40.000 Jahre alte DNA des Tianyuan-Menschen untersucht

21. Jänner 2013, 21:00
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Verwandtschaft mit heute lebenden Asiaten und amerikanischen Ureinwohnern

Leipzig - Die frühen modernen Menschen, die vor rund 40.000 Jahren in der Gegend des heutigen Beijing in China gelebt haben, dürften einer Studie zufolge mit vielen der heutigen Asiaten und amerikanischen Ureinwohner verwandt sein. Das schließen Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie aus der Analyse von Erbgut des Tianyuan-Menschen, dessen Knochen in der Tianyuan-Höhle nahe der chinesischen Hauptstadt gefunden worden sind. Mit Hilfe eines am Institut entwickelten Verfahrens konnten sie das menschliche Erbgut aus Oberschenkel- und Schienbeinknochen trotz Verunreinigung durch Bakterien-DNA untersuchen. Die Untersuchung wurde in der aktuellen "PNAS"-Ausgabe publiziert.

Genetische Verwandtschaft

Die Analyse zeigt die genetische Verwandtschaft des Tianyuan-Menschen mit heute lebenden Asiaten und amerikanischen Ureinwohnern. Demnach teilen diese drei Gruppen eine gemeinsame Herkunft. Dagegen hatte sich die Abstammungslinie des Tianyuan-Menschen von den Vorfahren der heutigen Europäer bereits getrennt. Der in der Höhle gefundene Mensch lebte also in einer wichtigen evolutionären Übergangsphase, wie Studienleiter Svante Pääbo vom Leipziger Institut erläuterte: Frühe moderne Menschen teilten ihre Lebensräume mit Neandertalern und Denisova-Menschen, die später ausstarben.

Im Erbgut des Tianyuan-Menschen fanden die Forscher allerdings keinen größeren Anteil an Neandertaler- oder Denisova-DNA als bei Menschen, die heute in der Region leben. "Diese Ergebnisse zeigen, dass dieser sehr frühe moderne Mensch, der zu Lebzeiten durchaus sowohl Neandertalern als auch Denisovanern begegnet sein könnte, nicht mehr DNA von Neandertalern oder Denisovanern in sich trug als Menschen in Peking heute. Die Vermischung mit den Neandertalern fand also früher als vor 40.000 Jahren statt, und die Vermischung mit den Denisovanern passierte nicht in dieser Gegend, sondern wahrscheinlich anderswo in Südostasien", erläuterte Pääbo.

Die Leipziger Wissenschafter wollen die Entwicklung des Menschen noch eingehender klären. "Die Untersuchung weiterer früher moderner Menschen aus Eurasien wird unser Verständnis davon, wie sich moderne Menschen über Europa und Asien hinweg ausgebreitet haben, noch verfeinern", betonte Pääbo. (APA/red, derStandard.at, 21.1.2013)

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