Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Ein fehlgeleitetes Immunsystem ist vermutlich bei einem Teil der Patienten mit einer Schizophrenie der Auslöser von Halluzinationen. Darauf weisen Forschungsergebnisse hin, die eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Johann Steiner und Bernhard Bogerts von der Magdeburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern am Institut für Experimentelle Immunologie (Euroimmun, Lübeck) in der aktuellen Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "JAMA Psychiatry" vom 23. Januar veröffentlicht hat.
Bereits vor über hundert Jahren prägte der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler den Begriff Schizophrenie. Charakteristisch für das akute Krankheitsbild sind Halluzinationen wie Stimmen hören, Wahnvorstellungen und Denkstörungen. Trotz vieler medizinischer Fortschritte blieben die biologischen Ursachen teilweise rätselhaft. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass genetische Veranlagungen eine wichtige Rolle spielen. "Bei einigen Patienten konnten wir mit bildgebenden Verfahren auch geringgradige Auffälligkeiten der Hirnstruktur nachweisen", so Bernhard Bogerts, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Bereits Bleuler vermutete, dass es sich bei der Schizophrenie um eine Gruppe psychischer Erkrankungen mit ähnlicher Erscheinungsform aber unterschiedlichen Auslösern handelt.
Diagnostiziert wird eine Schizophrenie wie vor hundert Jahren überwiegend auf Grundlage von Patienteninterviews und durch die Beobachtung klinischer Symptome. Körperliche Untersuchungen, CT- und MRT-Aufnahmen des Gehirns, die Untersuchung des Urins auf Drogen oder Blutkontrolle dienen nur dem Ausschluss anderer Erkrankungen wie einem Hirntumor oder einer Drogenabhängigkeit. "Es wäre sehr hilfreich, wenn mittels molekularbiologischer Labortests Schizophrenie-Ursachen identifiziert werden könnten, die neben einer Unterdrückung der Symptome eine Bekämpfung der Krankheitsursache ermöglichen", so Steiner, leitender Oberarzt der Magdeburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Genau auf diesem Weg sind die Forscher jetzt einen wichtigen Schritt vorangekommen.
Die Wissenschaftler analysierten Blutproben von 459 Menschen, die an einer akuten Schizophrenie, einer Depression beziehungsweise einer Borderline-Persönlichkeitsstörung litten oder keine psychischen Auffälligkeiten aufwiesen. Bei der Auswertung galt das besondere Interesse dem Neurotransmitter Glutamat, der im Gehirn an der Signalübertragung zwischen Nervenzellen beteiligt ist. Die Vermutung war, dass psychische Krankheiten mit Störungen der Glutamat-Signalübertragung einhergehen.
Die Arbeitsgruppe der Psychiatrischen Universitätsklinik konnte das für einen Teil der Schizophrenie-Patienten bestätigen. Sie fand bei fast zehn Prozent der von einer akuten Schizophrenie betroffenen Menschen Antikörper gegen den Nervenzellrezeptor des Botenstoffs Glutamat (NMDA-R). Bei Patienten mit Depression, einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oder in der Vergleichsgruppe wurden die NMDA-R-Antikörper deutlich seltener bzw. gar nicht gefunden.
"Die Entdeckung entzündlicher NMDA-Glutamat-Rezeptor-Antikörper bei einer Untergruppe von Patienten mit der klinischen Diagnose Schizophrenie könnte neue Behandlungsoptionen eröffnen", argumentiert Forschungsleiter Steiner. Zu überprüfen wäre der Nutzen entzündungshemmender Therapien, beispielsweise mit Kortison oder Immunglobulinen.(red, 24.1.2013)
Eingeschränkte Sprachkompetenz und Gedächtnisprobleme deuten laut Studie auf Schizophrenie-Risiko hin
Cannabis mit extrem hohen Konzentrationen des Wirkstoffs THC steht zunehmend im Verdacht, den Ausbruch von Psychosen zu beschleunigen
Jeder Hunderste erkrankt an Schizophrenie, weil sein Hirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät
Dauerhafte Bekämpfung der Depression mit Hirnschrittmacher im Körper
Glutamat als Zusatz vieler Fertigprodukte sichert den Chemie-Konzernen und der Lebensmittelindustrie Absatz und nachfolgend der "Gesundheitsindustrie" und damit wieder den Chemie-Konzernen im Pharmabereich Körper zur Bearbeitung.
Glutamat in Lebensmitteln ist in Schweden verboten. Warum wohl?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.