Goodbye, Austria! Teil 1

Ansichtssache28. Jänner 2013, 09:17
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Unserem Aufruf nach Erlebnisberichten von Auslandsösterreichern sind viele Leser und Leserinnen gefolgt. Wir präsentieren hier die erste Auswahl der Geschichten, die uns per Mail zugesandt wurden

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foto: privat

Hier ist Mike bei einem Einsatz in Mexiko.

Michael a.k.a. Mike Strasser, Überflieger in den USA:

Der Grund dafür, ins Ausland zu gehen, war bei mir der Traum vom Fliegen. Das Problem in Österreich war, dass mir zu viele Leute (von denen viele nicht einmal in der Fliegerei waren) eingeredet haben, es sei für mich nicht möglich, Pilot zu werden. Ich hatte damals Brillen und kein Geld, und "die AUA würde mich sowieso nicht nehmen" und "das Militär auch nicht", wurde mir gesagt.

Nach langer Recherche bin ich auf Flugschulen in den USA gestoßen, die billigere Kurse angeboten haben. Ich ging dann mit der UNO ein Jahr nach Zypern, um mir das Geld für die Flugschule zusammenzusparen. Im Mai 1996 sagte ich meinen Eltern, ich käme in drei Monaten wieder, wenn ich mit der Flugschule fertig bin. Seither bin ich in den Staaten und wohne jetzt in Las Vegas.

Als Kind wollte ich immer entweder Feuerwehrmann oder Pilot werden. Vor elf Jahren habe ich dann meinen Job als Waldbrand-Hubschrauberpilot angetreten. Ich bin seither jede Feuersaison als Pilot beschäftigt gewesen und habe an verschiedenen Orten wie Mexiko und Alaska Feuer gelöscht. Ich habe praktisch beide meiner beruflichen Träume hier verwirklichen können. Im Moment bin ich Chefpilot bei einer Firma, die dem US Forest Service im Sommer fünf Hubschrauber zur Verfügung stellt.

Ein weiterer Erfolg in der Fliegerei ist dann noch überraschend für mich dazugekommen in der Form von Comics. Mein Bruder und ich haben vor Jahren den Flieger-Comic "Chicken Wings Comics" erfunden, der jetzt auf der ganzen Welt in fliegerspezifischen Fachzeitungen und in neun verschiedenen Sprachen erhältlich ist, was meinen Job noch unterhaltsamer und interessanter macht.

Ironisch, dass ich jetzt auf Umwegen Autor wurde (mein Bruder macht die Illustrationen). Damals in Österreich wurde mir das auch nicht unbedingt zugetraut, denn ich wäre in English dreimal beinahe durchgefallen.

Man sieht also, dass das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" für mich gehalten hat, was es verspricht. Das Essen, die Gemütlichkeit, meine Familie und lange Abende beim Heurigen gehen mir am meisten ab. Aber Österreich ist ja bekanntlich ein sehr schönes Land, um Urlaub zu machen, und daher auch ein jährlicher Fixpunkt für mich.

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