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Das "Skygate" im Zielraum der Planai soll den VIPs einen besonderen Blickwinkel auf das Renngeschehen bieten.
Schladming/Graz - In Schladming strahlt ein neues Wahrzeichen: das Skygate. Eine aufwändige, 35 Meter lange gebogene Stahlkon-struktion, die über der Zielarena des Planai-Stadions thront.
In den Bogen integriert ist eine verglaste Box, reserviert für VIPs, von Russlands Präsident Wladimir Putin bis Arnold Schwarzenegger, die das Geschehen während der Ski-WM (ab 4. Februar) exklusiv aus optimalem Blickwinkel verfolgen können. "Präsidentenzipfel" heißt das Ding im Schladminger Volksmund, weil es der ausdrückliche Wunsch des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel gewesen sein soll. Und was der Präsident wünscht, wird in Schladming ruck, zuck umgesetzt. Verschwiegen wurde bisher die Finanzierung dieses an sich nutzlosen Blickfangs.
Die Kosten belaufen sich nach STANDARD-Recherchen auf rund zwei Millionen Euro. Die genaue Summe lässt sich schwer eruieren, da das Bauwerk in die Gesamtkosten der Zielstadions (rund 30 Mio. Euro) eingerechnet wurde. Vielleicht um Spuren zu verwischen. Eine so überdimensionierte Deko macht sich in Zeiten eines rigorosen steirischen Sparbudgets doch nicht so gut.
Beworben wird auf dem Skygate ein Sponsor: die Voestalpine. Dort heißt es auf Anfrage, der ÖSV habe das Skygate bezahlt. Stimmt nicht unbedingt. Abgerechnet haben den "Zipfel" die Planai-Bahnen, finanziert hat ihn letztlich die öffentliche Hand, hauptsächlich das Land. Die Voest zahlt dafür Pacht, laut Konzern-Angaben eine sechsstellige Summe. Der Pachtzins geht an Schröcknadels ÖSV. Das heißt: Das Land Steiermark finanziert in Schladming für Schröcksnadel einen "Triumphbogen", die Voestalpine zahlt dafür an den ÖSV Sponsorgelder. Das Land sieht keinen Cent.
Diese gönnerische Note passt durchaus ins Bild der Landespolitik, die mit allen (Geld-)Mitteln diese Ski-WM ins Bundesland holen wollte. Obwohl die Steiermark finanziell am Boden liegt und hunderte Millionen einsparen muss, sei in Schladming, so erzählt man sich vor Ort, "das Geld abgeschafft". Was immer der ÖSV-Präsident verlange, werde umgesetzt.
Das ging sogar so weit, dass der Chef der Landes-Planai-Bahnen, Ernst Trummer, vom zuständigen Vizelandeshauptmann Hermann Schützenhöfer über Nacht seiner Funktion enthoben wurde, weil er sich gegen die üppigen Ausbaupläne des ÖSV gestellt hatte.
Als Trummer weg war, fuhren die Bagger auf und walzten das sogenannte Schwarzhaus nieder, das die Planai-Bahnen zuvor um 582.000 Euro gekauft hatten. Auf dem planierten Areal wurden Sitzplätze für die WM errichtet. Weil sich eben der ÖSV nach der gelungenen Probe-WM 2012 jetzt mehr Zuschauer als ursprünglich erwartet. Das soll auch der Hintergrund gewesen sein, warum ÖSV-Präsident Schröcksnadel darauf drängte, den sogenannten Loop - das vorherige "kleine" Wahrzeichen: ein blauer Bogen ums Stadion - abzureißen. Obwohl es ein Gemeinschaftsprojekt des ÖSV, der Planai-Bahnen und der Stadt Schladming war. Die beiden Abrisse kosten das Land Steiermark zumindest 832.000 Euro. Die einstigen Errichtungskosten des Loops gar nicht mitgerechnet.
Die Landesregierung zeigte gegen die Wünsche des ÖSV-Präsidenten jedenfalls keine Gegenwehr. Die steirischen Politiker bleiben vielmehr weiter spendabel: Für jedes der zwölf WM-Rennen zahlt das Land zusätzlich 250.000 Euro an den ÖSV. In Summe drei Millionen Euro. Es sind aber nur elf Rennen, da es einen Teambewerb für Damen und Herren gibt. Also legt das Land eine 250.000er-Tranche drauf.
In Protokollen, die der Landesregierung bereits vor fast einem Jahr zugegangen sind und die dem STANDARD vorliegen, warnten die Schladminger Verantwortlichen per E-Mail-"Hilfeschrei", dass durch den Druck des ÖSV, der "ganz, ganz fette Kasse" mache, die "regionalen Interessen ganz auf der Strecke bleiben". Das Land wurde informiert, dass es unmöglich sei, vom ÖSV Zahlen zu bekommen. Im Vertrag zwischen dem ÖSV und der FIS, welcher der Stadtgemeinde zugestellt wurde, seien sogar Zahlen geschwärzt und Budgetzahlen nur in Prozenten angegeben gewesen.
Schröcksnadel lässt Kritiker abblitzen. In einem Vortrag bei der russischen Freundschaftsgesellschaft in Graz verteidigte er die Investitionen in die Infrastruktur, die er in Summe mit 490 Mio. Euro bezifferte, als unerlässlich für den Tourismus in Schladming. Und er ätzte über den Präsidenten der steirischen Industriellenvereinigung (IV), Jochen Pildner-Steinburg, der vor Folgekosten mancher "Protzbauten" gewarnt hatte. Der IV-Chef solle "Bilanzen lesen lernen", riet Schröcksnadel. (Walter Müller, DER STANDARD, 25.1.2013)
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ich bezweifle mitterlweile den werbewert einer schi wm in einem bekannten alpinen gebiet. was wird das ergebnis sein: nun, das kenne ich in kitzbühel, ein riesenangebot an betten ab april bis Herbst. die großen hotels, die die ganze saison offen haben, dumpen in der nebensaison und werfen zimmer mit halbpension und wellnessbereich vom feinsten um 39 euro/nacht auf den markt. und wer zahlt die Rechnung? natürlich die kleinen vermieter in den pensionen, weil die können natürlicherweise nicht mehr mithalten.
fakt, wie immer in österreich: wir fördern brav die großen, immer schön nach oben verteilen, die predigen dann auch die Marktwirtschaft usw.
Der Verfasser dieses Berichtes ist sich seiner Verantwortung nicht bewusst, was er hier verbreitet !
Schade das Zeitungsredakteure nicht mehr recherchieren sondern jeden Blödsinn der gerade passt in der Zeitung verbreiten. Z. B. meint er die Kosten des Abrisses zu kennen - die stimmen nicht einmal ansatzweise - und sind natürlich ein Fressen für alle Neider. Das bei dieser WM Vorbereitung nicht alles so verlaufen ist, wie sich Schladming das gewünscht hätte, ist kein Geheimnis und tut auch vielen Bürgern der Stadt sehr weh - aber die Hände bzw. der Mund wurde den Verantwortlichen gebunden bzw. verboten. Aber in einer seriösen Zeitung solche dummen Behauptungen aufzustellen, verärgert mich noch mehr !
Garmisch war eine schöne Alpine Ski WM und hat der Veranstalter für den Ort alles getan. Es geht bei einer WM natürlich um den Sport und deren Sportler aber auf der anderen Seite versucht natürlich das Veranstalterland, die austragende Stadt die Region so zu präsentieren, daß dem Zuseher - egal ob im TV oder live vor Ort die Destination schmackhaft gemacht wird. Und in dieser Region rund um Schladming gibt es außer dem Tourismus weder eine Industrie noch sonstige Möglichkeiten den Menschen ARBEIT zu geben. Und lassen wir diese Region - es wurde auch sehr viel Geld von privaten Familienbetrieben in deren Betriebe investiert - überleben. Das Steuergeld wird woanders "verbraten" in dieser Region war es notwendig !
Auch in der Region um Garmisch gibts nichts, deshalb ist mit diesem Argument nichts für Schladming zu gewinnen. Erinnern kann sich an die WM der 0815-Bürger nicht, deshalb wird es auch in Garmisch zu keinen Buchungssprüngen nach der WM gekommen sein. Anders wird es auch nicht in Schladming werden.
Wenn die Betriebe investieren ist dies schön und gut, aber nachhaltig verändern wird die WM wie gesagt nix. Dass eine WM veranstaltet wird ist ja schön, dass aber der Steuerzahler für Infrastruktur blechen hat und die Skiverbände vorallem die TV-Gelder einstreifen ist nicht ok.
Traurig dass in Österreich dieser Bauernfängerei auch Saalbach, Brixental und St. Anton für 2021 oder 2023 erliegen.
währrend sich die Politiker darum streiten wer weiter vorne stehen darf und wer ihm mehr Geld für die Marketinveranstaltung seiner Firma in den Arsch stecken darf. Sowie Krone und Kleine das machen in ihrem Streit wer die bessere ursupere Schi Wm Zeitung sein darf? Meinens das mit Verantwortun?
Da gehts immerhin um Steuergeld, das sich die Investitionen langfristig nicht rentieren können sollte auch jedem bewusst sein.
Deswegen hat der Steuerzahler ein recht darauf zu erfahren wie leichtsinnig dort das Geld verbrannt wird und in gewisse Kanäle umgeleitet.
Meiner Meinung nach ist es besser bei uns in Schladming das Geld zu verbraten, wir haben und hatten viel Arbeit und der einzelne Geld verdient , als es nach Griechenland und andere Staaten zu schicken von wo wir es sicher nie mehr bekommen werden.....
Man darf nicht alles "verteufeln" - die WM ist zweifellos für Schladming bzw. für die ganze Region, die Steiermark und vielleicht auch ganz Österreich von großer Bedeutung. Das da natürlich viel Geld - und ich behaupte in Schladming sicher 85% des Steuergeldes sinnvoll eingesetzt - verbaut wird ist logisch. Und die Macht eines Herrn Prof. Schröcksnadel hat nicht nur Hr. Mag. Trummer zu spüren bekommen, sondern mehrere in Schladming und ich behaupte diese Macht ist größer als sämtliche Politiker in Österreich. Eigentlich Schade - aber das werden wir zwei auch nicht lösen oder wie wir Steirer eben so schön sagen - auch nicht "daheben" !
Positiv denken........
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