Tödlicher Jagdunfall unter Alkoholeinfluss: Debatte um Verbot

Den 55-Jährigen erwartet laut Polizei eine Anzeige wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen

Mistelbach/Wien - Der Jäger, der am Samstag bei einer Treibjagd in Unterolberndorf (Bezirk Mistelbach) einen 21-Jährigen aus 15 Metern Entfernung tödlich getroffen hat, war laut Landeskriminalamt alkoholisiert, berichtete die APA am Dienstag. Medienberichten zufolge hatte er 0,46 Promille. Den 55-Jährigen erwartet laut Polizei eine Anzeige wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. Der Jagdhelfer ist laut Obduktionsergebnis innerlich verblutet; der Schusskanal ging quer durch den Körper.

Der tragische Zwischenfall folgt auf eine Jagdunfallserie mit Verletzten, von denen mehrere in Niederösterreich passierten, wo derzeit intensiv Wildschweine gejagt werden. Landesjägermeister Josef Pröll sagte dem Standard, er wolle die Sicherheit durch mehr Schießübungen erhöhen.

Die Forderung des Österreichischen Tierschutzvereins nach psychologischen Tests und nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Null-Promille-Grenze lehnt Peter Lebersorger, Geschäftsführer des niederösterreichischen Landesjagdverbands, ab. Er ist auch Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände und sagt, alle Jagdverbände hätten ein Alkoholverbot - festgehalten in Regelungen ähnlich den Pistenregeln für Skifahrer.

Für niederösterreichische Jäger gilt: "Die Ausübung der Jagd im alkoholisierten Zustand ist verboten." Das steht in der Unfallverhütungsvorschrift des Jagdverbands - die allerdings nur eine Empfehlung ist. Auf die Frage, ob ein Verstoß Konsequenzen hat, sagt Lebersorger, wenn etwas passiere, werde der Richter den Alkoholisierungsgrad, und dass Regeln missachtet wurden, berücksichtigen. (spri/DER STANDARD, 23.1.2013)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 191
1 2 3 4 5
Alkoholverbot lächerlich

ich habe mich leider einmal von Arbeitskollegen überreden lassen, als Treiber bei so einer Jagd in NÖ teilzunehmen. Treffpunkt war 7 Uhr 30. Als wir ankamen wurde bereits an die Jagdgesellschaft, hauptsächlich bestehend aus Geschäftsleuten und Ärzten, fleißig Glühwein und Jagatee ausgeschenkt. Als es um 9 wirklich losging waren fast alle bereits richtig alkoholisiert. Ein schlecht geparkter VW-Bus stürzte mit samt den darin befindlichen Jagdhunden von einer Böschung und hätte uns Treiber fast erschlagen, wenn ihn nicht ein Baum aufgehalten hätte. Das ganze war ein Horror. Vom Leid der Tiere, die zum Teil schwer verletzt Minuten lang auf den Gnadenschuss warten mussten, weil die betrunkenen "Jäger" nicht ordentlich trafen ganz zu schweigen.

Verrückt

Jugendliche Kiffer, die höchstens sich selbst schädigen, will Mikl-Leitner mit Haartests kriminalisieren. Aber ÖVP-nahe Drogenkonsumenten dürfen im Rausch sogar in der Gegend herumballern.

die herrschende justiz ist eine justiz der herrschenden

Das sind Vitamine, keine Drogen!

was soll die diskussion überhaupt?

es sollte wohl klar sein das man nach dem konsum von alkohol besser sitzen bleiben sollte und von mir aus noch ein bier trinken als zur waffe zu greifen und durch die gegend zu spazieren.

Das man über sowas überhaupt diskutieren muss?!
Sollte doch selbstverständlich sein, dass wenn man meint eine Waffe in welchem Zusammenhang auch immer benützen zu müssen, man gefälligst "liacht" sein sollte!

"Landesjägermeister Josef Pröll sagte dem Standard, er wolle die Sicherheit durch mehr Schießübungen erhöhen."

und müssen bei den schießübungen alle bsoffen sein, so wie bei der richtigen jagd?

Welche Staatsbürgerschaft hatte der Täter?

debatte um verbot der jagd?

darauf heb' ich heute noch das eine oder andere krügerl.

(und ruf' dazwischen: "waidmanns end', jawohl, jawohl, jawohl!")

Die Gier ist ein Hund

wenn wir in Bahn, Bus Flugzeug sitzen wird sich keiner beim Fahrer/Pilot bedanken wenn der/die einen mit 0,5 Promille wohin fahren. Geht was schief, dann war´s es in den allermeisten Fällen für einen. Warum dann nicht Alkoholfreiheit bei Jagden einfordern? Auch danach ist das trinken zu hinterfragen, schließlich werden die meisten nicht in der Jagd wohnen sondern in ihr zuhause fahren müssen.

Btw:lt NÖN waren 13 Wildschweine geschossen. Das sind etwa eine Tonne Fell, Knochen, Fleisch. Der Jäger hat den Treiber aus 15 Meter Entfernung getroffen. 15Meter (das sind in der Stadt etwa 3 Autolängen). Das mit 0,5 Promille Alk im Blut und schußgeil, 13 abgeschossene Tiere haben nicht gereicht. Alkoholverbot; eine Jagd ist kein Kindergeburtstag!

Natürlich ist die Jagd

und vor allem eine Treibjagd kein Kindergeburtstag.

Unfälle wie der ggst. erschüttern immer wieder.

Allerdings muss man die Realtionen schon zurechtrücken und aufzeigen, dass fahrlässige Tötungen bei der Jagd äußerst selten bei uns sind.

Die letzte vor diesem Unfall war vor 8 Jahren. Das Risiko im Strassenverkehr durch Fremdverschulden getötet zu werden ist um ein Vielfaches höher als das bei der Jagd. Selbst Jäger sterben öfter durch Blitzschlag als durch die Hand eines Jagdkollegen.

Jagdgesetze bestehen im Prinzip ohnehin nur aus Ver-und Geboten, auf ein zusätzliches Alkoholverbot kommt es da auch nicht mehr an. Zusätzliche Alkohol- und Drogenverbote für weitere Bereiche verstehen sich dann aber von selbst.

das wird die Familie des Opfers sicher beruhigen.

Die letzte vor diesem Unfall war vor 8 Jahren

nun ja, da frage ich mich schon wo ein unfall bei ihnen anfängt.

erst vor wenigen wochen hat ein jäger ein pferd erschossen weil er es für ein wildschwein hielt!

wenn so etwas passiert frage ich mich immer in wie weit jäger sich an das erlernte beim jagdschein halten. soweit ich informiert bin (bin selbst kein jäger und ich wüsste auch nicht was passieren müsste das mir das töten eines tieres spaß macht) ist das ziel eines jägers das tier waidgerecht also möglichst schmerzlos zu töten. das setzt natürlich vorraus das die beute vorher idendifiziert wird und nicht blindlings in den busch geschossen wird sobald es in selbigem raschelt, denn andernfalls könnte es wohl kaum zu solchen unfällen kommen.

Ich habe oben

deutlich von tödlichen Unfällen geschrieben.

Ich verstehe schon, dass sie JägerInnen für die sorgfältigeren Menschen halten, was sie aus verschiedenen Gründen auch sind.

Aber auch wir sind nicht vor Fehlern gefeit. Die werden leider immer wieder vorkommen.

Und die kanapp 0,5 Promille waren nach der Einvernahme am Samstag

und noch nicht rückgerechnet auf den Zeitpunkt des Schusses. Bei einem Abbau von durchschnittlich 0,1 - 0,15 Promille pro Stunde und einer Einvernahme, die mehrere Stunden später erfolgte, sollte die Alkoholverbotdiskussion bei Jagden nicht so salopp mit Statistiken weggeschrieben werden.

Waren sie bei den

Erhebungen dabei?

Was man so gehört hat waren die 0,46 %o der Alkoholsierungsgrad zum Tatzeitpunkt, was aber die Sache naürlich nicht besser macht.

Die letzte vor diesem Unfall war vor 8 Jahren

Das stimmt so sicher nicht. Ich kann mich erinnern, dass vor nicht allzu langer Zeit ein Soldat an-/erschossen wurde

Dieser Unfall in

Pinkafeld war im Sept. 2002, also vor über 10 jahren.

Ja. es gibt auch

Jagdunfälle die Gott sei Dank nicht tödlich enden und
wie der 2. Fall zeigt sogar mit leichten Verletzungen abgehen.

? und trotzdem passieren jagdunfälle - auch wenn sie zum glück und durch zufall nicht tödlich enden

wenn jemand alkohlisiert einen autounfall verursacht und niemanden dabei ums leben kommt - es ist trotzdem fahrlässig.

was ist so schlimm dran, wenn jäger nüchtern auf die jagd gehen?

Dass Jäger auf der Jagd

nüchtern sind ist klarerweise der Normalfall.

Das gegenteilige Vorurteil der Jäger-Basher vom Stamme der Bobos ist eben ein Vorurteil und kein Faktum.

Diese Statistik glaube ich nicht.

Die Anzahl der Straßenverkehrsteilnehmer im Verhältnis zur Zahl der Jagdteilnehmer spricht eine andere Sprache. Und der letzte derartige Vorfall war mitnichten vor 8 Jahren, sondern ca eine Woche vorher. Dass dieser Betroffene noch lebt, ist reiner Zufall, nur von ein paar Millimetern Danebentreffen abhängig.

Sie müssen nichts glauben

auch wenn es Fakten betrifft, die ber trotzdem Fakten bleiben.

In den letzten 8 Jahren gab es mindestens 6.000!!!
Tote im Straßenverkehr und die Relation Jäger (120.000) und Verkehrsteilnehmer ( 8 Mio) beträgt maximal 1:80.

Wäre die Jagd demnach so gefährlich wie der Straßenverkehr hätte es in dem Zeitraum mindestens 80 Todesfälle auf der Jagd durch Fremdverschulden geben müssen.

Posting 1 bis 25 von 191
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.