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vergrößern 600x600Veit Relin (2000).
Wien - Er war ein Mann mit vielen Talenten, der sich einen Namen nicht nur als Schauspieler und Regisseur sondern auch als Maler machte: Veit Relin. Seine Erfahrungen, die ihm später auch als Theaterleiter nützen sollte, sammelte er dabei auf vielen bekannten Bühnen im deutschen Sprachraum, darunter im Schauspielhaus Zürich, am Münchner Residenztheater und am Wiener Burgtheater, an dem er von 1960 bis 1962 engagiert war. Am Mittwoch, 23. Jänner, ist der Ex-Ehemann von Maria Schell und jahrzehntelange Leiter des kleinen Torturmtheaters im fränkischen Weinort Sommerhausen im Alter von 86 Jahren verstorben.
Dabei war ihm das künstlerische Talent nicht unbedingt in die Wiege gelegt, wurde Relin doch 1926 als Josef Pichler in Linz als Sohn eines aus dem Mühlviertel stammenden Bauern geboren. Der Sohn entdeckte jedoch früh sein Talent und studierte parallel am Max-Reinhardt-Seminar und an der Wiener Kunstakademie. 1945 debütierte er am Landestheater Innsbruck als Spielansager in Hofmannsthals "Jedermann". Engagements führten ihn in Folge unter anderem an das Landestheater Linz (1945-1946) und "Die Insel" in Wien (1946-1947). Auch in der Wiener Scala und im Staatstheater Kassel war Relin zu sehen. Ab 1954 arbeitete er vier Jahre an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main, wo seine ersten Arbeiten als Bühnenbildner entstanden.
Ab 1958 war Relin als freischaffender Maler in Wien tätig, drei Jahre später entstanden erste TV-Filme, etwa "Familienpapiere", "Protektionskind" oder "Das vierte Gebot". 1960 gründete er in Wien das "Ateliertheater am Naschmarkt" und leitete es sieben Jahre lang. Hier inszenierte er als österreichische Erstaufführung "Orpheus und Eurydike" von Oskar Kokoschka und Brechts "Baal" sowie die Uraufführung von Picassos "Wie man Wünsche am Schwanz packt". Später nahm er sich in Wien 1978 an der Volksoper die Oper "Die vier Grobiane" von Ermanno Wolf-Ferrari vor.
1976 eröffnete Veit Relin mit der deutschen Erstaufführung von "Wie man den Haifisch harpuniert" von Victor Haim seine Intendanz am Torturmtheater in Sommerhausen, das mit rund 60 Sitzplätzen als kleinstes Theater in Deutschland galt und an dessen Spitze er bis zuletzt stand. Als Intendant, Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner in einer Person versuchte Relin, die Tradition der "lebendigen Kunst" mit einer Reihe von Uraufführungen fortzusetzen.
Zugleich blieb Relin stets der Malerei treu. Seine Bilder wurden bereits 1949 von der "Galerie des Independants" in Zürich vorgestellt, 1957 beteiligte er sich an der Biennale für junge Malerei in Paris, 1991/92 waren sie im Vorläufer des Wien Museums ausgestellt. Sein letztes großes Ziel, noch seine Memoiren zu Papier zu bringen, hat Relin indes nicht mehr geschafft, wie seine dritte Frau, die Dramaturgin Angelika Loether, am Donnerstag mitteilte.
Der breiten Mehrheit war Relin allerdings durch seine zweite Frau bekannt, war er doch von 1966 bis 1988 in zweiter Ehe mit dem Publikumsliebling Maria Schell verheiratet. Aus erster Ehe mit der Schauspielerin Margarete Lendi hatte Relin drei Kinder. Aus der geschiedenen Ehe mit Maria Schell stammt die Tochter Maria-Therese, die heute Schauspielerin ist. (APA, 24.1.2013)
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