Handel sucht heuer weniger neue Standorte

23. Jänner 2013, 15:04
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Laut Standortberater RegioPlan könnte vielerorts der Umsatz von der Frequenz als Basis für die Miete abgelöst werden - "Popup-Stores" im Trend

Der heimische Handel sucht heuer weniger neue Standorte als zuletzt, und auch die Zahl der Standorte dürfte heuer wieder leicht zurückgehen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Standortberaters RegioPlan Consulting hervor.

Weniger Standorte

Demnach sind derzeit 450 Einzelhändler auf der Suche nach rund 1.500 neuen Standorten in Österreich. Expansivste Branche ist und bleibt der Bekleidungshandel, der 450 Standorte sucht, gefolgt vom Lebensmittelhandel mit 150 und dem Gastronomiesektor mit 120 gesuchten Standorten. Nicht alle dieser Pläne würden realisiert, aber die Umfrage spiegle die Stimmung in der Branche wider, erklärt RegioPlan-Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi.

Die Gesamtzahl der bestehenden Standorte erreichte im Jahr 2010 ihren bisherigen Höhepunkt mit 24.180. Seither ging sie wieder leicht zurück; 2011 waren es 24.050, 2012 nur noch 23.110. In ihrer Prognose für heuer kommt Bomba-Wilhelmi auf runde 23.000.

Optimierungsprozess im Gang

Im Rekordjahr 2010 wurden bisher allerdings auch die wenigsten neuen Standorte gesucht, nämlich nur 4,8 Prozent aller Standorte. In den Jahren davor waren es jeweils zwischen sieben und zehn Prozent, seit 2011 liegt der Anteil beständig unter sieben Prozent.

Um zu wachsen müsse ein Händler aber nicht immer nur neue stationäre Geschäfte eröffnen, betont Bomba-Wilhelmi. Es könnten auch Geschäfte erweitert, schlechte aufgegeben oder der Onlinehandel gestärkt werden. Der Rückgang der Zahl der bestehenden Standorte sei auch Ausdruck eines gewissen Optimierungsprozesses. "Ein Expansionsmanager ist heute mehr denn je ein Asset-Manager." Die Rentabilität einer jeden Filiale sowie die Alternativen, ob stationär oder online, müssen genau geprüft werden.

Mieten-Berechnung: Frequenz statt Umsatz

Aus der Sicht von RegioPlan gerät auch die reine Umsatzmiete unter Druck, also die Berechnung der Miete anhand des Umsatzes des betreffenden gewerblichen Mieters. Künftig könnte sich der Faktor Frequenz als Kalkulationsbasis durchsetzen, erklärt Bomba-Wilhelmi. "In manchen Branchen laufen schon jetzt 20 Prozent der Umsätze über einen Online-Handel. Deshalb könnten sich künftig Vermieter von Handelsflächen unter Umständen nicht mehr mit einer - rückläufigen - Umsatzmiete zufriedengeben."

"Popup-Stores" als Trend

Absolut "trendy" seien derzeit sogenannte "Popup-Stores", also temporäre Geschäfte von Markenartiklern oder No-Name-Labels an meist unerwarteten Standorten wie Hotels, leerstehenden Fabriken oder in Nebenstraßen. Diese seien bei Konsumenten sehr beliebt, sagt Bomba-Wilhelmi. "Der Handel sucht sich neue Plätze. Früher gab es nur das Kaufhaus, heute kann ein Händler zwischen Shopping Centern, Fachmarkt-zentren, Factory Outlet Centern, Power Centern, Einkaufsstraßen, Online-handel, Popup-Stores, etc. auswählen." (red, derStandard.at, 23.1.2013)

Hinweis

Die Studie "Wer expandiert in Österreich - Ausgabe 2013" ist zum Preis von 340 Euro (zzgl. MwSt.) bei RegioPlan erhältlich.

  • 23.000 Einzelhandels-Standorte zählt RegioPlan aktuell in Österreich (Bild: Lentia City in Linz).
    foto: putschögl

    23.000 Einzelhandels-Standorte zählt RegioPlan aktuell in Österreich (Bild: Lentia City in Linz).

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