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Den beiden großen pan-arabischen Tageszeitungen al-Sharq al-Awsat und al-Hayat waren die israelischen Wahlen am Mittwoch auf der Frontseite nicht die große Schlagzeile wert. Diese wurde von den mageren Ergebnissen des Wirtschaftsgipfels der Arabischen Liga in Riad dominiert und auch die Wahlen in Jordanien fanden einen prominenteren Platz. Schon während der Wahlkampagne gab es nur wenige Artikel in den arabischen Blättern, meist von Agenturen und kaum Korrespondentenberichte und Kommentare. Ganz anders bei früheren Wahlen in Israel: Da wurde Wochen vor dem Wahltermin jedes Ereignis in der arabischen Welt im Lichte dieses Urnenganges betrachtet und die innerisraelischen Entwicklungen im Detail analysiert.
Diese arabische Gleichgültigkeit ist wie ein Spiegelbild des israelischen Wahlkampfes, in dem das Palästinenserthema auch kaum eine Rolle spielte. Und sie ist ein Ausdruck der verbreiteten Überzeugung, dass die Chancen auf eine Zweistaaten-Lösung auf dem Verhandlungswege gegenwärtig gleich Null sind.
Die meisten arabischen Beobachter waren von einem weiteren Rechtsrutsch ausgegangen. Ismail Haniyeh, der Chef der Hamas-Regierung in Gaza, hatte deshalb schon am Wahltag anlässlich des Besuchs des malaysischen Premiers Najib Razak erklärt, er erwarte eine noch extremere Regierung, alle Araber und Muslime seien aufgefordert, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, um die Verschärfung des "zionistischen Extremismus" zu bekämpfen.
"Schwer angeschlagen"
Beim Blick auf die Resultate wurde vor allem hervorgehoben, dass Benjamin Netanjahu trotz des Wahlsieges schwer angeschlagen sei. Es würden alle ächzen, befand der Kolumnist des libanesischen Daily Star. Er verfolgte den Trend nach rechts in Israel auf viele Jahre zurück. Da es zudem Anzeichen gebe, dass die neuerdings gewählten Regierungen in der Region, etwa in Tunesien und Ägypten, auch eine härtere Haltung gegenüber Israel einnehmen würden, sagt der Kommentator voraus, dass Israel mit dem Bau weiterer Mauern reagieren und sich selbst in der Region weiter isolieren werde. (Astrid Frefel, DER STANDARD, 24.1.2013)
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