Als Böhmen noch bei Öst'reich war: Blick vom Stephansturm anno 1860

Ansichtssache |

Zwölf Panoramafotos wurden 1860 von der Spitze des Stephansturms aus angefertigt, die ein beeindruckendes Zeugnis von Wien in der Zeit vor dem Bau der Ringstraße geben. Ein neues Buch stellt sie vor

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foto: verlag winkler-hermaden/österr. staatsdruckerei

An einem Augusttag im Jahr 1860 schleppte ein Fotograf der k. k. Hof- und Staatsdruckerei mit seinen Assistenten eine riesige Fotoausrüstung auf das Turmdach des Stephansdoms und fertigte von einem Gerüst auf der Turmspitze aus zwölf großformatige Aufnahmen der Stadt an. Zusammen ergaben sie ein beinahe geschlossenes Rundum-Panorama des "alten Wien" - was heute von unschätzbarem dokumentarischem und stadthistorischem Wert ist.

1929 wurden die Fotografien zusammen mit Orientierungsskizzen erstmals in limitierter Auflage in einer Halbleinenmappe veröffentlicht. Walter Öhlinger, Kurator für Stadtgeschichte im Wien Museum, hat die Aufnahmen von damals reproduziert und mit einem Stadtplan von 1858 und Beschreibungen des jeweiligen Blicks auf die Stadt in dem Buch "Rundblick vom Stephansturm" neu herausgebracht. derStandard.at präsentiert hier sieben dieser Aufnahmen.

Im Bild: Blick Richtung Alsergrund und Leopoldstadt, die heutigen Bezirke 9 und 2. Links in der Bildmitte die Kirche Maria am Gestade, im Vordergrund der Hohe Markt zwischen den Häuserschluchten. Bildmitte: der Donaukanal mit Augartenbrücke und Kaiserbad. Im Hintergrund der Augarten und die Donau, Leopoldsberg und Kahlenberg.

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Thalia kanns um 175 Euro auch nicht liefern.

Damals war die Welt noch in Ordnung. :)

Wunderschöne Bilder! Danke !

Nahezu ungebremster Zuzug ...

aus den Kronländern.

Ja eh. So wie das Mittelalter.
Aber das kennst du wahrscheinlich nur aus "Ritter aus Leidenschaft" ...

Dann zitiere ich mal aus "was war wann: 1860"

Wie dunkle Gewitterwolken zogen über den weltlichen Himmel des XIX. Jahrhunderts alle Nachrichten über die auf der ganzen Welt geführten Kriege. Es war eine stürmische Zeit unter anderem für die Amerikaner, Italiener, Polen, Franzosen und Mexikaner. Der Feudalismus und Sklaverei betonte noch mehr die dunkle Seite des menschlichen Lebens der Zeit. Man spürte in der schweren Luft, dass sich irgend etwas ändern müsste, dass auf die Menschheit irgend etwas langsam zukommt…

Nein, die Welt war nicht in Ordnung, damals.

Zusatz -> im Laufe der nächsten 50 Jahre

Ihnen ist schon klar, dass Wien bald 2 Millionen Einwohner auf etwa dem halben Wohnraum hatte, die Zeit ziemlich unruhig war und 2 Weltkriege bevorstanden? Na ich weiß nicht.

Die Welt war in Ordnung?

Naja, wenn Sie Erreger einer schweren Erkrankung sind, wie Typhus oder Tuberkulose, dann war Wien für Si 1860 natürlich schwer in Ordnung. Schad, dass es heute nicht mehr so ist, gell?

Sie sollten weniger von sich auf andere schliessen :)

Haben Sie eine Ahnung von dieser Zeit?

Offensichtlich nicht.

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie es in Wien zu dieser Zeit zugegangen ist: Hygiene, Raumnot, Krankheiten, etc.

Von wegen "da war die Welt noch in Ordnung".

..na ja..

..weiss nicht, zwar mag einem ein Leben ohne "Dschungelcamp & Co" schon romantisch vorkommen, aber spätestens, wenn man weder Zentralheizung, Strom, dichte Fenster, Wohnraum", etc. hat...

Die Bilder zeigen eigentlich hauptsächlich Wohnraum. Heizen kann man auch mit einem Kamin, man kann sich auch nass rasieren und ein Buch lesen. :)

Nicht zu vergessen: Man konnte sich damals durchaus auch den A... mit Stroh und einer Zeitung abwischen und sich die Zähne aus dem Mund faulen lassen. Herzlich Willkommen in der guten alten Zeit!

"Wohnraum" war gerade für die Mehrheit der Wiener unleistbarer Luxus.

Ein Zimmer mit bis zu 12 Menschen.

Kaum Heizung, kaum Wasser und erbärmliche Lebensbedingungen.
Tuberkolose wurde überigens als die "Wiener Krankheit" bezeichnet. Therapien konnte sich ausschließlich der Adel und das Großbürgertum leisten.
Es gab quais 4 Stände, von denen der 4.Stand mehr oder weniger rechtlos dahinvegetierte.
Also ich find´s nicht so romatisch.

ich würde es so formulieren:

gut dass die bilder keinen geruch wiedergeben...

und nebenbei an wundbrand sterben, weil keiner weiß, wie man das verhindert oder heilt.

Dafür können Sie heute am Schutzweg von einem Auto überfahren werden.

Damals wurden Menschen von Fuhrwerken überfahren.

und gar nicht so wenige...

Es gab auch prominente Opfer von Verkehrsunfällen:

Pierre Curie wurde von einer Droschke überfahren. Zwar nicht in Wien :-), aber in einer anderen Großstadt - Paris.

Aber nicht doch! Ignaz Semmelweis, berühmter Mediziner der Donaumonarchie, hat dem schon 20 Jahre früher vorgebeugt.

mein fehler!

aber ich glaube, sie wissen schon, worauf ich hinauswill ;)

außerdem war lesen nur möglich, wenn sie gerade einen platz zum sitzen in der übervollen wohnung gefunden und nicht gerade 18 stunden in der fabrik arbeiten waren. vorausgesetzt sie wären arbeiter.

Das war erst 50 Jahre später! 1860 war noch vor der Hauptwelle der industriellen Revolution. Deswegen hatte Wien auch nur 700 tausend Einwohner im Gegensatz zu den über 2 Millionen von 1900.

man, sie machen mich fertig ;)

;) Ich mag nur diese Zeitperiode besonders.

Im Winter 1860 trafen sich zwei Bierkutscher mit ihren Leiterwagen auf einer einspurigen Donaubrücke. Der eine droht dem anderen, wenn er nicht sofort zurückschiebt, würde es ihm wie dem Letzten ergehen, der das probiert hat.

Der andere Bierkutscher etwas eingeschüchtert, schiebt zurück, und als der erste an ihm vorbeifährt fragt er ihn, was denn dem Letzten widerfahren wäre, der sich der Drohung widersetzt habe.

Darauf der erste - na bei dem hab ich zrückschieben müssen. :D

Warum informieren Sie sich dann nicht besser über die hygienischen Zustände zu dieser Zeit?

Nehmens des Stecken aus dem Achternbereich. Hier wird über Wien diskutiert.

ich mein nur, ich möcht nicht als durchschnittseinwohner, der ich heute bin, damals gelebt haben...
(rot ist nicht von mir)

zu den bildern:
nr5: der standard ist heute eher schräg links hinter den pappeln, aber bitte...
nr.7 ist schon gewaltig retuschiert!

Wenn sie meinen.

ich finds toll, in einer stadt leben zu dürfen, in der gar nicht so kleine teile schon mehr als 150 jahre am buckel haben.

einwohnerzahl 1857: 676.434
kann man sich bei diesen fotos kaum vorstellen. 50 jahre später warens dann schon über 2 millionen.

Mehr als heute?

Das muss ja lustig gewesen sein...

Da dürfen's die Eingemeindungen nicht vergessen. Ich glaube 1860 waren die Bezirke innerhalb des Gürtels/Linienwalls schon eingemeindet, draussen aber noch nicht. Dornbach zB erst in den 1890ern.

Sind das auf Bild 1 und Bild 3 (ganz rechts) noch die Stadtmauern von Wien? Denn die wurden ja erst zu dieser Zeit schön langsam (bis 1865) demontiert. Auf jeden Fall historisch wertvolle Bilder!

ich kann da beim besten willen keine stadtmauern erkennen. obwohl es sie zweifelsohne partiell noch gegeben hat, bzw. gibt es sie ja bis heute noch...

Es wäre toll, wenn sich jemand an die gleiche Stelle stellen würde und in die gleichen Richtungen Fotos machen würde ...

Auf Google Maps geht das ganz gut mit der Schrägansicht... wollte dann gleich im 1860-Foto weiterscrollen ;-)

Aaaah, ich sehe mein Haus!

beinahe rundumblick?

bisserl mehr als 180° hätt ich gsagt.

"56 Seiten mit zwölf ausklappbaren Fotografien"

danke, aber ich habs eh schon bei der ersten korrektur geschnallt.

ich bin vielleicht unaufmerksam, aber nicht debil. :-)

"56 Seiten mit zwölf ausklappbaren Fotografien"

:p

:D

sind..

ja auch nur 7 zu sehen, nicht 12...

ok, sorry, das hab ich überlesen.

Wieviel Einwohner hat es damals wohl gegeben...?

WIen 1790: 200.000 Einwohner
Wien 1860: 500.000 Einwohner

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