Software-Streit in München: Linux nun doch zu teuer?

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Microsoft-Studie widerspricht den Angaben des Bürgermeisters zur "Millionen-Einsparung"

Das deutsche Magazin Focus berichtet in seiner Online-Ausgabe, dass die 2003 in München durchgeführte Linux-Einführung für öffentlich Bedienstete wohl doch teurer war als zunächst vermutet. So soll der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude noch bis Ende des Jahres 2012 davon gesprochen haben, mit der Einführung "einen zweistelligen Millionenbetrag" eingespart zu haben.

Keine Einsparungen

Udes Version wird aber mit einer aktuellen wissenschaftlichen Studie widersprochen, so Focus.de weiter. Die Studie über die "Open Source Software-Strategie der Stadt München" wurde im Auftrag von Microsoft von Hewlett-Packard erstellt und kommt zu dem Ergebnis, dass in einem Vergleich mit Microsofts Betriebssystem Windows keinerlei Einsparung zu sehen sei.

"Äpfel mit Birnen verglichen"

Laut dieser Studie soll der Betrieb von Microsoft-Software ohne Lizenzgebühren für zehn Jahre 17 Millionen Euro kosten, bei Linux wären es hingegen 60,7 Millionen Euro. Die Studie berücksichtigt dabei die Faktoren Bereitstellung für den Anwender, Support und Migrationskosten. Der Studienverantwortliche spricht von "unplausiblen" Zahlen der Stadt München und kritisiert, dass hier "Äpfel mit Birnen" verglichen wurden. Auch hätte die Stadt keine Kosten zu den drei seit 2003 eingesetzten Linux-Versionen angegeben.

Zweifel

Neben HP und Microsoft hegten auch die CSU und freie Wähler in Bayern im Vorjahr Zweifel an den Angaben der Stadt. (red, derStandard.at, 22.1.2013)

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