Sigmund-Freud-Privatuni übersiedelt in den Prater

22. Jänner 2013, 14:17

Eröffnung des Neubaus mit Wohnheim für Studenten und Lehrende im März 2015

Wien - Die Sigmund-Freud-Privatuniversität (SFU) übersiedelt 2015 von ihrem aktuellen Standort in Wien-Landstraße neben die neue Wirtschaftsuniversität (WU) in den Prater. Der Spatenstich für den von der Schweizer Architektengruppe Holzer Kobler Architekturen geplanten Neubau soll Ende März erfolgen, gab Rektor Alfred Pritz am Dienstag bekannt. Der Bau soll Fakultäten und Institute der SFU beherbergen sowie die psychotherapeutisch-psychologische Ambulanz.

Zusammen mit einem Wohnheim für Studenten und Lehrende sowie einem weiteren Gebäude soll zwischen Messe und grünem Prater der "Campus Messestraße Wien" entstehen. Die 2005 akkreditierte SFU bietet Lehrgänge in Psychotherapiewissenschaft, Psychologie, Lebens- und Sozialwissenschaften an und hat derzeit rund 1.200 Studenten. Die Eröffnung des Neubaus ist für den 1. März 2015 geplant. (APA, 22.1.2013)

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23 Postings

dort passts eh hin, am besten zwischen lachkabinett und casino

sind das diese kurse für verkrachte philo-abbrecher? (sexual- oder lebensberater)

Darf... keinen... Witz... machen...

muss... mich... beherrschen..........

Puh! Das kostete Überwindung! ;)

uni ist eine gewagte bezeichnung

"Sigmund Freud" ist übrigens auch gewagt. aber die realitätsfremde, selbstgefällige und unglaublich träge wiener psychoanalytische vereinigung war nicht in der lage, den namen ihres begründers vor diesem komischen haufen zu schützen. shame on you, wpv!!!

Ich vermute, auch die WPV hätte sich schwer getan, Sigmund Freud als eingetragenes Warenzeichen registrieren zu lassen.
Als Trost kann man sich die an der SFU studiert habenden systemischen und Rogerianischen Psychotherapeuten vorstellen, die auf die Frage von ihren Kollegen, wo sie ausgebildet wurden, Sigmund-Freud-Universität antworten müssen.

allerdings...

der wurstelprater würde besser passen

Wovon sollen die alle mal leben? Wien ist übersättigt mit PsychotherapeutInnen.

dort werden KEINE therapeuten ausgebildet, steht sogar in der APA meldung.

Jein, die SFU hat Abmachungen mit nichtuniversitären Ausbildnern, die als Anbieter der Ausbildung zugelassen sind, dass diese den Absolventen des Psychotherapie-Magiststerudiums Bestätigungen ausstellen, dass sie alle Ausbildungsschritte durchlaufen haben. Entsprechend müssen die Studierenden auch eine Psychotherapierichtung der kooperierenden Vereine als Spezialisierung im Studium auswählen. Hier werden die die Zulassungen als Ausbildner schon eher frei interpretiert, aber das Ministerium scheint diese Praxis zu akzeptieren. Die Gesamtzahl der SFU-Studierenden betrifft dies dennoch nicht, denn das oben Gesagte gilt nicht für die Psychologiestudierenden der SFU, und Psychotherapie-Bakkalaureusse können auch Lebens- und Sozialberater werden

interessant, noch vor zwei jahren habe ich von der SFU direkt die information bekommen, dass in keiner form eine psychotherapeutische (aus) bildung möglich ist. ausser das vom studiium der psychotherapiewissenschaften ein bißerl was anrechenbar ist (für psychoanalyse)

ein Wahnsinn, wie kann das Gesundheitsministerium bei solchen Praktiken wegschauen?

Die Absolventen durchlaufen ja zumindest tatsächlich alle Ausbildungsschritte, aber einen Großteil davon nicht beim eigentlich zugelassenen Anbieter.
Ein gewissermassen umgekehrtes Arrangement haben einige Vereine mt der Donau-Uni Krems abgeschlossen - da wird die Ausbildung beim Verein absolviert, und an der DUK wird der Titel verliehen.

in der Tat

aber der Run auf diese Fachspezifika ist gewaltig. Man erhofft sich allerlei, vor allem aber eine selbstgefällige souveräne Seele, die den Fährnissen der Welt stand zu halten weiß und zu erkennen vermag, wie zu leben es sich geziemt. Gemäß dem neoliberalen Dogma wurzelt alle Unbill der Märkte in individuellen Verhaltensproblemen. Die Psychotherapie steht als Königsdisziplin des Selbsttunings zur Reparatur derselben zur Verfügung. Man kann daraus gestählt und mit großen Handlungsfreiheiten hervor gehen und in der Folge siegreich leben.

Wenn man dagegen Depressionen und Ängste so lange pflegt, bis man zusammenbricht, hat man es dem Kapitalismus so richtig gegeben. Mich erinnert diese Haltung immer an das Selbstmordkommando in "Life of Brian". Blöderweise haben die unzähligen psychisch Kranken bisweilen den Kapitalismus so wenig ins Wanken gebracht, wie Brian vom Kreuz befreit wurde.

Was soll denn der Kapitalismusblödsinn? Glauben Sie ernsthaft dass es in Nordkorea keine psychischen Probleme gibt?

Sie haben mein Posting offensichtlich falsch verstanden. Das Problem ist nur, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man es so missverstehen kann, dass sie zu dem Schluss kommen, ich hätte es so gemeint, wie Sie es mir unterstellen.

Sollte mein Posting unverständlich gewesen sein: Es sollte kritisch auf die von manchen Linken vertretene Ansicht anspielen, Psychotherapie würde nur den Patienten wieder für die kapitalistische Gesellschaft zurechtbiegen, indem sie ihn wieder arbeits- und damit ausbeutungsfähig macht und mit seiner Unterdrückung versöhnt. Teilweise richtig, wenn diese Aussage aber pauschal gegen jede Art von Psychotherapie gerichtet wird, impliziert sie aber, dass psychische Krankheiten ein widerständiges Potential bergen, da die Unzufriedenheit sich gegen das System richten werde. Das ist aber leider nur ausnahmsweise der Fall, man wird durch psychische Krankheiten viel eher in jeder Aktivität gebremst.

Das stimmt schon, Depressionen sind keineswegs antikapitalistisch und psychische Probleme kein Weg zur individuellen Emanzipation. Aber: aus persönlicher Erfahrung, aus Gesprächen und aus theoretischer Beschäftigung mit psychoanalytischer Literatur bin ich zu folgenden Schlüssen gekommen: Therapie ist ein höchst autoritäres Unternehmen, Ausbildung ist primär ein Initiationsritus, die positive Wirkung von Therapie sehr zweifelhaft. Zudem gibt es kaum eine Zunft, die sich derart immunisiert wie die Therapeuten. Jeder Installateur, jeder Arzt kann zur Rechenschaft gezogen werden, wenn er fahrlässig arbeitet. Wurde nur EIN Therapeut jemals gezwungen, das Entgelt zurückzuzahlen? Oder gar für verursachte Schäden zur Rechenschaft gezogen?

In dieser Pauschalierung stimmt keines ihrer Argumente, außer dem Initiationsritus: Leider benehmen sich in Österreich viele Psychotherapieschulen wie Religionsgemeinschaften. Deswegen sollte es sich m.E. eher um eine Weiterbildung für akademische Berufe wie Psychologe oder Arzt handeln denn um eine eigene Ausbildung. Die Wirksamkeit von psychoanalytischen wie Verhaltenstherapien ist wissenschaftlich gut belegt, ob das für alle anderen 20 in Österreich zugelassenen Richtungen gilt, ist allerdings sehr zweifelhaft, auch gibt es leider viele schlechte Psychotherapeuten. Dass man nicht so leicht zur Rechenschaft gezogen wird, liegt in der Natur der Sache, denn ein Fehler ist hier halt nicht so leicht zu belegen wie bei einem kaputten Rohr.

wenn Sie's nicht geschrieben hätten..... ;)

Aber für die Töchter der vorhandenen Hochverdiener ist es überhaupt kein Problem, zigtausende Euro für einen komplett perspektivlosen Job zu verpulvern - dafür wird "persönliche Betreuung" geboten.. lol. Die späteren Praxisräumlichkeiten sind ja ebenfalls Eigentum vom Herrn Papa, es fallen also nur die Betriebskosten an. 8-)

potentielle Patienten gibt’s jedoch genug...

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