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Der Prozess wurde am Dienstag mit der Einvernahme des ehemaligen Vorstandes der Hypo Alpe-Adria-Bank, Wolfgang Kulterer, fortgesetzt.
Klagenfurt - Am 18. Juli 2008 schrieb Jörg Haider an Hypo-Ex-Vorstand Wolfgang Kulterer ein E-Mail und "ersuchte" um einen Kontokorrentrahmen im Umfang von zwei Millionen Euro für die flügellahme Fluglinie Styrian Spirit. Der "Wunsch" wurde von Hypo-Österreich-Prokurist Albin Ruhdorfer und Vorstand Gert Xander prompt erfüllt. Wenig später war die Fluglinie pleite und die damaligen Protagonisten stehen zum zweiten Mal in dieser Causa in Klagenfurt vor Gericht.
Am Dienstag musste sich Kulterer vor dem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Christian Liebhauser-Karl verantworten. Und wie schon im ersten Rechtsgang, der vom OGH an die erste Instanz zurückverwiesen wurde, plädierte Kulterer auf "nicht schuldig" und verwies auf Xander, der den Kredit ja hätte ablehnen können.
Von einer drohenden Pleite - Gutachten sprachen von einem Bilanzminus über fünf Millionen Euro - will Kulterer nichts gewusst haben. Das habe er erst nach der ersten Kredit-Tranche von einer Million Euro erfahren. Dass diese Million schon am nächsten Tag für Sprit und Landesgebühren verbraucht war, blieb ihm ebenso verborgen. Sei er doch zu diesem Zeitpunkt nur mehr Aufsichtsratschef und daher nicht mehr für die Kreditvergabe der Hypo-Österreich zuständig gewesen. "Warum hat Haider dann nur mit Ihnen über den Kredit gesprochen?" will der Richter wissen. Er sei damals ja Konzernchef gewesen und habe als Einziger von Haider eine Haftungszusage gehabt, so Kulterer. Das Land sei ja auch Mehrheitseigentümer der Styrian Spirit gewesen. Und auf Haiders Landeshaftung vertraute Kulterer - auch wenn sie nie kam.
Die Bank finanzierte trotzdem. Haider habe immer bekommen was er wollte. " Warum hätten Sie sonst als Konzern-Chef mit einem Kreditvolumen von 15 Milliarden Euro für einen kleinen Kredit über eine Million unterschrieben?", sah Richter Liebhauser eine Achse Haider-Kulterer. Ruhdorfer muss nächsten Dienstag vor Gericht erscheinen. Dabei könnte er durchaus wie der Steuerberater Dietrich Birnbacher auspacken. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD; 23.1.2013)
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