Frühes Sonnensystem: Asteroidenbillard mit ungleichen "Kugeln"

23. Jänner 2013, 18:23
  • DAWN-Aufnahme des Asteroiden Vesta, ergänzt um einen hypothetischen Blick in das dynamische Innere eines vergleichbaren Asteroiden etwa 50 Millionen Jahre nach dessen Bildung.
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    foto: nasa/jpl-caltech/dlr/goethe-universität/eth

    DAWN-Aufnahme des Asteroiden Vesta, ergänzt um einen hypothetischen Blick in das dynamische Innere eines vergleichbaren Asteroiden etwa 50 Millionen Jahre nach dessen Bildung.

Auswertung von Daten über Vesta weist auf langanhaltende dynamische Prozesse im Inneren großer Asteroiden hin

Frankfurt - Von neuen Erkenntnissen über die Frühzeit des Sonnensystems berichtet die Goethe-Universität in Frankfurt am Main: Sie schließen aus ihren Untersuchungen des Asteroiden Vesta auf ein "ungleiches Asteroidenbillard", das in der Frühzeit des Sonnensystems die Bildung der Erde und der anderen Planeten beeinflusst haben könnte. Ihre Studie wurde im Fachmagazin "Nature Geoscience" veröffentlicht.

"Wenn man an Asteroiden denkt, drängt sich die Vorstellung riesiger, grauer, kalter und kartoffelförmiger Gesteinsmassen auf, die die Zivilisation auf der Erde bedrohen und hin und wieder tatsächlich mit anderen Himmelsobjekten zusammenstoßen", sagt Frank Brenker vom Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität. Tatsächlich dürften sich im Inneren von Asteroiden über einen überraschend langen Zeitraum hinweg - vielleicht bis zu hundert Millionen Jahre - dynamische Prozesse abgespielt haben. Ausgelöst wurden sie durch schwere, weitgehend verfestigte Gesteinsmassen, die in einen Brei aus Schmelze und Kristallen abtauchten.

Gesteinsuntersuchung

Die Frankfurter Forschergruppe untersuchte Tiefengestein des Asteroiden Vesta, des zweitgrößten Asteroiden unseres Sonnensystems mit einem Durchmesser von etwa 516 Kilometern. Mit Messungen der kristallographischen Orientierung von Mineralen mit einem Elektronenmikroskop konnten sie nachweisen, dass es starke Verformungen der bereits weitgehend verfestigten Gesteine gegeben hat.

Berechnungen von Gregor Golabek von der ETH Zürich halfen schließlich, das unerwartete Ergebnis in ein geodynamisches Konzept einzubinden. War man zuvor von einem einfachen Erstarrungsprozess im Inneren eines Asteroiden ausgegangen, so erhält das Bild nun eine dynamische Komponente, die einen unerwartet schnellen chemischen und strukturellen Umbau ermöglicht.

Die nachgewiesenen Umwälzvorgänge fügen nicht nur unserem Bild von Vesta-ähnlichen Asteroiden im frühen Sonnensystem eine neue Facette hinzu. Auch die Bildung von Planeten könnte den Forschern zufolge durch Kollisionen mit solcherart "dynamischen, heißen Kugeln" erheblich beeinflusst worden sein. (red, derStandard.at, 23. 1. 2013)

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"...beeinflusst haben könnte."

Und schon wieder weiß keiner wirklich etwas
und glaubt seine feuchten träume und fantasien
in einer Studie veröffentlichen zu müssen.

Und schon wieder einer

der keine Ahnung von wissenschaftlichem Schreiben hat, aber trotzdem seinen Senf dazugeben muß.

bitte halten sie die zukünftigen Möglichkeiten die im Normalfall in der Conclusio im Paper in einem oder zwei Sätzen erwähnt werden und die eigentliche harte Erkenntnis die im Paper steht auseinander.

die Studie besagt, beschreibt, und beweist (ohne feuchte Träume), dass es in Asteroiden zu dynamischen, auch thermischen Prozessen kommt. Das war bis jetzt unbekannt, oder zumindest umstritten.

Die zukünftigen Möglichkeiten können natürlich beinhalten dass unsere Modelle für die Entstehung des Sonnensystems angepasst werden müssen, dazu gibts aber noch keine weiterführende Untersuchung.

Dass sie es vielleicht nicht interessant finden dass sich auch in Asteroiden dynamische Prozesse abgespielt haben, kann sein, ich finds interessant.

schön reden, etwas ausdenken und alles mögliche
beschreiben kann jeder aber wissen können sie es
einfach nicht, das ist fakt.
Alles andere sind vermutungen weil sonst hätten
sie das wort "könnte" weggelassen.
Das du immer alles glaubst was die vorträumen ist
nicht mein Problem. :)

natürlich steht da könnte, die entstehung des sonnensystems war nicht thema der untersuchung, also kann über die auswirkungen keine aussage getroffen werden.

sie können (noch) nicht sagen ob diese Erkenntnis eine Auswirkung auf unser Modell der Entstehung des Sonnensystems hat.

Das macht aber die Erkenntnis die sie hatten nicht weniger wahr! (nur weil ihre Implikationen noch nicht bekannt sind)

Die Wissenschaft arbeitet seit Jahrhunderten daran, immer neue Theorien über Aufbau und Wirkungsweise der Welt aufzustellen - sagen aber auch IMMER dazu, mit welchen Messungen man beweisen könnte, dass die jeweilige Theorie unrichtig wäre.

Dynamische thermische Prozesse wären AFAIK etwas völlig anderes als die bisherige Lehrmeinung, dass da im Wesentlichen dreckige Schneebälle aufeinander knallen und verklumpen.

Vermutlich wird man nun Rückschlüsse zB auf die Art und Anordnung der eingelagerten Mineralien treffen, oder überlegen, ob und ab welcher Masse sich schwere Materialien in der Mitte ansammeln (können).

und was könnens sich als

notwendige anpassung "unserer Modelle für die Entstehung des Sonnensystems" vorstellen?

ob jetzt ein "einfach" oder "dynamisch" erstarrter oder erstarrender asteroid wo einschlägt, sollte für meine begrenzte fantasie ziemlich wurscht sein

wissen sie mehr?

Der Unterschied liegt wohl darin, daß eine "dynamische" Abkühlung zeitlich anders verläuft, als eine "statische" und daß sich damit auch die Eigenschaften einer Kollision zweier Planetesimale verändern. Es macht einen Unterschied ob die Körper noch einen heißen, weitgehend "weichen" Mantel haben oder ob der Mantel bereits erstarrt ist.

und das hängt wesentlich davon ab,

ob das ding "einfach" (was ist das überhaupt?) oder "dynamisch" erstarrt ist?

und nicht etwa von zeitpunkt der bildung, größe usw.?

mag ja alles sein, aber mich ärgerts immer ein wenig, wenn in solchen meldungen nur andeutungen stehen und man sich das wesentliche dazudenken oder sonstwo hersuchen muß

Sie können das paper lesen, da steht mehr drinnen.

dafür dass der standard hier unvollständige Infos präsentiert von einem Laien abdruckt kann ja der wissenschaftliche Autor nix.

und das hilft sehr bei unserem Verständnis wie sich eigentlich Asteroiden bilden, wie sie wachsen, und was in ihrem Inneren vorgeht. vielleicht werden wir nämlich mal auf ihnen abbauen (es gibt schon 2 Unternehmen die für 2030 den ersten kommerziellen Asteroidenabbau planen).

also zu sagen das hätte keinerlei Relevanz ist Unfug

hab ich was zum wissenschaftlichen autor gesagt?

ich bezieh mich natürlich auf die standard-meldung

ich hab auch nicht gesagt, das ganze hätte keine relevanz

wofür und warum es aber relevant sein soll, steht in dem standard-artikel aber eben nicht, und schon gar nichts über irgendwelche abbauwürdigkeiten

das ist nicht im geringsten "wurscht"...

... es haengt naemlich davon ab, wieviele dieser koerper bzw. ab welcher groesse sie ausdifferenziert sind... heisst dass sie weitgehend und lang genug durchgeschmolzen waren, dass die gravitation dafuer gesorgt hat dass sich shwere kerne und leichte krusten bilden. schlaue kinder ab ca 9, 10 jahren fragen sich manchmal bereits, woher die eisenmeteoriten kommen... das ist die loesung. fuer die dynamik des fruehen sonnensystems spilt das natuerlich eine rolle

was hängt wovon und warum ab, sie experte?

benehmen Sie sich!

auf der entwicklungslinie von den planetesimalen bis zu den planeten werden diese zwischenstufen auf jeden fall durchlaufen. und auch wenn die diversen mechanismen der planetenbildung weit davon entfernt sind vollstaendig aufgeklaert zu sein , ist alleine daraus vollkomemn klar dass diese fragen fuer den prozess sehr relevant sind

ja, und welchen prozeß jetzt? welche zwischenstufen?

könnens auch mehr als irgendwelche begriffe relativ sinnfrei aneinanderreihen und sich dabei gut vorkommen?

sie erklären eben genau gar nix

rs ist ziemlich wurscht...

...wie gut dieser vorgang heute bekannt ist und noch belangloseer was ich Ihnen dazu erklaeren kann hinsichtlich dessen, was sie mittlerweile begriffen haben sollten: fuer die planetenentstehung *muss* die frage der aufgeschmolzenen kleinplaneten relevant sein, weil sie im fruehen sonnensystem haeufig waren. Damit ist ohne dem beduerfnis nach irgendwelchen nebenschauplaetzen bereits klar, dass ihr "zawos brauch ma den schas' poesterchen deplaziert war

aber inwiefern ist sie relevant?

das ist meine frage

und sie haben eben außer matschkern auch keine antwort

wissen sie mehr?

in vielleicht 10 jahren die frage noch einmal stellen, vielleicht gibts dann eine antwort

liebe(r) Pe Sa, sind Sie neu hier?

dann aergern Sie sich nicht... willkommen im kruger dunning land!

http://de.wikipedia.org/wiki/Dunn... ger-Effekt

wie sieht man einem stein an...

WANN er erhitzt wurde?

und sind beim billard jemals kugeln aus stein geschmolzen?

ich glaub wann er erhitzt wurde geht nicht, wann er abgekühlt ist geht schon.
http://en.wikipedia.org/wiki/Clos... emperature

abgesehn natürlich dass man ungleichmäßige abkühlung und konvektion auch an der form der strukturen und den errechneten drücken die zu unterschiedlicher innerer struktur führen nachweisen kann.

trauen sie den fachleuten ein bisschen mehr zu, sie und ich verstehn es vielleicht nicht (vollständig), aber diese Menschen wissen in der Regel von was sie reden, weil sie sich schon sehr lange damit beschäftigen.

lauter interessante Fragen ...
das Schöne für mich: es gibt Menschen, die sich diese Fragen schon lange vorher selbst gestellt haben und Methoden zum Nachschaun finden und die gewonnenen Daten rechnerisch in eine neue, für mich spannende Theorie integrieren können

is ok.

nochmal die frage stein billard ergibt mit kosmischer geschwindigkeit also nicht staub sondern glutpatzen?

das widerspricht meiner erfahrung...

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