Schizophrenie durch fehlgesteuertes Immunsystem

24. Jänner 2013, 13:32

Erhöhte Konzentration von Antikörpern gegen Glutamat-Rezeptoren im Blut von Schizophrenie-Patienten nachgewiesen

Ein fehlgeleitetes Immunsystem ist vermutlich bei einem Teil der Patienten mit einer Schizophrenie der Auslöser von Halluzinationen. Darauf weisen Forschungsergebnisse hin, die eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Johann Steiner und Bernhard Bogerts von der Magdeburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern am Institut für Experimentelle Immunologie (Euroimmun, Lübeck) in der aktuellen Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "JAMA Psychiatry" vom 23. Januar veröffentlicht hat.

Ursachen der Schizophrenie 

Bereits vor über hundert Jahren prägte der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler den Begriff Schizophrenie. Charakteristisch für das akute Krankheitsbild sind Halluzinationen wie Stimmen hören, Wahnvorstellungen und Denkstörungen. Trotz vieler medizinischer Fortschritte blieben die biologischen Ursachen teilweise rätselhaft. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass genetische Veranlagungen eine wichtige Rolle spielen. "Bei einigen Patienten konnten wir mit bildgebenden Verfahren auch geringgradige Auffälligkeiten der Hirnstruktur nachweisen", so Bernhard Bogerts, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Bereits Bleuler vermutete, dass es sich bei der Schizophrenie um eine Gruppe psychischer Erkrankungen mit ähnlicher Erscheinungsform aber unterschiedlichen Auslösern handelt. 

Diagnostiziert wird eine Schizophrenie wie vor hundert Jahren überwiegend auf Grundlage von Patienteninterviews und durch die Beobachtung klinischer Symptome. Körperliche Untersuchungen, CT- und MRT-Aufnahmen des Gehirns, die Untersuchung des Urins auf Drogen oder Blutkontrolle dienen nur dem Ausschluss anderer Erkrankungen wie einem Hirntumor oder einer Drogenabhängigkeit. "Es wäre sehr hilfreich, wenn mittels molekularbiologischer Labortests Schizophrenie-Ursachen identifiziert werden könnten, die neben einer Unterdrückung der Symptome eine Bekämpfung der Krankheitsursache ermöglichen", so Steiner, leitender Oberarzt der Magdeburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Genau auf diesem Weg sind die Forscher jetzt einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Die aktuellen Forschungen 

Die Wissenschaftler analysierten Blutproben von 459 Menschen, die an einer akuten Schizophrenie, einer Depression beziehungsweise einer Borderline-Persönlichkeitsstörung litten oder keine psychischen Auffälligkeiten aufwiesen. Bei der Auswertung galt das besondere Interesse dem Neurotransmitter Glutamat, der im Gehirn an der Signalübertragung zwischen Nervenzellen beteiligt ist. Die Vermutung war, dass psychische Krankheiten mit Störungen der Glutamat-Signalübertragung einhergehen.

Die Arbeitsgruppe der Psychiatrischen Universitätsklinik konnte das für einen Teil der Schizophrenie-Patienten bestätigen. Sie fand bei fast zehn Prozent der von einer akuten Schizophrenie betroffenen Menschen Antikörper gegen den Nervenzellrezeptor des Botenstoffs Glutamat (NMDA-R). Bei Patienten mit Depression, einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oder in der Vergleichsgruppe wurden die NMDA-R-Antikörper deutlich seltener bzw. gar nicht gefunden.

Forschungsresümee und Ausblick

"Die Entdeckung entzündlicher NMDA-Glutamat-Rezeptor-Antikörper bei einer Untergruppe von Patienten mit der klinischen Diagnose Schizophrenie könnte neue Behandlungsoptionen eröffnen", argumentiert Forschungsleiter Steiner. Zu überprüfen wäre der Nutzen entzündungshemmender Therapien, beispielsweise mit Kortison oder Immunglobulinen.(red, 24.1.2013)

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13 Postings

schade, daß der psychotische patient, der mir gerade einfällt, eine unbeschreibliche abneigung gegen cortisol hat und sich so sicher nicht behandeln lassen wird …

Selbstregulation des Systems

wenn zu viel eines Stoffes, zb. Glutamat im Körper ist, der Rezeptor zu viel des Stoffes annimmt, dann entwickelt sich zum Ausgleich eine Abwehrreaktion

Hat mit dem Artikel nichts zu tun.

Wenn zuviel Ligand da ist, wird höchstens der Rezeptor internalisert, d. h. die Rezeptoranzahl an der Zelloberfläche nimmt ab, aber es bilden sich keine Antikörper gegen den Rezeptor.

Geschäft ist Geschäft

Glutamat als Zusatz vieler Fertigprodukte sichert den Chemie-Konzernen und der Lebensmittelindustrie Absatz und nachfolgend der "Gesundheitsindustrie" und damit wieder den Chemie-Konzernen im Pharmabereich Körper zur Bearbeitung.

Glutamat in Lebensmitteln ist in Schweden verboten. Warum wohl?

Was hat das mit dem Artikel zu tun? Du hast ihn nicht verstanden.

Und was hat das jetzt mit den Antikörpern gegen den Glutamat-Rezeptor zu tun?

Was hier ist die Ursache wovon, sollte man sich fragen!

vor allem

wegen der 10%...
ein sehr wager rückschluss. eine rechtfertigung für die kosten der forschung? irgend ein ergebnis muss es ja geben...

In eine ähnliche Richtung

geht eine Theorie con C.C. Pfeiffer vom Brain Bio Center, Princeton, wonach gewisse Nahrungsmittel Psychosen auslösen bzw. beeinflussen können. "Mental and elemental nutrients" Pfeiffer, Keats Publishing.

aber gehns...

auf einem kongress für psychiatrie und psychosomatik in graz hab ich erfahren, dass nahrungsmittelintoleranzen und dergleichen eine reine modeerscheinung sind!
...hat meine (seither) ehemalige hausärztin zu mir gesagt...

japanisch us-amerikanische studie in volltext:

http://www.biomedcentral.com/1471-244X/12/37

Danke!

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