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Seoul - Der südkoreanische Elektronikriese Samsung zügelt trotz eines Rekordgewinns seine Investitionen. Diese sollen im laufenden Jahr erstmals seit der Finanzkrise nicht erhöht werden, wie das Management am Freitag ankündigte. Geplant sei vielmehr ein ähnliches Niveau wie im vergangenen Jahr, in dem der Konzern früheren Angaben zufolge umgerechnet 17,5 Milliarden Euro investieren wollte.
Samsung spürt eine Verlangsamung des Wachstums im Smartphone-Markt und eine abflauende Nachfrage nach Computerchips. Unter anderem zeichnet sich ab, dass Rivale Apple weniger Mikroprozessoren bei Samsung für seine iPhones und IPads einkauft.
Im vergangenen Quartal erzielte Samsung einen operativen Gewinn von umgerechnet 6,2 Milliarden Euro, ein Plus von fast 90 Prozent. Dieses endgültige Ergebnis lag im Rahmen der bereits mitgeteilten Schätzung und ist ein neuer Spitzenwert des IT-Giganten. Ebenfalls Rekord dürfte der Smartphone-Absatz sein, der für das abgelaufene Vierteljahr auf rund 63 Millionen Stück geschätzt wird.
Zum Vergleich: Apple verkaufte im vergangenen Quartal 47,8 Millionen iPhones. Das war ebenfalls ein Höchstwert, aber weniger als von vielen Analysten erwartet. Außerdem verfehlte der US-Konzern das dritte Quartal hintereinander die Umsatzerwartungen der Wall Street.
Das neue Windows 8 fährt nicht schnell genug hoch: Ein schwacher Marktstart des neuen Betriebssystems hat den Gewinn von Microsoft im Weihnachtsquartal gedrückt. Anders als zu Microsofts Glanzzeit in den 1990er-Jahren erwies sich das Programm nicht als der alles überstrahlende Absatzschlager. Windows 8 verkaufte sich seit der Markteinführung Ende Oktober 60 Millionen Mal - ein solider, aber nicht spektakulärer Start.
Bereits die PC-Hersteller und der Chipriese Intel hatten geklagt, das System habe im Weihnachtsgeschäft nicht wie seine Vorgänger den Absatz angekurbelt. Die Verkaufszahlen von herkömmlichen PCs gehen zurück. Vor allem Verbraucher greifen verstärkt zu Tablet-Computern. Auf die Flachcomputer mit Fingersteuerung ist Windows 8 zwar explizit zugeschnitten, der Markt für deren Systeme wird aber von Apple und Google dominiert. Aus den Absatzzahlen seines eigenen Tablet-Modells "Surface" macht der Microsoft ein Geheimnis. Finanzchef Peter Klein sagte nur, sein Haus weite Produktion und Vertrieb des Geräts aus.
Der weltgrößte Softwareanbieter hat zudem mit einer schwächelnden Nachfrage nach seiner einträglichen Büro-Software Office zu kämpfen. Der Gesamtumsatz kletterte zwar im abgelaufenen Quartal um drei Prozent auf 21,5 Mrd. Dollar (16,1 Mrd. Euro), der Konzergewinn schrumpfte indes binnen Jahresfrist um 200 Mio. Dollar auf 6,4 Mrd. Dollar. Börsianer reagierten enttäuscht: Die Microsoft-Aktie gab am Freitag in Frankfurt drei Prozent nach. "Es gibt immer noch keine Anzeichen, dass Windows 8 ein Riesenerfolg ist", sagte Analyst Andrew Bartels von Forrester Research. "Verglichen mit früheren Zeiten, als es starke Zuwächse gab, wenn ein neues Betriebssystem herauskam, lässt sich das diesmal nicht feststellen." Immerhin steigerte die Betriebssystem-Sparte im Berichtsquartal ihre Einnahmen um ein Viertel auf 5,9 Mrd. Dollar - ein wenig mehr als von Analysten erwartet.
Doch die Office-Sparte schrumpfte um zehn Prozent auf 5,7 Mrd. Dollar. Das Management führte dies auf die Zurückhaltung der Kunden vor Einführung von Windows 8 zurück. Analyst Josh Olson von Edward Jones sagte dazu: "Das ist eine Pause vor einer Produkteinführung, die typisch ist." (APA, 25.1.2013)
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