maßstab ist schon, wer vertritt die Interessen des Landes konstruktiv."

Die ÖVP habe das Land im Stich gelassen und am erstmöglichenTag nach Neuwahlen gerufen, so Burgstaller weiter. Zum Untersuchungsausschuss des Landtags - er soll sich am 30. Jänner konstituieren - meinte die Landeshaupftfrau demnach: "Ich erwarte mir, dass er als Instrument der Überprüfung der politischen Verantwortung ernst genommen wird und alle - egal obaus Politik und Verwaltung - bei der Aufklärung tätig sind."

Burgstaller stellte im Ö1-Interview auch in Abrede, in einem persönlichen Treffen mit der später entlassenen Referatsleiterin Monika Rathgeber am 27. September 2012 über drohende Verluste informiert worden zu sein, wie diese das in ihrer Pressekonferenz am gestrigen Freitag angedeutet hatte. "Sie muss das selbst vor ihrem Gewissen verantworten, wenn sie das sagt", so die Landeshauptfrau. Das Treffen sei ein 15-Minuten-Termin gewesen, bei dem es um den Entzug der Vollmacht von Rathgeber ging, weil diese Anweisungen nicht eingehalten habe.

Burgstaller lässt Spitzenkandidatur noch offen

Offen ließ Burgstaller, ob sie erneut als Spitzenkandidatin für die SPÖ antreten werde. "Ich bitte sie um Geduld. Ich werde diese Zukunftsentscheidung nicht über das Radio bekannt geben." Aus ihrer Sicht sei es eine Verpflichtung, das zuerst dem engsten Kreis gegenüber zu artikulieren.

Salzburg soll als Konsequenz aus dem Finanzskandal jedenfalls von der derzeitigen "Kameralistik" auf die "Doppik" (doppelte Buchführung inklusive Vermögensbilanz) umstellen. Dies soll bis 2016 passieren, so Burgstaller

Kein Kommentar zu SPÖ-Streit

Die jüngsten parteiinternen Querelen zwischen Niederösterreichs SPÖ-Chef Sepp Leitner und dem Wiener Landesparteivorsitzenden Michael Häupl nach der Bundesheer-Volksbefragung wollte Burgstaller nicht kommentieren. Hierzu leiste sie "sicher keinen Beitrag" und wolle vielmehr ihre ganze Energie für die Aufklärung einsetzen.

Zu den Siegern wollte sich Burgstaller nach dem für die SPÖ unerfreulichen Ergebnis der Volksbefragung nicht zählen - die Salzburger Parteichefin hatte sich ja entgegen der Parteilinie skeptisch zu einem Berufsheer gezeigt. Nun gehe es darum, das "klare" Votum umzusetzen. Einen kleinen Seitenhieb konnte sie sich nicht verkneifen und meinte, es müsse schon "nachdenklich machen", dass beide Regierungsparteien innerhalb kurzer Zeit ihre Positionen zum Heer geändert haben. (APA, 26.1.2013)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 245
1 2 3 4 5 6
Wäre ich Haslauer,

schlösse ich eine Koalition mit Burgstaller aus.

Die Hoffähigmachung von Rot-Blau!

Sehr aufschlussreich, danke Gabi.

Und was sagt die werte Postergemeinde dazu? Nichts! Hauptsache die ÖVP verliert, denn nur darum gehts, richtig?

Falsch. Hauptsache Gabi ist endlich weg. Nur meine Meinung.

Gut so!

Mit solchen Blockierern zusammenzuarbeiten, ist ja auch eine Zumutung. Wieso soll man da nicht klar Stellung beziehen?

SPÖ, ÖVP oder FPÖ ist doch völlig egal

alle 3, haben's Dreck am Stecken.

jawohl - alle die da irgendwie am ruder sind...

... daher bitte 100% für die grünen - wählen brauchen wir eh nicht mehr, sind ja die einigen die über jeden Verdacht erhaben sind!!!

Schade dass es solche aussgen

nicht auch auf bundesebene gibt!

schade

dass ich mein austrittsschreiben schon weggeschickt hatte, bevor die rot-blaue option ins spiel kam.

korrigiere "schon"

nach den ereignissen der letzten jahre wäre ein austritt auch früher schon gerechtfertigt gewesen.

Jubel in der Löwelstraße

Die Bundes SP droht der VP mit sofortigen Neuwahlen im Nationalrat, wenn die Schwarzen in Kärnten nach der Wahl mit den Freiheitlichen koalieren.
Jetzt unterläuft die Frau Burgstaller diese Linie ganz spontan mit ihren Avancen für Dr. med. Schnell.
Nach der Wehrpflicht-Debatte die nächste Illoaylität der Gabi.
Wie lange können sich das Faymann und Co gefallen lassen?

Diese Frau ist einfach moralfrei, verstehen Sie das doch.

berechtigter einwand

frau burgstaller hat allerdings das wohl salzburgs ins spiel gebracht. und für salzburg wäre eine koalition von grünen, fpö, kpö und team stronach wahrscheinlich noch immer förderlicher als eine beteiligung der övp!

Gut dass die Gabi so genau weiss, was für das Land gut ist...

... aber keine Ahnung hat, was in der Landesverwaltung vorgeht.

da gehts auch um salzburg und net um die befindlichkeiten der wiener genossen

Ja. Und Salzburg ist der Nabel der Welt

wenns um salzburg geht

tritt sie gemeinsam mit haslauer zurück.

Sie m ü s s e n , denn sie haben keine Alternative !

gabi ist wohl blau

alles ist besser als eine regierungsbeteiligung der övp. seit 1945 richtet diese partei das land zu grunde. da gehört einmal ausgemistet!

Will sie eine Koalition mit der FPÖ?

Oder will sie eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ?

Ist doch offensichtlich,

wenn die ÖVP mit Ihrem schon üblichen "jetzt reichts" Neuwahlen erzwingt und damit im Wahlergbnis scheitern sollte, wäre es in eine normalen Demokratie üblich, dass der dann Gescheiterte zurücktritt.

Womit ja alles beim Alten bliebe - halt dann ohne den Haslauer.

Nicht dass ich persönlich SPÖ-ÖVP Koalitionen für optimal finde, was passiert wenn man die FPÖ reinnimmt, wissen wir aber schon alle aus leidvoller Erfahrung.

Eine Alternative mit Grünen, Piraten, Neos... kommen Ihnen nicht in den Sinn? Was wenn Stronach 10% und mehr bekommt?

MIR kommt das schon in den Sinn,

der Burgstaller aber mit ziemlicher Sicherheit jedoch nicht ;-)

Die Probe auf das Exempel

wird Frau Burgstaller nicht antreten müssen.Denn entweder verliert die ÖVP die Wahl, dann ist Herr Haslauer weg, oder die SPÖ verliert, dann gilt Gleiches für Frau Burgstaller.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 245
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.