Münchens Bürgermeister: Microsofts Anti-Linux-Taktik "ziemlich durchsichtig"

  • München dürfte wohl weiter an Open-Source-Strategie festhalten.
    foto: apa/dpa

    München dürfte wohl weiter an Open-Source-Strategie festhalten.

Christian Ude über Anti-Linux-Studie: "kommerzielle und politische Absicht"

Mit einer Studie wollte Microsoft belegen, dass sich die Stadt München Millionen Euro sparen würde, setze man nicht auf Linux und Open-Source-Software, sondern Windows-Systeme. Der "für interne Zwecke" gedachte Bericht gelang in die Medien und warf zunächst ein vermeintlich schlechtes Licht auf das als Linux-Vorzeigeprojekt bekannte LiMux. Es dauerte allerdings nicht lange, bis Experten Microsofts Studie auseinander nahmen und massive Mängel offenlegen konnten. Der Verdacht wurde laut, dass der Redmonder IT-Gigant absichtlich falsch gerechnet habe, um die Konkurrenz schlecht darzustellen. 

Kommerzielle und politische Absicht

In einem Interview mit dem Linux-Magazin äußerte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude nun lautstark Kritik an Microsofts Vorgehen und warf dem Unternehmen politisches Kalkül vor.

"Es ist selbstverständlich das gute Recht von Microsoft, das Münchner LiMux-Projekt untersuchen zu lassen.", sagt Ude. "Wenn diese Untersuchung, die laut Microsoft ausschließlich als Fachstudie für interne Zwecke angefertigt wurde, dann aber unter der reißerischen Überschrift "Hat Ude Millionen verschleudert?" in den Medien politisch instrumentalisiert werden soll - das ist natürlich äußerst durchsichtig. Man erkennt sowohl die kommerzielle als auch die politische Absicht."

Nachschlag

Um den Sachverhalt richtig zu stellen, habe man deshalb sofort interveniert. Eine Reaktion oder gar eine Richtigstellung seitens Microsoft blieb bislang jedoch aus. "Der Chef des städtischen IT-Dienstleisters hat außerdem Microsoft aufgefordert, uns die Studie umgehend zur Verfügung zu stellen. Bislang haben wir allerdings noch keine Antwort erhalten und werden deshalb noch einmal nachfassen.", betont der Oberbürgermeister. (red, derStandard.at, 26.1.2013)

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