Ideen gegen Armut: Soziale Unternehmerinnen voran

28. Jänner 2013, 10:20
  • Heuer zum siebenten Mal: Anschubfinanzierung für gute Ideen gegen Armut in Österreich.
    foto: standard

    Heuer zum siebenten Mal: Anschubfinanzierung für gute Ideen gegen Armut in Österreich.

Der soziale Innovationspreis "Ideen gegen Armut" geht in die siebente Runde und hält 84.000 Euro Starthilfe für die besten Ideen zur Armutsbekämpfung bereit

Der Begriff des sozialen Unternehmers ist im heutigen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. Sogenannte Social Entrepreneurs versuchen gesellschaftliche Aufgaben zu bewältigen, die finanzielle Gewinnerzielung steht dabei nicht im Mittelpunkt, wird aber auch angestrebt.

Ideen gegen Armut ist eine Initiative von Coca-Cola Österreich, der STANDARD und des NPO Kompetenzzentrums der WU Wien, die dieses Thema aufgreift und soziale Unternehmer in Österreich fördert - finanziell und mit Know-how. Ab Mitte Februar läuft der siebente Durchgang an.

Wir stellen hier noch einmal die Siegerprojekte 2012 vor, die jeweils mit 41.500 Euro Startkapital ausgestattet wurden:

  • Out of the Box: Wie können straffällig gewordene Jugendliche durch frühzeitige Alternativen zur Haft ins Leben zurückgeholt werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich Lena Enge und Michael Kvas vom Verein EP aus Graz. Ziel ihres Konzeptes ist es, bereits straffällig gewordene Jugendliche aus dem Teufelskreislauf der Gefängnissozialisierung zu führen und sie durch verschiedene gemeinsame Aktivitäten zurück in die Gesellschaft zu holen. "In Österreich gibt es derzeit keine Alternative und auch kein vergleichbares Projekt für Jugendstraftäter", sagt Michael Kvas - und "wer einmal straffällig wurde, wird es häufig wieder", ergänzt seine Partnerin Lena Enge.
  • The Connection: Das zweite Siegerprojekt - eingereicht von Valerie Schmidt-Chiari - unterstützt mittels eines Cafés im neunten Bezirk Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren mit Migrationshintergrund dabei, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Durch eine vorübergehende Anstellung im Café, Deutsch- und Bewerbungskurse sowie ein Mentoringprogramm in Zusammenarbeit mit Unternehmen werden junge Migrantinnen und Migranten ermutigt, erste Arbeitserfahrungen zu sammeln und ihre Deutschkenntnisse direkt vor Ort zu verbessern. Durch die offene Atmosphäre, die im Café vorherrscht, fühlen sich Jugendliche weniger isoliert und bekommen gelebte Integration hautnah vermittelt.

Heuer liegt wieder ein Schwerpunkt auf Frauen und ihren Initiativen: Einer der beiden Innovationspreise in der Höhe von je 42.000 Euro wird an ein Projekt vergeben, in denen Frauen als Sozialunternehmerinnen ihren Fokus auf die Armutsbekämpfung in Österreich legen. (red, DER STANDARD, 26./27.1.2013)

Ideen gegen Armut 2013 startet am 16. 2. - ab da sind aktuelle Unterlagen verfügbar.

Link
www.ideen-gegen-armut.at

keynes lesen hilft immer gegen armut

er hatte die geniale ideen gegen armut - nachweisbar. viele davon wurden nach dem krieg bis 1970 umgesetzt. der ergebnis: ein wirtschafts-wunder, das erst endete, als amerika die ideen verwarf (abmachungen aufkündigte.)

damals gab es viel weniger armut. das könnte heute noch so sein oder morgen wieder so werden. auch stiglitz kann ein leid davon singen.

So lange ein Wirtschaftssystem auf das derzeitige Geldsystem aufgebaut ist, kommt immer das gleiche raus...

... ganz egal, ob es von Keynes, Smith oder Marx kommt.

Kann man die Erfolge der Projekte nachvollziehen? Auf der out-of-the-box Seite ist das Projekt zwar zu finden. Infos bzgl. Erfolgsquoten leider nicht. Über "the connection" konnte ich derweil überhaupt nichts finden. Nette Sache, wirkt für mich aber eher wie ein PR Gag im Stile der "Corporate Social Responsibility".

die Sieger werden vom NPO-Kompetezzentrum an der WU evaluiert, Berichte der früheren Sieger (Das gute Holz, Starthilfe Wohnen, Spenden Sie ihre alte Waschmaschine) gibt es hier
http://www.wu.ac.at/npo/compe... schlforsch

Berichte sind frei zum zugänglich.

Puh, naja. Erfolgreich klingt für mich anders. Die Waschmaschinen und Holzsache würde ich als Flop bezeichnen. In erster Linie weil die Umsetzung weit von der Realität entfernt war. Die Wohnungsgeschichte mit der Mietkaution ist nicht so schlecht. Allerdings ist es mir unbegreiflich weshalb es da ein soziales Projekt geben muss, zumal die Geldgeber ironischerweise die selben sind, die den Betroffenen vorher offensichtlich ein Kredit verweigert haben und sich jetzt mit sozialen Lorbeeren schmücken. Im Grunde haben die betroffenen Banken das Risiko durch Spenden gestreut. Wenn das Schule macht, kann ich nur jedem nur raten nichts mehr zu spenden. So löblich ich die Idee finde, bleibt für mich leider ein bitterer PR Beigeschmack.

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