Compliance im ORF: "Entspricht einem Berufsverbot"

Doris Priesching, 25. Jänner 2013, 18:06

Das Gesetz leiste Vernaderung Vorschub, zudem könnten unliebsame Journalisten mit anonymen Anzeigen ausgeschaltet werden

Wien - Seit Jänner herrscht im ORF Papierkrieg: Einen Wust an Formularen müssen Journalisten ausfüllen, wenn sie zu Terminen wollen. Grund: Seit Jänner regelt das Korruptionsgesetz Einladungen strenger. Als Amtsträger unterliegen ORF-Mitarbeiter wie berichtet den Bestimmungen, wonach Reisen, Testautos, Essen bis 100 Euro in unmittelbarem Zusammenhang mit Recherchetätigkeit stehen müssen. Wer dagegen verstößt, wird strafrechtlich verfolgt, es drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Kritiker befürchten "Wettbewerbsnachteile für ORF-Journalisten", weil die Geschäftsführung aus Angst strenger als der Gesetzgeber sei: Alle Veranstaltungen sind bewilligungspflichtig, sobald es Buffet gibt - also bei nahezu allen -, darf nur mehr jener Journalist gehen, der darüber berichtet. Netzwerken werde unmöglich, fürchten Mitarbeiter, auch weil Informanten nach Anfrage bei der Chefredaktion und der Compliance-Beauftragten offengelegt würden. "Ich habe alles abgesagt", sagt ein prominenter Mitarbeiter: "Das Gesetz entspricht einem Berufsverbot für ORF-Journalisten." Das Gesetz leiste Vernaderung Vorschub, zudem könnten unliebsame Journalisten mit anonymen Anzeigen ausgeschaltet werden.

Redakteursrat Dieter Bornemann will einen für Februar angekündigten Erlass zum Gesetz abwarten: "Wir sind für strenge Regeln und für Transparenz. Der ORF hat bereits jetzt als einziges Medienunternehmen in Österreich einen im Gesetz verankerten Verhaltenskodex. Die zusätzliche Dienstanweisung des Generaldirektors ist allerdings in der Praxis nur sehr schwierig umsetzbar." (Doris Priesching, DER STANDARD, 26./27.1.2013)

Bueffe

Aha es war bisher üblich ,das alle ORF-Mitarbeiter sich des kostenlosen Bueffe bedienten obwohl sie keine Arbeit geleistet haben bei den Veranstaltungen auf Kosten der Steuerzahler sich ein gemütliches Leben gemacht gegessen und getrunken bis zum Umfallen.Da es jetzt nicht mehr möglich sein soll ist natürlich der Aufstand groß ,wohlerworbene Rechte wie es immer heißt abschaffen und wie ein normal Buerger zu leben ist unerträglich fuer die bekannten Schmarotzer im ORF!

na sowas, jetzt darf tatsächlich nur mehr der journalist, der über eine veranstaltung auch berichtet, sich dort die hucke vollschlagen. eine frechheit sondergleichen, wirklich.

obwohl einer... das sind bei den interessanteren buffets dann zwar nimmer 15, aber immer noch 6: einer für orf-on, einer für die zib, einer für's landesstudio und noch drei für ö1, fm4 und ö3 - beschworene synergie hin oder her, um das geld könnt' man wahrscheinlich auch 5 freie anstellen. von den buffetkosten ganz zu schweigen.

Die Hucke voll hauen nur den Gebührenzahlern*,...

... den Wanst sich selbst voll schlagen aber immer.

*am Schmäh, also es nicht so absolut mit der Wahrheit halten

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

der arme bornemann

jetzt wird den journalisten auch noch verboten sich korrumpieren zu lassen - wahnsinn was für ein eingriff in wohlerworbene rechte

Also Privatisieren,...

endlich gut so - weg mit dem Zwang und schon kann sich am Buffet jeder schon heute unterbezahlte Moderator nach Leibeslust bedienen.

Wenn schon öffentlich-rechtlicher Sonderstatuts, dann auch mit den Rechten und Pflichten dazu.

Die Vorschriften gelten für alle staatsnahen Unternehmen...

Schon.

Aber nicht für die, die die Gesetze machen. Und erst recht nicht für die, die noch darüber im EU Parlament sitzen.
Als Informant hätt ich auch Angst, mit einem ORF Redakteur zu plaudern, wenn der intern meinen Namen angeben müsste.

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