Münchens Bürgermeister: Microsofts Anti-Linux-Taktik "ziemlich durchsichtig"

26. Jänner 2013, 11:34
  • München dürfte wohl weiter an Open-Source-Strategie festhalten.
    foto: apa/dpa

    München dürfte wohl weiter an Open-Source-Strategie festhalten.

Christian Ude über Anti-Linux-Studie: "kommerzielle und politische Absicht"

Mit einer Studie wollte Microsoft belegen, dass sich die Stadt München Millionen Euro sparen würde, setze man nicht auf Linux und Open-Source-Software, sondern Windows-Systeme. Der "für interne Zwecke" gedachte Bericht gelang in die Medien und warf zunächst ein vermeintlich schlechtes Licht auf das als Linux-Vorzeigeprojekt bekannte LiMux. Es dauerte allerdings nicht lange, bis Experten Microsofts Studie auseinander nahmen und massive Mängel offenlegen konnten. Der Verdacht wurde laut, dass der Redmonder IT-Gigant absichtlich falsch gerechnet habe, um die Konkurrenz schlecht darzustellen. 

Kommerzielle und politische Absicht

In einem Interview mit dem Linux-Magazin äußerte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude nun lautstark Kritik an Microsofts Vorgehen und warf dem Unternehmen politisches Kalkül vor.

"Es ist selbstverständlich das gute Recht von Microsoft, das Münchner LiMux-Projekt untersuchen zu lassen.", sagt Ude. "Wenn diese Untersuchung, die laut Microsoft ausschließlich als Fachstudie für interne Zwecke angefertigt wurde, dann aber unter der reißerischen Überschrift "Hat Ude Millionen verschleudert?" in den Medien politisch instrumentalisiert werden soll - das ist natürlich äußerst durchsichtig. Man erkennt sowohl die kommerzielle als auch die politische Absicht."

Nachschlag

Um den Sachverhalt richtig zu stellen, habe man deshalb sofort interveniert. Eine Reaktion oder gar eine Richtigstellung seitens Microsoft blieb bislang jedoch aus. "Der Chef des städtischen IT-Dienstleisters hat außerdem Microsoft aufgefordert, uns die Studie umgehend zur Verfügung zu stellen. Bislang haben wir allerdings noch keine Antwort erhalten und werden deshalb noch einmal nachfassen.", betont der Oberbürgermeister. (red, derStandard.at, 26.1.2013)

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Das ist pure Verzweiflung bei Microsoft.
Wenn sich rumspricht, dass sich Linux hervorragend in einer Stadtverwaltung bewährt, könnte ein Schneeballeffekt entstehen, der Microsoft ziemlich weh tun könnte.

80.000 PCs bis 2014

http://en.wikipedia.org/wiki/GendBuntu

Gibts da auch schon eine Gegenstudie von Microsoft?

Denke nicht ..

.. dass die Amerikaner so gut Französisch sprechen ;-)

Der Verdacht wurde laut, dass der Redmonder IT-Gigant absichtlich falsch gerechnet habe, um die Konkurrenz schlecht darzustellen.

Der Verdacht wurde schon die letzten 20 Jahre immer öfter bestätigt. Microsoft hat noch nie ein gutes Wort an der Konkurrenz gelassen!

Die herausgegebenen Zahlen der Stadt München sind aber auch nicht besser

http://www.zdnet.de/88133505/... sparnisse/

1) Für LiMux brauchts überhaupt keine neue HW (die verwenden dort also noch Großteils Geräte aus dem Jahr 2004)?
2) Die Office-Linzenzen sind für Volumenverträge sehr teuer angesetzt.
3) Die Anwendungsmigration soll gut 200k € an Mehrkosten gegenüber der Windows/Office-Variante haben, was schon eine äußerst geringe Summe ist.
4) Die Anpassung von Linux wird nirgends aufgelistet.
5) Ebenfalls gibts keine spezifischen Schulungsmehrkosten - wurden plötzlich alle Admins von heute auf morgen Linux-Experten?

Ich trau der Microsoft-Studie zwar ebensowenig - aber dass sich die Stadt München traut, solche Kalkulationen rauszugeben, find ich ebenfalls lächerlich.

Nu, die Zahlen kann man wenigstens hinterfragen, MS hat *gar keine* rausgegeben (außer der Summe).

Den Punkt mit der Hardware kann ich beantworten, das habe ich damals selber nachgelesen:

München kauft in einem 5-Jahreszyklus neue Hardware. Die ist für eine Migration "egal", die fällt sowieso an.

Für die Umstellung hätten sie aber außerhalb dieses Intervalls extra Hardware kaufen müssen, daher die Mehrkosten. Kann man jetzt sicher drüber streiten, ob das wirklich notwendig gewesen wäre.

Die Anwendungsmigration war plausibel, weil sowieso viel Online/Serversoftware. Die meisten Kosten wären hie und da angefallen, daher Nullsummenspiel.

München hat wohl auch etwas geschönt, aber die Zahlen sind gut erklärt im Volldokument.

Grad die Hardwarekosten sind der teuerste Einzelpunkt mit über 4,5 Mio € - im Endeffekt wird da ein Intervall doppelt berechnet, was so mMn nicht richtig ist. Ebenso sind wie gesagt die Lizenzen schon sehr teuer berechnet worden.

Und viele der sonstigen Kosten werden mit "Das hätten wir sowieso machen müssen" beziffert und bei der Alternative gleich angesetzt - ohne zu hinterfragen, ob auch andere Lösungen möglich gewesen wären. Dass der Umstieg auf eine komplett andere Basis mitsamt Adaptierung eines OS gleich viel Personalaufwand darstellt wie ein Windows-Upgrade, ist einfach Blödsinn.

Auch mit den Erläuterungen sind das für mich geschönte Zahlen.

Ich sehe es durchaus auch so, dass es geschönte Zahlen sind.

Die Frage ist, wie viel geschönt?

Microsoft sagt: "Mit uns wäre es 47 Mill. billiger gewesen".
München sagt: Limux war 10 Mio. billiger

Ich halte die Zahl aus München für wesentlich glaubwürdiger. Eben dadurch, dass man die Zahlen eigentlich recht detailliert veröffentlicht und begründet hat, hat man nicht soviel Spielraum gehabt.

Durch Verhandlung mit MS, etwas Kreativität bei der Hardwarebestellung (Timing bei Migration) hätte man vielleicht das eine oder andere Milliönchen sparen können.

Kann man alles kritisieren und hinterfragen. Soll man auch. Aber die MS Studie tut für mich beides nicht, sondern klingt mehr nach völligem B*llsh*t.

ganz schön deppert

Als Bürgermeister ein Stadt, wo Microsoft seinen Deutschland Sitz hat, Linux zu betreiben ,muss auch ganz schön deppert sein

Sie können diese Aussage natürlich auch begründen,

nehme ich an...

Wieso?

Als Bayer ist es doch nur selbstverständlich, wenn ein Münchner Bürgermeister einem Bayerischen Unternehmen aus Nürnberg (SUSE Linux GmbH) den Vorzug gibt ;-)

Und deshalb setzen sie Debian ein...

ja, da hat er sich viel schmiergeld durch die lappen gehen lassen....
leidtragende sind die steuerzahler deren geld jetzt leider nicht mehr für die ms geißelung verwendet wird....

Ja, immer diese Blödmänner die auf offene Standards und freie Systeme setzen.

Den sollte man rausschmeißen und durch einen Microsoftmitarbeiter ersetzen. Dann wird endlich wieder alles gut.

90000

Wollte hier noch diesen Link posten. Auch Roche Gruppe hat letztes Jahr MS den Rücken gekehrt. Über 90000 Angestellte verwenden jetzt Google Docs:

http://googleenterprise.blogspot.co.at/2012/02/r... rise+Blog)

Das sollte MS schon mal als Hinweis nehmen, dass es mal wieder Zeit ist mit ihrem Kundenstamm in Dialog zu treten.

Egal was in dieser MS Studie steht. Was sagt wohl der obige Fall über die aktuelle Position von MS aus?

Also, ich bin mit Google Docs/Drive halbzufrieden.

Bei Collaboration sind sie fantastisch, man kann gleichzeitig locker an einem Dokument arbeiten, aber es fehlen dann doch viele Features, wie z.B. Endnoten. Kleinigkeiten die nerven.

Und google killt leider auch gelegentlich brutal Features. Vor ein paar Jahren gab es einen OpenOffice Konverter, den gibt es nicht mehr, beim Hochladen kennt Google Drive das Format nicht mehr (es gibt eine App, die man dazuinstallieren kann, aber die ist auch Mist)

Und es gibt keinen nativen Client für Linux für die Synchronisation. (Ja, ich kenne insync)

Ich würde allerdings nie Firmen/Wichtige Daten in der Cloud speichern, egal bei wem.

kA ob ich das gut find

Google Docs ist zwar ne tolle Sache, wir verwendens auch - allerdings weis ich nicht, ob mir gefällt, dass Firmen im Gesundheitssektor ihre Daten in irgendwelchen (soweit ich weis nicht verschlüsselten) Cloud-Systemen speichern... Ich hoffe mal das findet nur sehr begrenzt statt.

Der von Ihnen genannte "Sektor" heißt Krankheitssektor! .. oder was ein Pharmazie Konzern mit Gesundheit zu tun=

Es sollte sich mal jeder fragen, der Software von diesem Unternehmen auf seiner Maschine laufen hat,

wie man dieser überhaupt auch nur ansatzweise vertrauen kann, wenn das Unternehmen auf solche betrügerischen Marketingstrategien setzt. Denen ist der Anwender doch NULL wert.

Und der Anwender nutzt unbekümmert diese Software, von der er keine Ahnung haben kann, was sie mit seinen Daten anstellt. Es ist einfach völlig irre was im EDV-Bereich abgeht! Und alle machen mit! Bis auf München. Wie die es nach wie vor schaffen, gegen den enormen Strom der Unbekümmerten zu schwimmen, ist mir ein gewaltiges Rätsel ...

Sage mir, wer die Studie finanziert,

und ich nenne dir das Ergebnis der Studie, ohne sie zu lesen!

Es läuft überall nach dem gleichen Schema...

Klappt auch nicht immer.

Das Heartland Institut (Hauptfinanzier: Koch Brüder) hat eine Studie zur Klimaerwärmung finanziert und einen Skeptiker dazu angestellt.

Der hat aber am Schluss gemeint: "Uups, ich habe mich geirrt. Die Klimaerwärmung findet doch statt."

http://www.guardian.co.uk/science/2... hange-mind

Tja, blöd gelaufen.

Ja, es ist natürlich blöd für Microsoft

wenn da eine nicht mehr ganz so kleine Verwaltung sagt: Es geht auch ohne Windows und das auch noch billiger.

Wenn das Schule macht, dann hat Microsoft irgendwann ein größeres Problem.

Vorallem wenn das schon passiert ist...

http://www.pro-linux.de/news/2009... index.html

Einem Bericht von Futurezone zufolge wird die Gendarmerie Nationale[2] in den nächste Jahren sämtliche 70.000 Desktop-Rechner mit Linux ausstatten und Windows XP entsorgen.

Mit dem Schwenk auf freie Software steht die französische Polizei innerhalb der französischen Behörden und Ministerien nicht allein da. So haben bereits 2006 das französische Finanzministerium, das Kultusministerium und eine Reihe weiterer untergeordneter Behörden Migrationen von schätzungsweise 80.000 weiteren Desktops auf freie Software angekündigt.

2009 wurde das dann umgesetzt

Und das Militär benutzt debian auf den servern.....

Da hat MS natürlich ein Droblem.

auf servern ms produkte zu verwenden ist ohnehin nicht üblich....

Hätte mich auch sehr gewundert, wenn eine aus den USA stammende Software wie Microsoft-Produkte in Frankreich lange Bestand gehabt hätte ;-)

In diesem Fall ist Frankreichs Eigensinn eine Wohltat für uns alle.

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