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Asma Aghbarieh-Zahalka: "Die Menschen suchen eine Alternative."

Die sozialen Proteste in Tel Aviv erreichten im Sommer 2011 ihren Höhepunkt.

Im Jahr darauf sollten sie noch einmal aufflammen.
Vom Rothschild Boulevard im Zentrum Tel Avivs aus soll, wenn es nach Asma Aghbarieh-Zahalka geht, ein neuer Stern am israelischen Politikhimmel aufgehen. Israel sei jetzt, im fünften Jahr der Wirtschaftskrise, reif für eine linke Alternative, sagt die Vorsitzende von Da'am, einer selbsternannten Arbeiterpartei, die sich 1995 von der israelischen KP abgespalten hat - und der zuletzt gerade einmal 2.645 Menschen ihre Stimme gaben.
Lichtjahre trennten die Partei vor vier Jahren von der Zwei-Prozent-Hürde, die es für den Einzug in die Knesset zu überwinden gilt. Wenn die Israelis am Dienstag zur Wahl gehen, könnte sie es schaffen, glaubt die Tochter konservativer Palästinenser aus dem Tel Aviver Stadtteil Jaffa zu wissen. "Die Menschen suchen eine Alternative."
Der US-Sender PRI über Asma Aghbarieh-Zahalka.
"Im Sommer 2011 hat sich alles geändert. So lange die Menschen hier nicht wirklich gelitten haben, haben sie nicht nach Lösungen gesucht", sagte Aghbarieh-Zahalka (39) jüngst der Tageszeitung Haaretz. Als vor anderthalb Jahren zehntausende junge Israelis als Zeichen des Protests gegen hohe Wohnkosten Zelte auf der baumgesäumten Chaussee des Rothschild Boulevard aufstellten und Abend für Abend gegen das politische Establishment demonstrierten, fand sich Aghbarieh-Zahalka nach zwanzig Jahren an der politischen Peripherie unverhofft inmitten einer sozialen Protestbewegung wieder.
Weil deren Slogans von sozialer Gerechtigkeit denen von Da'am über weite Strecken ähnelten, fühlte sich die levantinische Brise des Wandels für so manchen Aktivisten an wie ein satter Rückenwind. Während Aghbarieh-Zahalka in zwei Jahrzehnten politischen Engagements meist vor wenig mehr als einer Hand voll Zuhörer ihre Reden schwang, machen ihre Reden seither in Sozialen Netzwerken rapide die Runde. Ihr Blog erfreut sich plötzlich unerwartet hoher Zugriffszahlen.
"Als die Schockwellen von Europa und der arabischen Welt hier zu uns nach Israel kamen, wurden die Sorgen jedes Einzelnen plötzlich zum gesellschaftlichen Problem der sozialen Ungerechtigkeit." Solidarität zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern, Eintreten gegen patriarchale Strukturen und für einen Palästinenserstaat, der neben Israel existiert: Da'am setzt auch in der Frage des Zusammenlebens zwischen Juden und Arabern auf Kooperation statt Konfrontation. So kritisiert Aghbarieh-Zahalka mit ebenso großer Verve die palästinensische Terrorgruppe Hamas, wie sie den Rassismus, der vielen der fast zwei Millionen israelischen Arabern entgegengebracht werde, anprangert.
Ihre Partei ist die einzige im laufenden Wahlkampf, in der Juden und Araber zusammenarbeiten. So muss die hauptberufliche Gewerkschafterin auf den Straßen Israels vor allem darum kämpfen, die arabische Bevölkerung, die zwanzig Prozent der acht Millionen Israels ausmacht, an die Urnen zu bringen. Der Protest gegen soziale Ungleichheit, Aghbarieh-Zahalkas Leib- und Magenthema seit sie Mitte der Neunzigerjahre als Übersetzerin bei einer KP-Zeitung anheuerte, habe die arabischen Straßen nämlich noch gar nicht erreicht. Die Wahlbeteiligung unter arabischen Israelis dürfte allen Anzeichen zufolge auch bei dieser Wahl wieder gering ausfallen.
Selbst legte sie das muslimische Kopftuch während ihres Philosophiestudiums ab - die Religion habe ihr nicht keine Antworten auf ihre Fragen geben können. Die etablierten arabischen Parteien in Israel ebensowenig. Die dort wieder und wieder betonte nationale Frage, also das Verhältnis der arabischen Minderheits- zur jüdischen Mehrheitsgesellschaft, könne alleine die Probleme nicht lösen, findet Aghbarieh-Zahalka, die seit zehn Jahren Chefin von Da'am ist.
"Die anderen arabischen Parteien ignorieren die sozioökonomischen Themen und die Probleme, die daraus für die arabische Öffentlichkeit enstehen." Die eigentliche Katastrophe der Araber im modernen Israel sei nicht die "Nakba", also die Vertreibung der Araber nach der Gründung des Staates Israel, sondern die hohe Arbeitslosigkeit unter arabischen Frauen und Jugendlichen. "Die Geschichte kann man nicht mehr ändern. Wir müssen die Gegenwart ändern", sagt sie kämpferisch.
Die 39-Jährige weiß aber, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Auch nicht auf dem schicken Rothschild Boulevard. "Ich werde vielleicht nicht Premierministerin. Nicht jeder wird mich wählen. Aber ich weiß, dass wir jetzt eine gute Gelegenheit haben, weil die Menschen unsere Botschaft von sozialer Gerechtigkeit aufsaugen wie die trockene Steppe das Wasser." (flon/derStandard.at, 21.1.2013)
Links:
Haaretz: More than just a Tel Aviv trend?
USA Today: Arab-Israeli woman a rising voice in the wind
Public Radio International: Election Fails to Inspire Israel's Arabs
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Lieber Standard, eure Zensur wird langsam lächerlich.
Da verfasse ich eine völlig harmlose Mail in welcher ich bloß darauf hinweise, dass es noch 2 andere linke Parteien in Israel gibt die auch mit den Palästinensern zusammenarbeiten und sogar palästinensische Mitglieder haben, nämlich die sozialdemokratische Meretz und die kommunistische Chadasch und die Mail verschwindet im Nirvana.
Ich habe das Post in der Ubahn verfasst und es kann sein, dass es irgendwo im Netz verschwunden ist. Sollte das der Fall sein tut es mir leid.
Wenn das Posting aber einfach gelöscht wurde ist das einfach nur mehr lächerlich. Soetwas kommt in letzter Zeit nämlich viel zu häufig vor.
...ham die leut hier im forum nicht verstanden.
ich bin nicht ganz Ihrer meinung, weil er zwar ein unerträglicher rechtspopulist ist, aber trotz allem seine gegenüber (hamas, achmadi-nejad,...) noch viel menschenverachtender sind.
nie könnte ich ihm meine stimme geben, aber die historisch leicht verständliche angst der israelis vor vernichtung ist halt kein besonders guter ratgeber (auch wenn ich den schritt psychologisch nachvollziehen kann).
eine lösung des nah-ost-konflikts braucht viele schritte: einer ist aber jedenfalls auch das anerkennen der angst der israelis, also die anerkennung des existenzrechts des staates und das ende der ständigen angriffe...
ein anderer ist mit sicherheit auch das ende der siedlungspolitik.
Ich habe vor 20 Jahren einige Monate in Israel gelebt und damals mit einigen Intellektuellen gesprochen. Ihr Tenor war ein deutig: "Je religöser desto mehr Kinder desto mehr Wähler für Rechtsparteien. Spätestens in 20 Jahren sind die für immer an der Macht".
Die Liberalen, Linken, Gemäßigten werden in Isreal aussterben (so wie im Rest der Welt nur etwas früher).
Wie schon einmal die Vernunft von den Geburtenraten der Religiösen vernichtet wurde, wird es wieder passieren.
Neuerliche 2000 Jahre Finsternis ?
Das liegt aber meines Wissens vor allem an den Latinos, die zum einen traditionell eher demokratisch wählen und zudem Katholiken sind. Daher zwar konservativ, aber mit dem evangelikalen Wahnsinn, der bei den Reps momenten umgeht, können sie wenig anfangen. Zum anderen machen sich die Republikaner mit ihrer strengen Einwanderungspolitik bei den Latinos auch keine Freunde.
Bei den Kubanern kommen die Reps allerdings ganz gut an, aber das ist eher wegen der Totalopposition gegenüber Castro und der damit verbundenen Ablehnung sogar kleinster Spuren sozialdemokratischer Ideen.
Grund: Eine religiöse Erziehung lässt sich nicht "umdenken". Wie lange die Vernunft gebraucht hat um wieder Fuß zu fassen. Ich würde das "Ende" der Vernunft mit dem Tod von Hypatia (450 n.Chr.) ansetzen. zu der Zeit gewann der religiöse Pöbel fast überall die Überhand und zerstörte was er nicht verstand. Die Wiedergeburt (übersetzt Renaissance) kann man auf das 15. Jahrhundert datieren.
Wenn wir das umlegen würden, stünden uns neuerlich 1000 Jahre Dunkelheit bevor
lauter israelexperten, die zum ersten mal in ihrem leben von dieser frau und da'am kenntnis erlangen und in begeisterung ausbrechen...
wir wollen uns mal vorstellen, was in österreich los wäre, wenn es eine derartige partei gäbe: eine radikal linke, feministische, klar säkuläre, anti-nationalistische partei, in der zB eine schwarze frau vorsitzende ist.
nicht nur, dass sie nicht den funken einer chance auf den einzug in den nationalrat hätte,... diese partei wäre zielscheibe aller rechtsextremisten und gegenstand einer untersuchung nach § 278a StGB usw. usf.
frau aghbarieh-zahalka steht für alles, was österreich ablehnt.
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