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Auch unter den Unternehmensberatern gebe es schwarze Schafe. Ihre Anzahl aber sei gering.
Unternehmensberater werden gefürchtet, geliebt, beneidet und verachtet. Je nachdem von welcher Seite aus man sie betrachtet. Sie verdienen angeblich Unsummen, haben die unterschiedlichsten Ausbildungen, die sie als Berater qualifizieren, rationalisieren Arbeitskräfte einfach weg, sanieren auf der anderen Seite aber auch Firmen und sind der Anker, der eine langfristige Finanzierung durch eine Bank erst möglich macht.
Genau da liegt oft der Hase im Pfeffer, meint der Grazer Steuerberater Andreas Wallner. "Wird ein Unternehmensberater firmenextern verpflichtet – etwa durch eine Bank, weil von der Beratung die Finanzierung abhängig ist – gilt es kritisch zu sein. Dann kann man die Erfahrung, die ein Unternehmensberater aus anderen Unternehmen mitbringt, auch gewinnbringend für sich nutzen."
Erkennt man selbst, dass man eine Unternehmensberatung braucht, rät Andreas Wallner dazu, vorab das Honorar und die Leistung der Beratung sehr genau zu definieren. In die gleiche Kerbe schlägt auch Robert Bodenstein, Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung & IT in der Wirtschaftskammer Wien: "Am Beginn einer guten Beratung steht ein klar strukturierter Plan", aus dem man ablesen kann, wie ein Auftrag Schritt für Schritt erledigt wird.
"Wenn der Auftrag lautet, ein Projekt abzuwickeln", erklärt Robert Bodenstein, "dann ist das auch die Arbeit, die ein Unternehmensberater leisten kann. Was er nicht kann, ist zu sagen: 'Am Ende haben Sie eine Million mehr Gewinn'." Ein guter Unternehmensberater übernimmt die Verantwortung für ein Projekt und begleitet es. "Unternehmensberater können aber keine Wunder leisten", sagt Robert Bodenstein, denn gesund werden müssen die Unternehmen schon selbst.
Einen verpflichtenden Ehrenkodex wie beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) gibt es in Österreich nicht. Das liegt unter anderem an der Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer, während etwa der BDU ein Verein ist. Dennoch sollten sich österreichische Unternehmensberater an Berufsgrundsätze und Standesregeln, wie etwa von der Wirtschaftskammer verfasst, halten. In der Regel gelten Unabhängigkeit, Objektivität, Kompetenz, Vertraulichkeit und Sorgfaltspflicht als die Grundsätze eines fähigen Unternehmensberaters. Ein ähnliches Regelwerk wurde auch EU-weit ausgearbeitet. Es handelt sich um "eine Art Ethikkodex, in dem die Vorgehensweise eines Management-Consulters angeführt ist", erklärt Robert Bodenstein, "Und zu diesem sollte sich ein Beratungsunternehmen ebenfalls freiwillig bekennen."
Noch weiter in seiner Definition geht der Unternehmensberater Walter Wirl. Für ihn macht einen guten Unternehmensberater aus, dass er auch "für den Unternehmer da ist, nicht nur für das Unternehmen" – wenn es nicht gerade um Konzerne geht – , dass er "Methoden-Kompetenz hat", wie die richtigen Fragetechniken oder eine fundierte Strategieplanung, "eine gute Auftragsklärung macht, den blinden Fleck des Kunden erkennt und neue Sichtweisen in die Arbeit einbringt und zudem einen gangbaren Weg findet". Denn nicht immer ist der richtige Weg auch der beste, sondern mitunter kann es auch der Weg sein, "der für den Unternehmer als Person am besten umsetzbar ist".
Da sich seriöse Unternehmensberater an das österreichische Regelwerk halten, ist Robert Bodenstein davon überzeugt, dass die meisten Unternehmensberater eine sehr gute Arbeit machen. Auch wenn es schwarze Schafe unter den Unternehmensberatern gibt – wie Ärzte, die rauchen –, erklärt Robert Bodenstein, sei die Anzahl der schlechten Unternehmensberater gering. "Was hier in den Medien herumgeistert, sind lediglich Personen, die sich als Berater bezeichnen, aber keine Unternehmensberater", sagt Robert Bodenstein in Bezug auf "Millionenhonorare, die nichts wert sind". "Leider werden wir oft in einem Atemzug genannt", bedauert Robert Bodenstein und springt sofort für seine Branche in die Presche: "Wir sind über 15.000 Unternehmensberater in Österreich", und rund 1.000 Unternehmensberater kommen pro Jahr dazu. "Die Branche würde nicht wachsen und die Unternehmensberater hätten keine Existenzberechtigung, würden sie keinen guten Job machen. Sie helfen Unternehmen, und sie helfen ihnen zu wachsen."
Robert Bodenstein kann diesen guten Job natürlich auch mit Zahlen belegen: "Wir haben vor einiger Zeit eine Umfrage gemacht, in der die Kunden den Unternehmensberatern eine Zufriedenheitsnote von 1,4 ausstellen." Zugrunde liegt das Schulnoten-System. Waren Kunden unzufrieden, lag das meist daran, dass die zu erwartenden Beratungsergebnisse zu wage definiert waren und der Kunde am Ende nicht klar beurteilen konnte, ob er auch das bekommen hat, was er bezahlt hat. "Weiche Segmente", nennt Robert Bodenstein diese Beratungsbereiche. "Wenn ein Unternehmensberater die Kostenrechnung einführt, dann ist am Ende die Kostenrechnung da." Führt man aber eine Strategie ein, dann fällt es dem Kunden oft schwer abzuschätzen, ob diese nun gut oder gar besser ist, als es sowieso gelaufen wäre.
Was auch zu einer Unzufriedenheit führt, erkennt Andreas Wallner in seinem Arbeitsalltag als Steuerberater, ist, dass die Kunden ohnedies häufig wissen, was im Unternehmen falsch rennt. "In der Firma selbst wissen die Mitarbeiter oft genau, wo es hakt, werden aber nicht gehört. Erst wenn jemand von außen kommt und den gleichen Sachverhalt aufdeckt, wird er angegangen." Das mag im ersten Augenblick frustrierend sein, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht erkannt hat, aber, meint Andreas Wallner, "ein Unternehmensberater bringt mehr mit als die externe Sichtweise. Er hat im Idealfall auch in anderen, ähnlichen Unternehmen, Erfahrung gesammelt, die er nun einbringen kann." Darum rät Andreas Wallner unbedingt dazu, auch die Referenzliste und die Erfolge eines Unternehmensberaters zu durchleuchten, bevor man ihn engagiert. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 29.1.2013)
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Bla bla für viel Kohle und ohne jegliche Haftung. Für den Unternehmer "sozial" gut, er kann die Schuld ja dem Berater geben ...
Ein Berater der nicht selbst ein erfolgreiches Unternehmen führt, oder geführt hat, ist unbrauchbar.
Die sog. Coaches im Sport waren zuvor auch mal selbst erfolgreiche Profis, sonst würde sie keiner nehmen, ausser welche die nicht weit denken können...
Würden sie einen Berater für einen rennfahrer nehemn, der selbst 3 Unfälle gebaut hat und nie ans ziel gekommen ist ???
man sollte sich genau ansehen, von wem man sich beraten lässt.
Dazusagen sollte man auch, dass Herr Bodenstein neben seiner Tätigkeit in WKO/Wirtschaftsbund meines Wissens selbst Unternehmensberater ist und dass die WKO die Unternehmensberater stark fördert.
Ich persönlich rate jedem dringend, insbesondere Unternehmensbewertungen ausnahmslos nur von einem (erfahrenen!) Steuerberater machen zu lassen, ausschließlich das ist der Beruf, der die entsprechende Ausbildung (und Berufserfahrung) dafür hat.
Ich bin nebenbei bemerkt keine Steuerberaterin, habe also nichts von meinem Rat, sondern erwähne dies angesichts der oft schlimmen Erfahrungen, die ich bei Kunden mitverfolgt habe.
Ich glaube, Sie missverstehen da etwas Grundlegendes - Steuerberater können eine USt Erklärung ausfüllen und bei der Buchhaltung helfen, aber haben bei Gott nicht die Ausbildung, Erfahrung und meist auch nicht das Persoenlichkeitsprofil, um komplexe Veränderungsprozesse anzustossen. Ich hab auch noch keinen gesehen, der wirklich strategisch und kreativ war...
Das Schafbild hat schon eine gewissen Berechtigung... http://www.kmuinnovation.com/humor/unt... erater.htm
.... ist gut (da wahr!?) ...
bin halt selber ein Berater .... eigentlich hätte ich nicht den Artikel nicht nur kritisieren sollen, sondern auch VV (Verbesserungsvorschläge) machen sollen.
Aber da hätte ich dann meine USP verraten (ach, ich bin schon sehr eingebildet :-) )
... über die Sinne. Und da gehören, nach den Ohren halt auch die Augen dazu. Die Wahrnehmung durch die Sinne führt über in eine (komplexe) Umsetzung und Interpretation der Information.
So gesehen bin ich auch wegen der Bilder hier, nicht nur. Oder schaffen Sie es, bei der Informationsaufnahme "Bilder" (Text ist ja auch nur ein Bild) auszublenden?
Sicher nicht.
Ja und ansonsten: Grenzwertiges Posting (Ihres, meine ich :-) )
... auf dem markt, die ein bzw ihr unternehmen in den sand gesetzt haben und/oder geschasste loser-typen, um sich fortan als "unternehmensberater" zu verdingen. da fragt man sich schon, was diese dafür qualifizieren sollte....
auch die Erfahrung den Konkurs, die Insolvenz oder die Abwicklung eines Unternehmens ist etwas, was ein guter Unternehmensberater in seine Tätigkeit einbringen kann.
Ein Unternehmensberater muss kein guter Unternehmer sein, sonst wäre er ja selber Unternehmer und nicht Berater...
Wo genau ist das Problem? Das sind Erfahrungswerte, auf die man zurückgreifen kann. Leute wie Sie lernen anscheinend immer nur aus eigenen Fehlern. Aber ja, solche brauchen auch keine Unternehmensberater. Danke, ich gehöre zu denjenigen, die nicht jede Erfahrung selbst gemacht haben müssen, um darauf zu lernen...
Und: Dass ein Unternehmen in Konkurs schlittert, muss nicht mal auf die Unfähigkeit des Unternehmers zurückzuführen sein. Sehr oft sind es Zahlungsausfälle von anderen Kunden die das Unternehmen in den Ruin treiben...
Da Sie aber an Beratung keinen Bedarf haben, weil Sie anscheinend alles selbst zu wissen glauben, ist das aber auch egal...
Mir fällt dazu nur ein: Dummheit und Selbstüberschätzung...
Ich verstehe nicht, warum das Scheitern an und für sich in Österreich und Deutschland nicht als wichtige Erfahrung selbst gesehen werden kann.
Und ja, Sie brauchen auch noch bei der Insolvenz einen Unternehmensberater und es geht ja auch darum, die Anzeichen rechtzeitig zu erkennen, und das kann oftmals nur ein Betriebsfremder...
Mir ginge es aber eher darum, festzustellen, dass Ihre Bemerkung eher schwachsinnig war und nicht von besonders großer Intelligenz und Menschenkenntnis zeugt...
Wessen Bemerkungen da "eher schwachsinnig" sind möchte ich nicht näher hinterfragen...
Ein Konkurs mag menschlich "eine Erfahrung" sein (auf die ich gerne verzichten kann), es bedeutet aber auch, dass ich unvernünftig gewirtschaftet habe, und zwar unvernünftiger als jeder Maronibrater, der mit Gewinn arbeitet.
Aber Sie haben schon recht, heutzutage findet man unter den Unternehmensberatern (und auch unter den Leuten, die bezahlte Seminare im Wifi etc. abhalten) nicht wenige, die selbst alles in den Sand gesetzt haben.
Irgendwie muss man ja überleben, wenn man nicht selbst körperlich arbeiten möchte, gell...
Fragen Sie mal die vielen Unternehmer, die einen Konkurs mitmachen mussten: Der Grund war nicht, dass die fachlich nicht topp waren, größtenteils waren es andere Fehler: Probleme mit SVA, Steuern, Vertrauen,...
Dinge, die man im täglichen Betrieb oft mal übersieht.
Hier kann sich die Erfahrung desjenigen, der sowas schon mitgemacht hat, als sehr wertvoll erweisen, um das selber nicht durchmachen zu müssen.
Auch kann oft das fachspezifische Know-How wichtig sein, um sich die maßgeschneiderte Expertise ins Haus zu holen.
Und das alles hat nichts damit zu tun, ob der UB sein eigenes Unternehmen erfolgreich oder nicht erfolgreich geführt hatte...
wenn ich gescheitert bin und beim nächsten mal draus gelernt und bewiesen habe, wie es geht, dann ja. sich von jemandem beraten zu lassen, der nur weiß, wie scheitern geht, ist allerdings ein bissl erbärmlich, genau wie auch ihr posting. wie arm im geiste muss jemand sein, der dem anderen aufgrund anderer meinung/sichtweise/auffassung die intelligenz abspricht....
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