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Überraschend kritisch setzt sich der Begründer des World Wide Web mit dem auseinander, was aus seiner Erfindung geworden ist. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprach Tim Berners-Lee mehr über die negativen Aspekte des Internets und über das, was nicht gelungen ist: " Den Weltfrieden hat es nicht gebracht. Es ist auch nicht gelungen, die kulturellen Barrieren niederzureißen."
Auf die Frage von Moderator Adrian Monck, ob die sozialen Medien eine Bereicherung oder Bedrohung seien, antwortete der britische Physiker und Informatiker trocken: " Beides."
Der 2004 von der Queen geadelte 57-Jährige führte dann Punkt für Punkt aus, was er damit meint: Seiner Meinung nach werde "sehr viel Frustration deutlich, wenn man sieht, was Nutzer alles auf Facebook stellen". Das Web habe für den kulturellen Bereich massive Veränderungen gebracht insbesondere durch Downloadmöglichkeiten. "Man muss dafür Sorge tragen, dass Beiträge an Künstler, an Musiker zurückgegeben werden. Für die Plastikverkäufer ist es einfacher, die verdienen mehr. Wir müssen neue Bezahlformen entwickeln, dass User zur Kasse gebeten werden. Das trifft nicht nur für die Musikbranche zu."
Berners-Lee sprach auch den Umgang mit Daten an. "Es gibt viel mehr Informationen. Das ist positiv. Man kann aber auch Leute verfolgen. Die Computer wissen sehr viel." Es komme nun darauf an, was mit diesen Daten geschehe. "Man speist Daten ins System ein, das sind Werte." So dürften insbesondere personalisierte Gesundheitsdaten "nicht an die Öffentlichkeit gelangen". Ohne Bezug zur Person könne man aber wichtige Rückschlüsse ziehen, etwa für die Gesundheitsausgaben. Es sei schwer, die rote Linie zu ziehen.
Das komplette Gegenteil vom reflektierten Informatiker war die unmittelbar auf ihn folgende neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer. Für die 37-jährige US-Amerikanerin, die bis vor einem halben Jahr Vizepräsidentin von Google war, liegt die Zukunft im Aufbereiten von Informationen, die Menschen zur Verfügung stellen. Sie stellte ihr Konzept einer "Interessensgrafik" vor. "Die Leute äußern sich auf allen möglichen Wegen und diese kleinen Signale kann man zusammenstellen." So könne man durch diese Verknüpfung feststellen, welche Menschen man treffen solle, weil sie die gleichen Interessen hätten. Oder man entdecke Übereinstimmungen mit bekannten Personen. Danach gefragt, was sie von Datenschutz halte, gab sie sich zugeknöpft: "Es wird Standards geben." (Alexandra Föderl-Schmid aus Davos, Der Standard, 26.01. 2013)
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DAS ist aber nicht der Schuld der Konsumenten, sondern die SCHULD der Rechteverwerter und Management der Musikindustrie!
Hat man hier schon wieder das Thema "Prince vs. Warner Bros. Records" vergessen??
Das Internet soll kein zweites Fernsehen werden, wo allein die Konzerne und die Politik entscheiden, welche Inhalte "rentabel" - oder erwünscht - sind.
Und es mag zwar nicht zum Weltfrieden oder der Verbesserung der Menschheit insgesamt beigetragen haben, aber ganz gewiss zu einem höheren Grad an Informationsfreiheit und neuen, unabhängigeren Formen der Kommunikation (Email, Foren, Chats usw.).
Gerade die sog. "Downloadkultur" hat im Umkehrschluss dazu geführt, dass Filme und Serien LEGAL schneller und günstiger dem Konsumenten zur Verfügung stehen - inkl. Musik direkt vom Künstler.
Wenn's dem "WWW-Erfinder" natürlich nur darum ging, sich und seinen Arbeitgeber reicher zu machen, dann sind das alles nicht unbedingt "positive" Aspekte.
"Wenn's dem "WWW-Erfinder" natürlich nur darum ging, sich und seinen Arbeitgeber reicher zu machen, dann sind das alles nicht unbedingt "positive" Aspekte."
Tim hat das WWW damals bei CERN erfunden, und wenn er wirklich am Geld interessiert wäre, hätte er wohl eine monatliche Gebühr oder dergleichen verlangt.
Wenn's denn so ist, warum dann der eher einseitige Fokus auf kommerzielle Aspekte unter mangelnder Betonung der gewachsenen Informationsfreiheit und Kommunikation?
Ist der Mann fixiert in seiner Betrachtungsweise und hat keine Ahnung vom Gemeinwohl oder ist er einfach nur befangen?
Das Dilemma mit Geld verdienen im Internet ist doch das die Konsumenten wenig Interesse haben für die Arbeit anderer zahlen zu wollen, die Ersteller von Inhalten wiederrum von den ehrenwerten Kaufleuten über den Tisch gezogen werden und viele Menschen die nichts Produzieren aber verwalten auch noch die Hand aufhalten. Die Wertschätzung muss eine andere werden das Bits und Bytes heute den Wert haben müssen wie früher ein Stuhl oder Damenmasagestab, denn viel wird hier im Westen nicht mehr produziert.
Interessensgrafik ist eine relativ patscherte Uebersetzung fuer Interest Graph. Ach ja, Marissa Mayer ist auch Informatikerin. Und zu Privacy ist ihr mehr eingefallen als das im Artikel erwaehnte. Vielleicht hat Frau Chefredakteurin da gerade mit ihrem iPhone gespielt?
http://www.sfgate.com/technolog... 225574.php
...aber es sind v.a. Qualitätsprintmedien die wegen dem Internet im Begriff sind zu sterben. Die Financial Times Deutschland, der Guardian, die Times und viele andere Magazine die es heute oder bald nicht mehr gibt sind nur der Anfang.
Als nächstes kommen vielleicht Film- und Computerspielindustrie dran.
Bei der Musikindustrie ist es nicht so brutal weil man nicht viel Kohle aufstellen braucht um gute Musik zu machen. D.h. gute Musik wird es immer geben.
Die Künstler werden zwar nicht davon leben können, aber machen werden sie es trotzdem.
es wird schwer werden die gratis-downloader dazu zu bringen, zu bezahlen.
die anbieter haben einfach den einstieg ins internet verpasst. sie haben ihn immer noch nicht geschafft. wenn du dir heute englische serien zum erscheinungstermin ansehen willst fehlen oft die bezahlangebote, während die gratis streams schnell und einfach verfügbar sind.
ich habe jetzt 2 monate lang lovefilm getestet. 2 filme angesehen. das wars. die, die ich sehen wollte, waren nicht als vod verfügbar.
die illegalen streamingseiten sind einfacher, schneller und besser ausgestattet als die legalen angebote.
bei der musik funktionierts. ebenso ebooks. amazon/itunes/google* sind allesamt gut. da gilt obige ausrede für's filesharen nicht mehr.
*nicht in Ö
Ich wäre schon lange dafür, dass es im Internet eine staatliche Bezahlungsform gibt, die so einfach und zuverlässig ist wie Scheine und Münzen in der Realität
Das wäre doch genau ein Projekt groß genug für die EU!
Im Internet hat man das Bezahlen privaten Anbietern überlassen wie zum Beispiel PayPal oder den Kreditkartenanbietern...
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