Umsetzen

21. Jänner 2013, 21:40
3 Postings

ORF "weil es immer so war"? Im Privat-TV wurde über weite Strecken ein Programm von ebenbürtiger Qualität geboten

Sonntagabend entschieden die Bürger noch eindeutiger: Wie in der Frage der Wehrpflicht fiel die Wahl des Fernsehpublikums nach dem Motto "Weil es immer so war" - und schaltete ORF ein. Schade, weil im Privat-TV wurde über weite Strecken ein Programm von ebenbürtiger Qualität geboten. Die Live-Ticker bei ATV schalteten Ortsergebnisse, als im ORF nur Wahlbeteiligung und Vorarlbergergebnis in Endlosschleife liefen. Die Klubobleute stellten sich zuerst auf ATV der Konfrontation und wirkten munterer als zu später Stunde in "Im Zentrum".

Zu sehen bekam man auf beiden Kanälen vonseiten der Politik dasselbe: Stehsätze, die an dieser Stelle nicht wiederholt werden sollen. Nur vereinzelt waren Ausreißer im Kanon der Inhaltsleere zu bemerken, etwa Michael Häupl: "Ich bereue nichts. Für mich war diese Diskussion eine lebensbegleitende." Besser hätte es Edith Piaf auch nicht gesungen. Als Volksweise eignet sich vielleicht auch Erwin Prölls Statement: "Darauf werde ich schon sehr intensiv drängen, dass nach dem heutigen Tag am morgigen Tag sofort mit den Reformen begonnen wird."

Darabos "kann das Volk nicht overrulen"

Das ließ sich Verteidigungsminister Norbert Darabos nicht zweimal sagen, er, der bei Armin Wolf auf die "megasinnlosen" Aspekte der Diskussion hinwies: "Man kann das Volk nicht overrulen!" Wobei Darabos sich in der vergleichsweise glücklichen Lage weiß, beim Einhalten von Volkes Wille ab sofort und bar jeder politischen Überzeugung sich ungestört um seine Kernaufgaben kümmern zu können: "Ich habe weder wie andere Minister irgendwelche Korruptionsgeschichten zu verantworten, sondern ich habe einen politischen Auftrag." Ein Ansatz. (Doris Priesching, DER STANDARD, 22.1.2013)

Share if you care.