Neues System liefert hochpräzise Prognosen für das Bergwetter

26. Jänner 2013, 18:02

Lawinenwarndienste in den Pyrenäen, argentinische Skigebiete und der Wetterdienst Bhutans nutzen die Plattform MetGIS

Wien - Ein neues System soll in Zukunft hochpräzise Prognosen für das Bergwetter weltweit liefern. Seit Anfang des Jahres steht die Basis-Version der Plattform MetGIS allen Interessierten frei im Internet zur Verfügung. Mehrmals täglich werden aktualisierte Vorhersagen in sieben Sprachen für rund 200 Prognoseregionen rund um den Globus zur Verfügung gestellt, und darüber hinaus noch Tausende Vorhersagen für Städte, Dörfer, markante Punkte wie Berggipfel, Straßenzüge und alpine Aufstiegsrouten, erklärte Gerald Spreitzhofer vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien. Die Meteorologen der Uni Wien haben das System mitentwickelt.

MetGIS kombiniert die Rechenergebnisse von Wettervorhersagemodellen mit topografischen Daten extrem hoher Auflösung. Deshalb auch der Name: "Met" steht für Meteorologie und "GIS" ist die Abkürzung für "Geographisches Informationssystem". Gegenüber konventionellen Vorhersagesystemen könne damit das System vor allem in den Bergen punkten, schließlich würden die exakte Seehöhe und Lage von Vorhersagepunkten berücksichtigt. Die so erstellten Prognosekarten decken kleinräumige Gebiete mit horizontalen Auflösungen von unter hundert Metern ab. Die Wettervorhersage kann für jeden Punkt auf der interaktiven Prognosekarte abgerufen werden. Dies ist etwa zur Beurteilung des Straßenzustands oder bei alpinen Aufstiegsrouten wichtig.

Kostenpflichtige Profi-Version

Die - weiterhin kostenpflichtige - Profi-Version des Systems wird nach Angaben der Wissenschafter u.a. von Lawinenwarndiensten in den Pyrenäen, argentinischen Skigebieten, chilenischen Tagbauminen und dem Wetterdienst Bhutans genutzt. "Für Österreich bietet die Website Spezialprognosen für einige der wichtigsten Skiregionen des Landes", so Spreitzhofer.

MetGIS wurde im Rahmen interdisziplinärer Forschungsprojekte konzipiert - mit Beiträgen von Forschungsinstituten, Universitäten und Wetterdiensten aus Österreich, der Schweiz, Russland, Japan, Peru, Chile, Argentinien und den USA. Seit 2005 liegt die Koordination der Entwicklungsarbeit bei der Universität Wien. (APA/red, derStandard.at, 26.01.2013)


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MetGIS

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