Der Bombardierkäfer als Vorbild für neuartigen Weltraumantrieb

23. Jänner 2013, 16:33

EU-Projekt geht der Frage nach, ob ein diskontinuierlicher, aber hochfrequenter Puls-Antrieb praktikabel ist

Bremen - Der Bombardierkäfer mag die Macher von "Starship Troopers" zu den Riesenkäfern inspiriert haben, die in dem Science-Fiction-Film von 1997 Plasma aus ihrem Hinterleib ins Weltall schleudern. Näher sind die in Wirklichkeit höchstens 15 Millimeter langen Tiere aus der Familie der Brachininae bislang aber nicht an die Raumfahrt herangekommen.

... bis jetzt jedenfalls. Das Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) berichtet von einem internationalen Projekt zur Entwicklung eines neuen Antriebssystems für Raumfahrzeuge, das sich am Bombardierkäfer ein Vorbild nimmt. Die österreichischen "Science Busters" haben das Konzept in ihrem aktuellen Programm - hier geht es jedoch um ein EU-Projekt mit dem Namen "PulCheR" ("Pulsed Chemical Rocket with Green High Performance Propellants").

Käfer und Rakete

Der Bombardierkäfer hat einen einzigartigen Verteidigungsmechanismus: Er stellt die beiden Chemikalien Hydrochinon und Wasserstoffperoxid getrennt voneinander in seinem Körper her, spritzt sie dann bei Annäherung eines Feindes in eine Explosionskammer im Hinterleib, wo sie sich durch Zugabe reaktionsbeschleunigender Enzyme zu einer heftigen chemischen Reaktion führen. In der Folge wird ein heißes, ätzendes Gasgemisch mit hohem Druck ausgestoßen.

Für Bioniker ist interessant, dass dieser Schub nicht kontinuierlich, sondern in Form von schnell aufeinanderfolgenden Pulsen erzeugt wird. Genau nach diesem Prinzip soll auch der PulCheR-Antrieb funktionieren: Zwei Treibstoffe, die hypergol sind, also bei Kontakt selbst zünden, werden unter niedrigem Druck in die Brennkammer befördert. Dort beginnt das Gemisch mit Hilfe eines Katalysators zu brennen. Dadurch, dass Druck und Temperatur steigen, wird ein kurzer Schubimpuls erzeugt. Ist dieser abgeklungen und der Druck sinkt, fließt neuer Treibstoff aus dem Reservoir nach und der Prozess beginnt von neuem. 

... und möglichst auch noch umweltfreundlich

Eine andere Variante, die ebenfalls getestet werden soll, wäre ein Monopropellant-Antrieb, der mit nur einem Treibstoff arbeitet und als Katalysator ein festes Metallgranulat nutzt, das den Zerfall der Treibstoffkomponente auslöst.

In beiden Fällen erhoffen sich die Forscher, aufgrund des Puls-Prinzips zu einem zwar diskontinuierlich, aber hochfrequent arbeitenden Antriebssystem zu kommen. Zudem sollen für den Antrieb nur Treibstoffe verwendet werden, die als "green propellants" eingestuft und damit deutlich weniger toxisch und viel einfacher zu handhaben sind als das heute bei Raumsonden und Satelliten verwendete Hydrazin. (red, derStandard.at, 23. 1. 2013)


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ZARM

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Wie schafft es der Käfer dem hohen Druck zu widerstehen? Das ganze schaut recht kontrolliert aus. Sinds die vielen Beinchen die den Druck ablenken?

Furzbomber ;-) LOL

BUUUUGS!!!

Erinnert mich irgendwe an Starship Troopers.
;)

dann kann ich Ihnen nur empfehlen, den Artikel zu lesen ...

Starship Troopers ist ein Wahnsinnsfilm

absolute Satire.

zum Vergleich der eine Ex Soldat ohne Beine: "Die mobile Infanterie hat mich zu dem gemacht was ich bin"

Ich war mir nicht so ganz sicher bei dem Film.

:)

Mir kam aber vor er funktionierte auch eindimensional ganz gut. Ob das wirklich Satire war?

heinlein, der autor der buchvorlage war selbst soldat, sein werk als satire auf die propagandamaschinerie des krieges zu verstehen.

ganz sicher sogar

die Fortsetzungen sind aber niveaulos
aber irgendwie trotzdem ganz witzig zum ansehen

Einfach zu 'over the top'. Kinder die kreischend Bugs zertreten. Neil Patrick Harris im Ledermantel. Eine totalitäre Militärdiktatur mit Zuckerguss und Unisex-Duschen. Das geniale an dem Film ist, man kann ihn so oder so sehen. Wobei mir die Variante Satire besser gefällt. Do you want to know more?

ja, ist jetzt als Zeichentrickserie sogar im Fernsehen.

Der Film war so was fehlerhaft und abartig - den musste ich mir mehrmals ansehen :D

PS: Im Buch kommt das feeling besser rüber

Der erste Teil war absolut krank und selbstsatirisch. Aber ich fand ihn trotzdem gut, den musste ich mir auch mehrmals ansehen.
Der zweite Teil ist .....
Den dritten Teil kenne ich noch nicht.

Zwei war schrecklich.. *würg*

Drei war eigentlich garnicht so schlecht.

Der vierer (animated) hat mir auch nicht gefallen.

Den ersten Teil konnte man mit Mühe noch als Satire verstehen, die anderen ließen weniger Zweifel offen.

ich frage mich, wie sich dieser käfer evolutionstechnisch entwickelt hat, ohne andauernd zu explodieren...

Die, die nicht explodiert sind haben Kinderlein bekommen. Die anderen eher nicht.

Klingt nach Monty-Python-Evolution.

"Er stellt die beiden Chemikalien Hydrochinon und Wasserstoffperoxid getrennt voneinander in seinem Körper her"

Sind die Opfer des Bombardierkäfers danach alle BLOND?
(C:

Erinnert mich an eine alte (ca. 1963) Erfindung von Daniel Düsentrieb, das Niesen als Energiequelle für einen Fahrzeugantrieb (wenn ich mich richtig erinnere) zu nutzen. Ist mir damals äusserst plausibel vorgekommen.

der beste realisierbare antrieb für raumschiffe ist doch eh ein pulsantrieb

und zwar ein nuklearer
http://de.wikipedia.org/wiki/Nukl... ulsantrieb
und genau deshalb darf man den auch nicht verwenden.

"nukular"

das Wort heißt "nukular"

"Weltraum-Pülcher"

das österr. Remake von "Firefly"

Und was ist, wenn der Käfer Verstopfung hat?

Dann wird er INNEN BLOND!

(C:

... geht der Schuss nach hinten los ;)P

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