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"Wir haben nicht genug Sportbecken. Und wenn wir eines haben, hat es ein Loch."
Wien - Ex-Weltmeister Markus Rogan hat sich als Aktiver von Österreichs Schwimmbühne zumindest vorübergehend verabschiedet, doch über das Leistungsumfeld in seiner Heimat macht er sich seine Gedanken. Der 30-Jährige äußerte sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien zu Infrastruktur und Leistungsanreiz in Österreichs Schwimmsport kritisch. Wegen seiner sportlichen Zukunft hat er noch keine Entscheidung getroffen.
Um eine Antwort darauf ging es Rogan diesmal nicht vorrangig. "Es geht nicht um mein Lieblingsthema, nämlich mich", sagte Rogan schmunzelnd. "Es geht um das für mich zweitwichtigste Thema, die Zukunft von Österreichs Schwimmsport. Und da wird es schwierig." Auch wenn er an seinem Wohnsitz in Los Angeles die Bestellung von Dirk Lange zum Landesverbandstrainer in Graz nicht mitbekommen hat, ist Rogan informiert.
"Wir haben nicht genug Sportbecken. Und wenn wir eines haben, hat es ein Loch", merkte er hinsichtlich der Baumängel beim weiter geschlossenen Stadthallenbad an. "Ein Sportler bringt Leistung, wenn er kann oder muss. Bei den Schwimmern bei uns in Österreich kann er nicht und muss er nicht." Es fehle an Schwimmbecken und am Leistungsanreiz. "Das stört von Grund auf die Entwicklung des Sports und ist ein kulturelles Problem."
Bei den Skifahrern sei das ganz anders. Die Rahmenbedingungen dafür in Österreich sind gegeben und auch der Anreiz zur Erbringung von Topleistungen. Sportlich richtig anerkannt werde nur, wer es ganz nach oben schafft. Für die Schwimmer zahle sich der Extraaufwand zum Aufstieg von der nationalen zur internationalen Spitze aber nicht aus. Rogan: "Die Förderungen sind nicht so strukturiert, dass sie direkt leistungsorientiert sind."
Rogan selbst sei ebenfalls vor diesem Problem gestanden. "Ich habe in Relation zu meiner Leistung zu viel Anerkennung bekommen. Da ist mir der Kopf zu viel angeschwollen. Aber ich habe zweimal gerade noch die Kurve gekratzt." Das erste Mal war Anfang 2007, als er sich in Rom einer italienischen Trainingsgruppe angeschlossen hat. Das zweite Mal 2009 beim Wechsel nach Los Angeles. "Dort wusste ich: ich kann und muss auch."
Österreichs "Sportler des Jahres 2004" wollte aber nicht nur kritisieren, sondern will auch die aktuelle Situation verbessern helfen. "Ich schulde dem österreichischen Schwimmsport sehr viel und werde es über die nächsten Jahre zurückzahlen." Rogan will junge Schwimmer zu sich nach Los Angeles holen und sie als Berater und Techniktrainer unterstützen. Auch eine Zusammenarbeit mit OSV-Präsident Christian Meidlinger sei schon andiskutiert. (APA, 24.1.2013)
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