Streit um Abstimmungsverhalten der Jungen

22. Jänner 2013, 14:57
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Meinungsforschungsinstitut SORA sieht Mehrheit pro Berufhsheer, GFK Mehrheit pro Wehrpflicht - Beide Seiten verteidigen ihre Vorgangsweise

Nach der Volksbefragung über die Wehrpflicht sorgen divergierende Studien zum Abstimmungsverhalten der JungwählerInnen für Verwirrung. Während das Meinungsforschungsinstitut SORA bei den 16- bis 29-Jährigen auf einen Überhang von 63 Prozent pro Berufsheer kam, stimmten laut einer Umfrage von GFK 55 Prozent der Jungen pro Wehrpflicht. Was stimmt nun?

Laut SORA erklärt sich die Divergenz aus unterschiedlichen Befragungszeitpunkten. Während GFK die Daten zum Teil bereits lange vor der Volksbefragung erhoben habe, stammten die SORA-Daten aus den zwei Tagen vor der Volksbefragung bzw. vom Befragungstag selbst. Die "jüngsten Emotionalisierungskampagnen" und das knappe Entscheidungsverhalten der Jungen würden daher nur die SORA-Daten entsprechend wiedergegeben.

"Streit der Denkschulen"

Franz Sommer von der ARGE Wahlen, die mit GFK kooperierten, weist im Gespräch mit derStandard.at die Darstellung von SORA zurück. "Es handelt sich um einen Streit der Denkschulen. SORA hält die Zeitnähe für entscheidend, wir hatten jedoch stabiles Datenmaterial zur Verfügung." Man habe insgesamt knapp 6.000 GFK-Interviews von Ende November 2012 bis Mitte Jänner 2013 durchgeführt. Nach der Volksabstimmung sei nicht befragt worden, dies ändere aber nichts an der Aussagekraft der Daten.

Sommer: "Wenn sich über einen längeren Zeitraum hinweg ein demoskopisch erhobenes Datenbild kaum verändert, ist diese Vorgangsweise nicht nur vertretbar, sondern insbesondere bei Aussagen über relativ kleine Subgruppen, wie zum Beispiel die Altersgruppe unter 30 Jahre, sogar angezeigt." Die Beteiligungsabsichten für die Volksbefragung und die Präferenzen für Berufsheer/Wehrpflicht hätten sich – von kurzfristigen Zufallsschwankungen abgesehen – innerhalb der letzten acht Wochen nur unwesentlich verschoben. Der Anteil an "ganz sicheren" Teilnehmern sei von knapp unter 50 Prozent auf knapp über 50 Prozent gestiegen, der Abstand zwischen Wehrpflicht- und Berufsheer-Präferenten ging von 20-22 Prozent auf 18-20 Prozent zurück. (rasch, mas/derStandard.at, 22.1.2013)

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