Malis Armee soll Gegner hingerichtet haben

24. Jänner 2013, 10:26
  • Ein französischer Soldat außerhalb der Stadt Sevare, mehr als 600 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako.
    foto: thibault camus/ap/dapd

    Ein französischer Soldat außerhalb der Stadt Sevare, mehr als 600 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako.

Getötete Tuareg und Araber sollen mit islamistischen Rebellen zusammengearbeitet haben

Bamako - Berichte über Menschenrechtsverletzungen malischer Truppen bei der Rückeroberung Nordmalis aus Islamistenhand beunruhigen Frankreich. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sprach von einem "Risiko", ohne die Vorwürfe zu bestätigen. Er rief in französischen Medien die malischen Offiziere zu "extremer" Wachsamkeit auf: "Die Ehre steht auf dem Spiel."

Mehrere Hinrichtungen

Malische Soldaten sollen auf ihrem von französischen Truppen unterstützten Vormarsch in mehreren Orten Verdächtige hingerichtet haben, darunter Tuareg. Nach Informationen der Internationalen Vereinigung für Menschenrechte FIDH gab es solche Hinrichtungen in Sevare, Mopti, Niono und anderen Ortschaften. In Sevare seien am Donnerstag mindestens elf Menschen getötet worden. Es gebe Berichte über 20 weitere Hinrichtungen in dem Gebiet, bei denen die Leichen anschließend hastig verbrannt worden seien.

Nach Angaben der FIDH wurden die Opfer der Unterstützung der Islamisten verdächtigt oder waren im Besitz von Waffen. Einige hätten sich bei Kontrollen nicht ausweisen können oder hätten schlicht einer verdächtigen Volksgruppe wie den Tuareg angehört. Am 21. Januar sei ein Imam von malischen Soldaten verschleppt worden.

"Die Tuareg sind unsere Freunde", sagte Le Drian dazu. "Die Tuareg sind in Nordmali zu Hause. Wir müssen sie als Malier achten wie alle anderen." Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt. "Das sind schwerwiegende Vorwürfe, denen gründlich nachgegangen werden muss", sagte er bei einem Spanienbesuch am Donnerstag.

Ansar Dine spaltet sich

Unterdessen hat sich eine islamistische Gruppe im Norden Malis, Ansar Dine, aufgespalten. Die von Ansar Dine abgespaltene neue Gruppe namens Islamische Bewegung von Azawad (MIA) kündigte am Donnerstag an, eine friedliche Lösung in dem Konflikt anzustreben. Sie wolle sich "vollkommen von jeglicher terroristischen Gruppierung distanzieren", hieß es in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Sie sei entschlossen, "alle Formen von Extremismus und Terrorismus zu bekämpfen".

Die Tuareg-Gruppierung Ansar Dine wird von Iyag Ag Ghaly geführt, der bereits in den 1990er Jahren eine wichtige Rolle im Tuareg-Aufstand spielte, bevor er nach einem Friedensschluss als malischer Diplomat nach Saudi-Arabien entsandt wurde. Anfang Dezember traf sich die Gruppe zu Verhandlungen mit der Regierung, doch ein Anfang Jänner geplantes weiteres Treffen sagte sie ab. Sie fordert Autonomie für den Norden und die Umsetzung des islamischen Rechts der Scharia.

Einsatz Frankreichs gegen Islamisten

Frankreich hatte Mitte Jänner in den Mali-Konflikt eingegriffen, um bei der Rückeroberung des im vergangenen Frühjahr durch Islamisten eroberten Nordens zu helfen. Der Einsatz der afrikanischen Mali-Truppe kommt derweil in Fahrt. Es seien bereits 1.000 Soldaten der westafrikanischen Truppe in Mali, sagte Le Drian. Soldaten aus Burkina Faso seien ohne den Umweg über Bamako direkt in Markala eingetroffen. Die Europäische Union will voraussichtlich noch im Februar 200 bis 250 Militärausbilder nach Mali schicken, um die einheimische Armee zu schulen.

Die USA unterstützten Frankreichs Mali-Feldzug mit dem Einsatz von Aufklärungsdrohnen und Transporthilfen. "Wir haben mit den USA eine nützliche und wirksame Zusammenarbeit", sagte Le Drian. Es gehe dabei nicht um Kampfdrohnen, sondern um Aufklärung und Logistik. (APA, 24.1.2013)

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Was redet der da?

"Die Tuareg sind unsere Freunde", sagte Le Drian dazu. "Die Tuareg sind in Nordmali zu Hause. Wir müssen sie als Malier achten wie alle anderen."

Die Tuareg wollen aber eher nicht Malier sein, sondern Tuareg... und dass die die Freunde der Franzosen sein sollen, ist Wunschdenken. Dass kein Land der Erde Azawad anerkennen wollte, hat auch nichts mit Freundschaft zu tun. Ein geteiltes Mali wäre auch für Frankreich kein Gewinn.

Tuareg und Frankreich: Freundschaft?

Nein, sondern die alte, grausame Kolonialkriegsgeschichte: Massaker und Unterwerfung, Demütigung, Zerschlagung der Strukturen etc...
Freund der Tuareg, solche wie Charles de Foucauld (1858-1916) gabs nicht all zu viele bei den Franzosen.

IStGH ist bereits in Mali aktiv

Seit Mitte Januar ermittelt er in Mali wegen Kriegsverbrechen. Natürlich zuerst wegen der Verbrechen der Islamisten, aber von seiner Aufgabe her gegen JEGLICHE Kriegsverbrechen. Da muss man nur Anzeige erstatten und soweit möglich Zeugen und Täter benennen. Das sollten die genannten Menschenrechtsorganisationen aber können.
http://www.welt.de/newsticke... li-an.html

Es ist beruhigend, dass der IStGH bereits in Mali Beweise sichert. Ob die Anklagen dann in Den Haag oder in Mali verhandelt werden, kann später entschieden werden.

Es ist alles Bestens, weil UNO und NGOs die Armeen und sich gegenseitig kontrollieren!

Bessere Links

Seit 16/01/2013 ermittelt der Internationale Strafgerichtshof in Mali wegen JEGLICHER Kriegsverbrechen.
http://afri-russ-archiv.blog.de/2013/01/1... -15441457/

Anfrage der malischen Regierung vom 18/07/2012.
http://mali-infos.blog.de/2012/07/2... -14167560/

Amnesty hat seit Beginn der Kampfhandlungen im Januar 2012 Menschenrechtsverletzungen dokumentiert.
http://www.amnesty.ch/de/laende... echtigkeit

kann ich mir auch nicht anders vorstellen.

ich finde auch die hochstilisierung der gefahr für unverantwortlich.

und an die würde der opfer dieser verbrecher sollte man auch denken.

da werden menschen interviewt, die noch völlig im schock sind, nachdem man ihnen grundlos die hand abgehackt hatte und lässt sie den zynismus der verbrecher schildern usw. - auch das ist eine menschenrechtsverletzung.

Mal bischen was zum nachdenken!

"Eine französische Elitetruppe ist schon seit Monaten in Mali. Die "Forces Spéciales" wurden bereits im Herbst 2012 still und heimlich stationiert. Sie gelten als Experten für heikle Operationen. Eines verhinderten sie aber offenbar nicht: dass malische Soldaten gegen Menschenrechte verstoßen.
Die Männer sind die Elite der Streitkräfte. Direkt dem Generalstab unterstellt, handverlesen und geheimnisumwittert - Fotos und TV-Aufnahmen der Schattenkrieger sind meist gepixelt, um die Identität der Militärs zu schützen. "Unsere Forces Spéciales", so ihr Chef Christophe Gomart, "sind ein Bollwerk gegen den Terrorismus.""

http://www.spiegel.de/politik/a... 78310.html

Hmm, glauben Sie wirklich, dass ein malischer General sich was von französischen Soldaten anschaffen lässt?

Ausserdem. Auch wenn es Sie jetzt mächtig aufregt: welche andere Vorgangsweise würden Sie denn vorschlagen? Die gefangenen Herren Islamisten in ein Gefängnis sperren? Daraus werden sie binnen nullkommanix befreit oder müssen gegen genau zu diesem Zweck genommene Geiseln der Islamisten getauscht werden. Es mag den armchair generals hier nicht gefallen, aber europäische Standards der Menschenrechte können (und werden) in diesem Teil Afrikas nicht gespielt. Oder glauben Sie echt, dass die Herren Islamisten vorher zimperlich waren? Die haben ihre Vorstellung von Sharia umgesetzt, auf ziemlich blutige Art.

Jetzt habe ich gelesen

"Mali was zum Nachdenken" ...
in der Tat!

Also, Sie würden solche Spezialkräfte während eines Feldzugs nicht im Kampf, sondern als Feldgendarmerie zur Überwachung der eigenen Einheiten verwenden?

Sie hätten auch darauf hinweisen können, dass der Artikel sich ausschließlich um die Forces Spéciales dreht, ein einziger Satz am Anfang erwähnt das.

ein einziger Satz am Anfang erwähnt das.

Hätten sie bis zum Ende gelesen hätten sie festgestellt das es auch im letzten Satz erwähnt wird.
Aber Hauptsache "rumgetrollt".

Der Artikel umfasst etwa 1032 Worte, der erste Satz besteht aus 12 Worten, der zweite Satz der auf die Menschenrechtsverletzungen eingeht besteht aus 12 Worten und verweist auf einen anderen Artikel der dieses Thema näher betrachtet, auf den Sie aber nicht verlinkt haben.
Der letzte Absatz lautet nebenbei:
Eine Voraussage über den Ausgang der Kämpfe will der ehemalige Direktor der französischen Kriegsakademie, der die Dschihadisten als "intelligent und kämpferisch" einschätzt, freilich nicht wagen. "Das kann Stunden dauern oder Jahre."

Ich habe den Artikel gelesen und wenn Sie in der Schule den Artikel in einem Satz zusammenfassen müßten und sie den diese Zitat nehmen würden, würden sie ein Nicht Genügend bekommen.

Lächerlich zu glauben in einem Krieg gäbe es keine Morde und sonstige Menschenrechtsverletzungen. Die europäischen Weltverbesserer und und die in ihrem Gefolge operierende sensationsgeile Journaille glaubt in die K.cke greifen zu können ohne schmutzig zu werden.
Die glauben offenbar tatsächlich eine Art politisch korrekten Krieg führen zu können. Deren Regeln und moralischen Ansprüche sind den dort beheimateten Konfliktparteien aber vermutlich völlig egal.

Sicher ist es lächerlich, das zu glauben.

Schlimm ist aber, wenn solche Morde geduldet oder vielleicht sogar gut geheissen werden.

Verbrechen ist Verbrechen.

ich bin zwar gegen mord und kriegsverbrechen, aber irgendwie fühle ich weder empörung noch mitleid... liegt wohl daran, dass ich die schnauze voll habe von islamistischen fundamentalisten, die von amis und saudi ausgebildet werden, die von amis und saudis anderswo bekämpft werden, die von amis und saudis anderswo ausgebildet und finanziell und logistisch unterstützt werden, die von amis und saudis anderswo bekämpft werden, die von amis und saudis anderswo mit luftangriffen unterstützt werden, die von amis und saudis anderswo bekämpft werden mit drohnenangriffen, die von amis und saudis anderswo ausgerüstet werden.

Na und?

.. die USA verteilt sinnlos Bomben unter der Zivilbevölkerung und tötet unbeabsichtigt Menschen.

.. und die Malis killen nur Gegner.

Hmm...

"Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt..."

Immer wenn die Demokratiebringer mit ihren Werten im Gepäck ans konkrete Morden gehen und folgerichtig die "Collateral Damages" - diesmal an Nordmaliern und Tuaregs - bekannt werden, drückt die Daumendrücker der Angriffskrieger das schlechte Gewissen. Dann mussen eilends all die Schrecken aufgezählt und gezeigt werden (abgeschnittene Nase), welche die Scharia über den Mali gebracht haben soll. Leichen von toten Maliern sieht man ja noch nicht, denn es gibt nicht einmal "embedded" Berichterstatter! Und die Politik zeigt sich scheinbesorgt! Aber so funktioniert das nicht Freunde aus der EU: mitgehangen, mitgefangen!!

In deinen Augen war es also auch völlig korrekt, dass der Westen nicht gegen den Genozid in Ruanda eingeschritten ist?

Traurig, aber wahrscheinlich wahr....

Da die mali-soldaten aber nicht ohne ihre beschuetzer ( legion etrangere ) auch nur einen fussstapfen machen, heisst das, dass die franzosen das massaker mitangesehen haben, ohne einzugreifen.
Srbenica laesst gruessen.

Man sollte einmal die Landkarte bemühen und spätestens dann wird man erkennen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass die malischen Soldaten jemanden hinrichten und 10m daneben steht ein franzöischer Soldat. Die malischen Truppen werden schon aus Ausrüstungsgründen nicht an vorderster Front eingesetzt sondern sichern das Gebiet vor der Frontlinie. Und dort werden auch die malsichen Soldaten gelegentlich auf einzelne Milizen treffen.

Es ist gerade mal ein Zug der Panzer der Fremdenlegion in Mali. Das sind ca.30 Mann. Und die sind sicher nicht direkt in den Orten wo diese Hinrichtungen durchgeführt wurden sondern etwas mehr "vorne".
Desweiteren kann ich Ihnen versichern, dass franz. Einheiten nicht mit afrikanischen Einheiten vermischt werden sondern nebeneinander tätig sind. Wobei nebeneinander hierbei meistens mehrere km bedeutet.
Wie einige andere Poster auch, hängen Sie an Ihren falschen Vorstellungen und Fantasien,werfen diese als Tatsachen ihn den Raum, ohne jemals die geringste Erfahrung gemacht zu haben.

Woher stammt diese Info?

http://tinyurl.com/able3uz

Das dürfen sich gerne mal all jene anschauen, die hier immer auf diplomatische Lösungen pochen und dann dürfen sie sich die Frage stellen, ob ein Mensch, der zu so etwas fähig ist, großen Wert auf Diplomatie legt.

Ich behaupte nicht, der Westen hätte eine blütenweiße Weste, aber für Islamisten reicht die Tatsache, dass dieses Mädchen mit 12 Jahren zwangsverheiratet und danach 6 Jahre lang grausamst misshandelt wurde, davon lief, aber nicht schnell genug war. Hätte sie es nicht gerade noch zu einem westlichen Militärstützpunkt geschafft, wäre sie tot. Und das ist nur eine von wenigen Grausamkeiten, von denen wir wissen, aber auch nur eine von vielen, die tagtäglich im Namen der Religion von Islamisten begangen wird.

Dann beschweren Sie sich bei all jenen, die diese Terroristen groß gemacht haben und auch immer noch unterstützen:

In Afghanistan waren die selben Leute gut, weil sie ihr Land gegen die UDSSR verteidigten, wenn sie das Selbe gegen die USA machen, sind sie schlecht. Gegen die Russen sind sie noch mit Waffen und Know How ausgerüstet worden.
Die Selben, die als böse gelten, weil sie das Selbe gegen die USA machen, wie einst gegen die UDSSR, mutieren in Libyen wieder zu jenen, die gut sind, und vom Westen unterstützt werden, wie in Syrien.
Bewegen die sich dann über die Grenze nach Mali oder Algerien sind sie wieder böse.
Das Blöde ist, an deren grauslicher Ideologie ändert sich nichts, sie überschreiten nur eine Linie und sind: schwuppdiwupp wieder gut. Das ist einfach nicht mehr vermittelbar. Die Waffen der Islamisten kommen von "uns".

Die Taliban Kämpfer/Islamisten die in den 80er Jahren vom Westen in Afghanistan unterstützt wurden, waren nicht so radikal (bis auf einige wenige), es haben dort damals auch Frauen gekämpft. Die Radikalisierung des Islams hat Mitte der 90er eingesetzt und nicht davor. Manche islamische Länder sind heute gesellschaftlich weiter zurück als noch vor 15 Jahren. Und die meisten Kämpfer von damals sind inzwischen auch schon alte Männer.

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