Das große kosmische Rätsel des Jahres 775

21. Jänner 2013, 19:38
  • Eine Kollision von Neutronensternen in unserer Galaxie könnte im Jahr 775 für extreme Strahlung gesorgt haben.
    illu.: nasa/aei/zib/m. koppitz and l. rezzolla

    Eine Kollision von Neutronensternen in unserer Galaxie könnte im Jahr 775 für extreme Strahlung gesorgt haben.

Forscher haben eine neue Erklärung für den Strahlungsausbruch vor mehr als 1200 Jahren

London - Die Spuren dieses kosmischen Großereignisses sind so gut versteckt, dass sie erst im Vorjahr entdeckt wurden. Der japanische Forscher Fusa Miyake stieß bei der Analyse von Baumjahresringen auf ein rätselhaftes Phänomen: Ringe, die sich im Jahr 775 unserer Zeitrechnung bildeten, weisen extrem hohe Konzentrationen der sehr seltenen Isotope Kohlenstoff-14 und Beryllium-10 auf.

Das ist erklärungsbedürftig. Miyake vermutete, dass eine kurze Periode sehr starker kosmischer Strahlung dafür verantwortlich sein könnte. Denn diese Atomsorten entstehen, wenn die energiereiche Strahlung mit Stickstoffatomen in der Atmosphäre kollidiert und diese zerfallen lässt. Doch was war die Quelle für diese extrem intensive Strahlung?

Miyake verdächtigte zunächst eine Supernova, also die Explosion eines Sterns. Doch davon müssten heute noch Reste in Form von Gasen und einem Neutronenstern aufspürbar sein. Da sich nichts davon finden ließ, wandte man sich einer zweiten Hypothese zu: Ein gewaltiger Sonnensturm könnte für den Strahlungsausbruch gesorgt haben.

Doch ein solches Phänomen wäre auf der Erde nicht verborgen geblieben: Eine riesige Eruption auf der Sonne hätte auf der Erde neben der unsichtbaren kosmischen Strahlung für beeindruckende Polarlichter gesorgt. Doch in keiner bekannten schriftlichen Quelle aus dieser Zeit findet sich ein Hinweis darauf.

Bleibt ein dritter Kandidat, den die Astrophysiker Valeri Hambaryan und Ralph Neuhäuser (Uni Jena) im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" diskutieren: Es könnte vor gut 1200 Jahren einen kurzen Gammastrahlenausbruch in unserer Galaxie gegeben haben, hervorgerufen durch die Kollision zweier extrem dichter Sternenreste, etwa zweier Neutronensterne.

Für die Annahme spricht einiges: Bei einem solchen Ausbruch, der gerade einmal weniger als zwei Sekunden lang dauert, wird ein Puls extrem energiereicher Gammastrahlung ausgestoßen, aber so gut wie kein sichtbares Licht. Das würde auch erklären, warum es keine Berichte über ungewöhnliche Himmelsereignisse gibt. Die Forscher gehen davon aus, dass sich ein solches Ereignis in 3000 bis 12.000 Lichtjahren Entfernung abgespielt hat.

"Wäre der Gammastrahlenausbruch der Erde näher gewesen, hätte dies womöglich alles Leben ausgelöscht", vermutet Neuhäuser - nicht ohne hinzuzufügen, dass solche Strahlungsduschen extrem selten passieren: Der vermutete Ausbruch des Jahres 775 sei der einzige bekannte der vergangenen 3000 Jahre. (tasch, DER STANDARD, 22.1.2013)

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755 - Das Dunkle Zeitalter

Es gibt ein Grund, wieso es so heißt.

Weil es aus dem Jahr 775 keine schriftlichen Hinweise über

stärkere Polarlichter gibt?

Einerseits werden in den Gegenden wo Polarlichter zu sehen sind damals nicht die Massen an Menschen gelebt haben und es hatten von denen die dort waren sicher auch nicht alle die Fähigkeit zu schreiben.

Wenn das also ein Gelehrter damals beobachtet hat musste er es nicht zwangsläufig aufschreiben. Und wenn einer es doch aufgeschrieben hat muss es nicht zwangsläufig erhalten geblieben sein.

Der Rückschluss (Ausschluss) ist meiner Meinung nach gewagt ..... aber bin auch kein Wissenschaftler also offensichtlich zu dumm die Beweiskraft zu erkennen..

offensichtlich

Wie? In Österreich sind auch manchmal Polarlichter zu sehen und in Deutschland schon häufiger und in England und in Dänemark und natürlich auch in Schweden. Und bei starken Polarlichter sind die viel weiter südlich sichtbar, es gibt Berichte von Polarlichter aus Kuba. Und wenn es zu starken Polarlichtern kommt, dann werden die und wurden auch aufgeschrieben.

Naja ....

Ganz so an den Haaren herbeigezogen ist der gotische Einwand nicht.

So gibt's z.B. praktisch keine Aufzeichnungen zur Krebs-Nebel Supervova (um 1050) in unserer Region. Anderswo wurde die Erscheinung, die viele Tage sogar tagsüber sichtbar war, durchaus dokumentiert.

Aber wletweit gesehen, gab es Beobachtungen und nicht nur eine. Natürlich, wenn ich nur in einer Region nach Quellen suche, ist die Chance nicht so groß, wenn ich aber alle verfügbaren Quellen absuche, wird sie groß.

prinzipiell richtig, aber...

selbst beim Halloween Storm im Jahr 2003 waren Polarlichter über Griechenland und den Kanarischen Inseln zu sehen. Im Falle eines starken geomagnetischen Sturmes dehnt sich das Polarlichtoval über niedrigere Breiten aus, daher wäre ein derartiges Ereigniss in ganz Europa zu sehen gewesen.

es gibt meiner erinnerung nach schon was...

... der aztekische geschichtsschreiber effesdreiopetcal hat von einem wundersamen ereignis berichtet, dass man am hellichten tage einmal fuer wenige sekunden die kieferknochen und skelette aller menschen gesehen hat

Muhaha

Ausgezeichnet - ich wollte diesen mysteriösen Azteken schon googlen, bevor mir gerade noch rechtzeitig ein Licht aufging. :D

Ah ja, weil wir ja auch Phosphorplatten in den Augen haben, um die Röngtenstrahlung die andere Körper durchdringen wahrnehmen zu können... Oder anders gefragt: Wie soll das möglich sein?

die medizinmaenner der alten azteken...

... und der maya hatten gadgets und geheimwissen, das laengst verlorengegangen ist und von dem keiner mehr was weiss. damals gab es sogar ironiedetektoren

Okay, ich sollte Postings auch wirklich lesen und nicht nur überfliegen... *shame*

Jaja, die geheimnisse der alten azteken *g*

Ach so, warum sagen sie das nicht gleich?! ;-)

...und sein Name war "Effesdreiopetcal"...

...sagt alles *gg*

Vielleicht hat aber auch Gott die Erde mit Blitz fotografiert, um seinen Schulfreunden zu zeigen, wie weit er bei Civilization schon ist!

Made my Day ;)

kann mir nicht vorstellen, dass er auf den pfusch, den er produziert hat, stolz ist...

Sein's doch nicht so unbescheiden, lieber Cheops. Ihre Pyramide etwa ist schon nicht schlecht.

@Cheops

"kann mir nicht vorstellen, dass er auf den pfusch, den er produziert hat, stolz ist..."; nanana! also der witz, mit den nackten affen, ist ihm aber schon gut gelungen.

den würd ich meinen götter-kollegen auch zeigen wollen.

ach, das war ja 775, da waren wir noch gottesfürchtig, die frauen keusch oder bald tot und wir haben reihenweise ungläubige massakriert.

wenn er jetzt noch ein foto macht…gute nacht.

oh. den pfusch produzieren ja wir.

Meine Aussage gilt für alle Gottesbilder.

Ein Sinn hinter metaphysischen Erklärungsmodellen für reale Vorgänge (Götter, Teufel, Feen, Geister, Yetis, Osterhasen, Weihnachtspersonen, Nymphen, Werwölfe, Vampire, oder gar ehrliche, kompetente Politiker und andere Phantasiegestalten) ist mir nicht bekannt.

Was meinen Sie damit?

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