Speicher-Durchbruch: 700 Terabyte auf einen Gramm DNA

24. Jänner 2013, 15:45

Britischen Wissenschaftlern gelingt es, Daten in DNA umzuwandeln

Am Mittwoch verkündeten britische Wissenschaftler eine „revolutionäre" Art der Datenspeicherung. Laut dem australischen "Sydney Morning Herald" haben die Wissenschaftler dazu menschliche DNA verwendet. Ein Stück der menschlichen DNA kann lauter kann "einen Haufen" an Daten enthalten, die sogar eingefroren und theoretisch tausende Jahre später verwendet werden können. Diese Daten können durch die bekannte Sequenzierung gelesen werden. 

Leicht und energieeffizient

Als Speichermedium würde sich menschliche DNA vor allem deshalb eignen, weil sie klein ist, keine Energieversorgung braucht und somit auch einfach transportierbar wäre. Die Doppelhelix aus Aminosäuren besteht beim Menschen aus drei Milliarden Nukleotiden, die in 24-Chromosomen-Paketen aufgewickelt sind.

Keine bösen Absichten

Das Geheimnis liege darin, die Nullen und Einsen der Daten in Base-3-Code umzuwandeln, der aus Nullen, Einsen und Zweien besteht. Diese Daten werden anschließend in DNA-Code transkribiert, der aus Adenosin, Cytosin, Guanin und Thymin besteht. Die DNA-Daten werden mit chemischen Verfahren in Moleküle umgewandelt. Man habe aber keine Absichten, diese in Zusammenhang mit Menschen oder Tieren zu bringen.

Pakete mit Adressen

Da diese Datenstrings nur aus 117 Teilen bestehen können, werden sie zu Paketen zusammengefügt und mit einer "Adresse" versehen, ähnlich wie beim Datenverkehr im Internet. Als Beweis haben die Wissenschaftler eine Aufnahme von Martin Luther Kings "I Have A Dream" verschlüsselt, ebenso wie ein Foto, ein PDF, Shakespeare's Sonette und ein Dokument über Datenspeicher-Techniken.

Fehlerquote: Null

Die Daten wurden eigenen Angaben zufolge aus dem Internet runtergeladen und in Hunderttausende Stücke von DNA umgewandelt. Dieses wurde nach seiner "Molekülwerdung" in den USA wieder nach Großbritannien geschickt, wo die Daten mit den üblichen DNA-Entschlüsselungsverfahren entschlüsselt werden konnten - mit einer Fehlerquote von null. Das kleine "Speichermedium" sei nicht größer als ein Staubkorn.

Hohe Kosten und lange Dauer

Bereits im letzten Jahr haben Wissenschaftler in Harvard ein ähnliches Projekt beendet und 700 Terabyte an Daten in einem Gramm DNA verschlüsselt. Die neue Methode würde aber die Fehlerquote beim Lesen der DNA massiv senken. Um einen bemerkbaren Fehler zu verursachen, müsste die Entschlüsselung bei vier Datenpaketen versagen, so die verantwortlichen Wissenschaftler. Das einzige Hindernis im Moment, diese tatsächlich als Speichermedium zu verwenden, seien die Kosten und die lange Dauer der Ver- und Entschlüsselung. (red, derStandard.at, 24.1.2013)

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9000 Euro pro Megabyte

Heute in "nano" erfahren: Die Speicherung von 1 MB Daten in DNA kostet heute noch 9000 Euro.
Und das vermutlich noch ohne das Wieder-Auslesen.

Das lässt erahnen, dass der Zeitaufwand auch noch recht hoch sein dürfte.

DNA-Abgabe jetzt!

auf eineN Gramm DNA ??

also doch ein bemerkbarer fehler

Sollten sie einen Datenspeicher brauchen dann hätte ich da was.
Hätte meine Schwigsi über, als Datenspeicher geeignet.
Selbstabholer oder Lieferung nach vereinbahrung.

überlebt dna eine reise durch den weltraum ein paar lichtjahre lang? weiß da jemand was?

Was haben Sie vor um Himmels willen?!

Einen ganz langen Upload...

Ich stell jetzt mal eine Terrabyte Stange Wasser ins Klo.

"Erd"-Byte ?

Die Doppelhelix aus Aminosäuren ???

nukleotide sind keine aminosäuren!

darüber war ich auch eben gestolpert

und frug mich ob ich nur im Chemie/Biologieunterricht schlecht aufgepasst habe, aber IMHO sind Nukleoide eben keine Aminosäuren. Wenn ich mich recht vereinfacht erinnere, so sind doch die Aminosäuren in erster Linie die "Bausteine" der PROTEINE ("Eiweiße") und irgend eine NHx Gruppe kommt dort immer vor (weil ja beim Abbau auch wieder das N in Form von NHx als Urin o.ä. vorkommt). Aber die Doppelhelix ist doch weder ein Protein, noch eine Aminosäure. Vielleicht ist aber hier ein handfester Biochemiker der's detailliert aufschlüsseln kann.

aber nukleotide bestehen aus nukleoside, und nukleoside bestehen aus einer nukleinbase + pentose. diese wiederrum aus adenin, thymin, guanin, cytosin und uracil, welche meiner meinung nach durchaus aminosäuren sind.

so in etwa wie:

"der körper besteht aus atomen - nein er besteht aus knochen, muskeln, etc,..."

adenin, thymin, guanin, cytosin und uracil sind keine aminosäuren, sondern nukleinbasen.

hatte ich falsch in erinnerung

mea culpa.

fehlfunktion der amygdala? ;)

und wenn es nach "kunst hat recht" ginge

dann haben die zwillinge echt ein copyright problem ;-)

"kunst hat recht"

fordert abgabe für jede zelle im körper

+++ meldung folgt +++

http://www.youtube.com/watch?v=ZTjyRu88PRE

Muss dann wohl umgedichtet werden.

Vielleicht

Jede Zelle ist eine potentielle Kriminelle.

Also bis die Technik soweit ist wird jeder Mensch Multimiliadär werden und da sind die Abgaben für Kinder noch nicht drinnen.

warum umrechnen - und warum basis 2?

wenn es 4 verschiedene formen gibt(adenosin/ctosin/guanin/thymin) dann würde man doch basis 3 verwenden weil 4 zustände möglich sind.

vielen dank für die aufklärung

nun ist mir alles klar.
es wird generell nicht ein zustand abgespeichert und gelesen.

d.h. es ist zb. mit der herkömmlichen binärverarbeitung überhaupt nicht vergleichbar - denn dort ist ein zustand ein zustand und wird nicht durch eine zustandfolge ausgedrückt.

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