"The House at the End of the Street": Augen auf beim Häuserkauf

20. Jänner 2013, 18:28
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"The House at the End of the Street", ein durchwachsener Softhorrorfilm mit Jennifer Lawrence

Wien - Achtung Falle! Nicht jedes vermeintliche Immobilienschnäppchen ist sein Geld wert, nicht jeder frisch etablierte Hollywood-Star garantiert einen qualitätsvollen Film. Bestätigung für beide Binsenweisheiten bietet House at the End of the Street, ein Softhorrorstreifen mit Jennifer Lawrence. Die 22-Jährige, die sich gerade über einen Golden Globe und ihre bereits zweite Oscar-Nominierung (für Silver Linings Playbook) freuen durfte und dank der Hauptrolle in der Trilogie The Hunger Games auch finanziell auf der sicheren Seite steht, drehte den nun anlaufenden Kleinstadtgrusler bereits 2010, also noch vor ihrem Durchbruch mit Winter's Bone. Eine Jugendsünde.

In HATES, wie der Filmtitel im Twitter-Neusprech abgekürzt wird, spielt Lawrence die Schülerin Elissa, die mit ihrer Mutter (Elizabeth Shue) in ein schmuckes Häuschen zieht, dessen Kaufpreis von der Nachbarsimmobilie gedrückt wird. Ein Ehepaar wurde darin von der eigenen Tochter erstochen. Das Mädchen ist seither verschwunden, das Haus wird von ihrem zum Tatzeitpunkt bei Verwandten lebenden Bruder Ryan (Max Thieriot) bewohnt. Elissa erkennt bald, dass in dem Außenseiter eine tiefe Seele steckt, die beim gemeinsamen Sternderlschauen zu punkten vermag. Für die Zuschauer und Elissas Mutter ist indes gleich klar, dass da noch was im Busch - beziehungsweise Keller - ist.

Ob als Statement zum Platzen der Immobilienblase, als Loblied auf den Kernfamilienverbund zwischen Mutter und Tochter oder als Verbeugung vor Hitchcocks Psycho, letzten Endes generiert der Film zu wenig Spannung und stimmt mit seinen platten Dialogen und der Berücksichtigung jedes Horrorklischees ungnädig. Regisseur Mark Tonderai kennt augenscheinlich alle Bausteine des Genres, vermag diese jedoch nicht zu einem Ganzen zusammenzufügen. Jennifer Lawrences Gesangseinlage scheint die einzige erfreuliche Überraschung zu sein, doch auch darauf sollte man nicht hereinfallen: Playback.   (Dorian Waller, DER STANDARD, 21.2.2013)
 

  • Keller-Überraschung: "The House at the End of the Street".
    foto: constantin

    Keller-Überraschung: "The House at the End of the Street".

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