Der weite Flug des Drachen im Outback

23. Jänner 2013, 19:05
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Oberösterreicher Ruhmer sammelt in Australien WM-Titel

Forbes/Sydney - Im australischen Outback circa 400 Kilometer westlich von Sydney lassen sich keine Starthügel für Drachenflieger finden. Insofern war die 19. WM der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) für die österreichischen Bergflieger nicht nur wegen Jännertemperaturen um 40 Grad Celsius etwas Besonderes. Die Piloten wurden samt ihren Drachen wie ein Segelflugzeug auf 800 Meter hochgeschleppt, klinkten sich aus, suchten Thermik, schraubten sich bis 4000 Meter in die Höhe - und legten in der endlosen Weite Entfernungen von bis zu 250 Kilometern zurück.

Nach zehn Bewerbstagen stand Manfred Ruhmer als Weltmeister fest, der 47-jährige Oberösterreicher aus St. Oswald bei Freistadt holte sich zum vierten Mal den Titel in der Klasse der Drachenflieger. "Danke, dass du mich hast gewinnen lassen", sagte er zum zweitplatzierten Italiener Alessandro Ploner, der Titelverteidiger musste sich erst am letzten Bewerbstag geschlagen geben. Insgesamt legte Ruhmer in 50 Stunden in der Luft mehr als 1800 Kilometer zurück. Nicht alle 104 Teilnehmer aus 23 Nationen schafften jeden Tag die vorgegebene Distanz zwischen zwei Punkten. Auch Österreichs Teamchef Bernhard Faisst musste einige gestrandete Sportler mit dem Auto im Busch aufklauben. In der Mannschaftswertung schaffte Österreich dennoch den guten sechsten Platz.

2001 hatte Ruhmer in Zapata, Texas, mit seinem Drachen 700,6 Kilometer zurückgelegt. Diesen Weltrekord verbesserten Jonny Durand (Australien) und Dustin Martin (USA) erst im Juli 2012 und ebenfalls in Texas auf 768 Kilometer. (krud, DER STANDARD, 24.1.2013)

  • Ruhmer ist vierfacher Weltmeister.
    foto: privat

    Ruhmer ist vierfacher Weltmeister.

  • Der Vorarlberger Walter Mayer sucht bei der WM im australischen Outback 
Thermik. Mit dem Team schaffte er in Forbes den guten sechsten Platz.
    foto: privat

    Der Vorarlberger Walter Mayer sucht bei der WM im australischen Outback Thermik. Mit dem Team schaffte er in Forbes den guten sechsten Platz.

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