Pottwale adoptieren missgebildeten Delfin

23. Jänner 2013, 15:25

Forscher sichten eine ungewöhnliche Lebensgemeinschaft nahe den Azoren

Berlin - Auf eine ungewöhnliche Lebensgemeinschaft sind Forscher bei einer Expedition in den Atlantik gestoßen: Eine Schule von Pottwalen, der sich ein Großer Tümmler (Tursiops truncatus) angeschlossen hatte. Noch dazu einer mit einer starken körperlichen Missbildung - die Wirbelsäule des Delfins war S-förmig verkrümmt.

Die Forscher um Alexander Wilson und Jens Krause vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei waren 2011 zu den Azoren aufgebrochen, um Pottwale zu studieren. Bei einer Walschule sichteten sie dann den - aufgrund seiner Missbildung unverwechselbaren - Delfin. Dieser hielt sich zumindest über acht Tage bei seinen entfernten Verwandten auf und suchte immer wieder körperlichen Kontakt (Fotos davon finden sie über den untenstehenden Link). Manchmal wurde seine Zuneigung auch erwidert, auf jeden Fall aber tolerierten die Meeresriesen seine Anwesenheit.

Viele Vermutungen, keine Gewissheit

Die Forscher vermuten, dass der Tümmler wegen seiner Missbildung von seiner Familie ausgeschlossen worden war. Entweder hatte er deshalb einen sehr niedrigen Status in seiner Gruppe, oder er konnte mit seinen Artgenossen einfach nicht mithalten. Bei den langsameren Pottwalen hatte er zumindest dieses Problem nicht.

Was die Pottwale dazu veranlasste, den Delfin als Begleiter zu akzeptieren, ist unklar. In ihrer Lebensweise überschneiden sich die beiden Spezies wenig: Während Tümmler sich von kleinen Fischen ernähren und sich gerne in flachem Wasser aufhalten, tauchen Pottwale auf der Jagd nach Kopffüßern in die Tiefsee ab. Die Walforscherin Mónica Almeida e Silva von der Universität der Azoren weist in "Science Now" darauf hin, dass Delfine Pottwalen sonst sogar eher lästig wären, weil sie die Walkälber gerne durchs Wasser scheuchen.

Der missgebildete Delfin fand trotzdem zeitweise Anschluss - wie dauerhaft die "Adoption" ist, konnten die Forscher allerdings nicht sagen. Ohnehin solle derartiges Verhalten nicht von einer menschlichen Sichtweise aus überinterpretiert werden, meint der Biologe Luke Rendell von der britischen Universität St. Andrews. Und fügt nichtsdestotrotz hinzu: "Vielleicht denken sie bloß: Wow, ist das ein seltsames Kalb." (red, derStandard.at, 23. 1. 2013)

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Vermute, Pottwale ziehen, ähnlich Schiffen und Booten, kleine Fische an (Schmarotzerfische etc.), die der behinderte Tümmler leichter fangen kann. Da der Tümmler wesentlich schneller schwimmen und navigieren kann, ist es auch nicht die Frage, ob ihn die Pottwale akzeptieren, sondern ob er ihnen folgen oder unter seinesgleichen leben will.

Mein Gott - soziales Verhalten!

Der Mensch ist ein geborener Minderwertigkeitskomplexler und die relaxten Pottwale sind's wahrscheinlich nicht.

mein Firmenrechner sperrt mir die Website mit dem Hinweis "pornographischer Inhalt" ... wegen "Sperm Whale" ...XP

ich bin von einem elefanten adoptiert worden....

und tut es weh;-))

Und zwar dem Elefanten ...?

Der Deplhin genießt den Schutz der Wale, die Wale können den angeborenen Drang zur Neugier befriedigen, beide kommen sich mit der Nahrungspräferenz nicht in die Quere.

Scheint eine simple, wenn auch relativ ungewöhnliche Art der Symbiose zu sein.

vielleicht paart sich der cripple-delfin dann mit einer pottwalin

und es gibt eine neue spezies

so funktioniert das doch, oder?

http://www.youtube.com/watch?v=dol1_qhJIcs

der Mensch würd sich immer gern als einzigartig darstellen. In der modernen Biologie zeigt sich halt, dass der Mensch nicht so einzigartig ist. Dass Tiere zu Empathie fähig sind ist schon mehrfach beobachtet worden, auch dass es immer wieder zu verschiedensten auch Artübergreifenden Kooperationen kommt; dass noch in den 80-er und 90-er auf den Universitäten gelehrte Bild, dass sich die Symbiose allein vom Parasitismus ableitet, ist meines Erachtens zu widerlegen, wenn dies sehr wohl natürlich entwicklungsgeschichtlich auch vorgekommen sein mag. Aber in einem Punkt muss man der Forscherin recht geben, man darf auch nicht in die Naivität verfallen und menschliche Begrifflichkeiten 1:1 auf andere Spezies zu übertragen.

Gibt es "Mitgefühl" unter marinen Säugetieren?

Das wäre mal eine interessante Frage.

sicher mehr als unter den unnötigen Säugetieren (= Mensch)

"Vielleicht denken sie bloß: Wow, ist das ein seltsames Kalb."

vielleicht denken sie aber auch: "das ist ein armer delfin".

vielleicht denken sie aber auch gar nichts

sehen sie

genau das glaube ich nicht.

Wie kommen Pottwale zu ihrem englischen Namen "Sperm whale"???

"Ursprünglich ging man davon aus, dass Walrat das Sperma des Pottwals sei."
Pottwale, die Hirnwixer im Tierreich.

wollen sie das wirklich wissen?

wegen des spermaceti-organs.

Wie süss, und traurig zugleich!

Sind nicht alle Delfine missgebildet?

sie spielen wohl auf die theorie an dass alle delfine bloss homosexuelle haie sind

diese ist aus biologischer sicht aber nicht haltbar

eher ungebildet.

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