DNA-Vergleich zeigt: Hundezähmung ging durch den Magen

24. Jänner 2013, 18:30
52 Postings

Frühe Hunde profitierten immer mehr von landwirtschaftlichen Abfällen der Menschen

London - Der Wolf gehört zu den ersten Tieren, die der Mensch domestiziert hat. Wann und wo sich die "Hundewerdung" vollzog, ist wissenschaftlich umstritten. Sichere Belege für die gezähmten Vierbeiner gibt es aus der Zeit vor 11.000 bis 12.000 Jahren: Gräber, in denen Menschen gemeinsam mit Hunden bestattet wurden. Damit passierte die Annäherung von Mensch und Wolf genau in jener Periode, als der Mensch begann, sesshaft zu werden und Landwirtschaft zu betreiben.

Diese Koinzidenz legt folgendes Szenario nahe: Die Wölfe könnten durch das reiche Nahrungsangebot der Abfallhaufen der Menschen angelockt worden sein. Die Menschen begannen ihrerseits, die Tiere zum Jagen oder als "Wachhunde" zu verwenden.

Gen-Vergleiche

Solche Vermutungen werden nun durch Gen-Vergleiche von Wolf und Hund gestützt. Schwedische Forscher um Erik Axelsson (Uni Uppsala) nahmen DNA-Proben von zwölf Wölfen aus aller Welt, dazu von 60 Hunden, die 14 verschiedenen Rassen angehörten. Dabei fanden sie 36 Genregionen, die sich im Laufe der Domestikation verändert haben, wie sie im Fachblatt "Nature" schreiben.

Besonders aufschlussreich: Der Hund besitzt allein zehn Erbgutabschnitte, die es ihnen ermöglicht, Stärke immer besser und schneller zu verdauen. Das wiederum lege nahe, dass die frühen Hunde immer mehr von landwirtschaftlichen Abfällen der Menschen profitierten. (tasch, DER STANDARD, 25.01.2013)

  • Der Hund besitzt allein zehn Erbgutabschnitte, die 
es ihm ermöglicht, Stärke immer besser und schneller zu verdauen.
    foto: åsa lindholm

    Der Hund besitzt allein zehn Erbgutabschnitte, die es ihm ermöglicht, Stärke immer besser und schneller zu verdauen.

Share if you care.