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vergrößern 600x400Das Kuratorium für Alpine Sicherheit ruft Wintersportler zu erhöhter Vorsicht auf.
Wien - In weiten Teilen Österreichs wurde am Montag vor "erheblicher" Lawinengefahr gewarnt. Derartige Risikoabschätzungen sollten Wintersportler tunlichst ernst nehmen - in der Saison 2012/13 sind bisher schon neun Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen, teilte das Kuratorium für Alpine Sicherheit.
In den Vorarlberger Bergen bestand oberhalb von 2.000 Metern weiter erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfstufigen Skala. Als Gefahrenstellen nannte Andreas Pecl von der Landeswarnzentrale Triebschneehänge und eingewehtes Steilgelände, das umgangen werden sollte. Schneebrettauslösungen waren dort bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich.
Die Schneedecke sei vom Föhnwetter der vergangenen Tage geprägt, sagte Pecl. Zwar hätten die milden Temperaturen zur Setzung und Verfestigung des Neuschnees geführt, die umfangreichen Triebschneeansammlungen etwa hinter Geländekanten oder in Kamm- und Passlagen lägen aber meist auf lockeren, weichen Schichten. "Diese sind mit zunehmender Seehöhe nach wie vor störanfällig", warnte Pecl. Für die nächsten Tage erwartete der Experte jedoch einen Rückgang des Risikos.
Auch in Kärnten war die Gefahr laut Lawinenwarndienst des Landes wieder angestiegen. Durch die teilweise starken Niederschläge, die bis auf 1.600 Meter Seehöhe als Regen fielen, wurde die Schneedecke durchfeuchtet, was besonders an steilen Wiesenhängen Rutschungen wahrscheinlich machte. Im Großteil des Landes wurde das Risiko als erheblich eingeschätzt. In den höheren Lagen der Karnischen Alpen und der Karawanken war die Gefahr sogar groß (Stufe 4). Hohes Risiko bargen hier örtlich große Neuschneemengen sowie frische Triebschneeablagerungen, wo schon geringe Belastung einen Abgang wahrscheinlich machte. In den niedrigeren Gurktaler Alpen sowie auf der Saualpe stuften die Experten die Gefahr als mässig (Stufe 2) ein.
Oberhalb von etwa 2.000 Metern bestand auch in Tirol die Stufe 3. In den kommenden Tagen rechnen die Experten allerdings mit einem langsamen Rückgang der Gefahr. Die Gefahrenstellen lagen am Montag in Triebschneehängen aller Expositionen, wobei ihre Anzahl und Verbreitung mit der Seehöhe zunahm. Insbesondere entlang des Alpenhauptkammes und in Osttirol waren die Triebschneepakete oft überschneit und daher im Gelände nur schwer zu erkennen.
Vorsichtig zu beurteilen, waren laut Experten auch die Übergänge von wenig zu viel Schnee. Hier könnten Lawinen schon durch geringe Zusatzbelastung, also schon durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers ausgelöst werden.
Der Salzburger Lawinenwarndienst gab Stufe drei in weiten Teilen des Bundeslandes aus, nur in der Osterhorngruppe im Flach- und Tennengau herrschte mäßige Lawinengefahr (Stufe zwei). Oberhalb von rund 1.800 bis 2.200 Metern Seehöhe war die Schneebrettgefahr überwiegend "erheblich". Als problematisch galt der kammnahe Föhn-Triebschnee vom Wochenende, "er ist nicht immer gut erkennbar und liegt teilweise auf labiler Unterlage", hieß es. Einwehungen seien teilweise durch eine Person auslösbar. "Aufpassen heißt es auf kammnahen Steilhängen und hinter eingewehten Geländekanten. Von untergeordneter Rolle sind einzelne Gleitschneelawinen auf sehr steilen Grasmatten."
In den Niederen Tauern und nördlich von Enns und Mürz sowie im Hochschwabmassiv lag die Lawinenwarnstufe zwischen zwei bis drei. Südlich davon, in den Fischbacher Alpen, im Koralmgebiet und in den Seetaler Alpen gab es Warnstufe zwei. Die Gefahr sei in der Steiermark vor allem durch auf vom Wind auf die Nordlagen verfrachteten Schnee hoch.
In den Ybbstaler Alpen sowie im Rax-Schneeberg- und Semmering-Wechselgebiet galt von der Waldgrenze aufwärts Lawinenwarnstufe 3. Vor allem im schattenseitigen Gelände sei in Niederösterreich der Schnee durch den stürmischen Wind massiv verfrachtet worden und dadurch reiche schon geringe Zusatzbelastung aus, um Lawinen auszulösen, wurde gewarnt. Kaum Gefahr herrscht in den Türnitzer (Stufe 2) und den Gutensteiner Alpen (Stufe 1).
In Oberösterreich herrschte in den tieferen Lagen Warnstufe zwei. Weiter oben war die Situation allerdings gefährlicher. Dort hat am Sonntag starker Südwind Triebschneeablagerungen entstehen lassen, durch die die Schneebrettwahrscheinlichkeit deutlich stieg. In einer Höhe von über 1.800 Metern wurde daher Warnstufe drei ausgerufen. Im Laufe des Tages erwarteten die Meteorologen eine Abkühlung, was die Situation wieder etwas entschärfen dürfte. (APA, 21.1.2013)
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