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Bei Resonanzen gewürdigt: Jean-Baptiste Lully.
Wien - Alte Musik ist Kult. Das alljährliche Festival Resonanzen hatte und hat in Wien entscheidenden Anteil an diesem Boom und kann auch in seinem 21. Jahr auf eine treue, enthusiastische Fangemeinde bauen, die verlässlich ihre ganz eigene Atmosphäre verbreitet.
Auch diesmal setzt die Dramaturgie des Resonanzen-Teams (Peter Reichelt, Bernhard Trebuch, Julika Meixner) auf demonstrative Lebenslust und Sinnlichkeit - freilich wieder einmal mit einem Sujet (genießerisch ins Licht gesetzte Frau mit prallen Lippen und nackten Schultern), das bei aller Liebe nur bedingt mit dem Inhalt der Konzerte in Verbindung zu bringen ist.
Feststimmung herrschte am Samstag bei der Eröffnung, als das französische Ensemble Le Poème Harmonique seinen Auftritt hatte. Im Mittelpunkt des pausenlosen 90-minütigen Abends standen Jean-Baptiste Lully und Auszüge aus seinem Ballett der Nationen, das zu Molières Bürger als Edelmann geschrieben wurde und ein buntes, mehrsprachiges Panoptikum bietet. Etwa einen "Auftritt der Franzosen", "Italiener" und " Spanier" mit vielen witzigen stilistischen Finessen. Mit Musik aus anderen Zusammenhängen ergab das einen vielfarbigen Bogen, nicht ohne Längen, aber mit viel pittoreskem Reiz.
Dirigent Vincent Dumestre, Gründer und Leiter des Ensembles, setzte auf süffigen Wohlklang, Eleganz und Schwung sowie auf ein eher liebliches als ruppiges Gesamtbild, in das die Sänger einiges an Charakter einbrachten, vor allem die grandios wendige, mit einem warmen Timbre gesegnete Claire Lefilliâtre.
Seinen nicht minder beherzten Kollegen Marcel Beekman, Serge Goubioud (beide Tenor) und André Morsch (Bassbariton) stahl der Bassist und Spaßvogel Arnaud Marzorati mit seinem Hang zur Groteske mehrfach die Show - nicht nur mit einem schlüpfrig-expliziten Lied an die Schweizerin von Charles Tessier.
Die "Traumreisen" - so das heurige Motto der Resonanzen - locken noch bis zum 27. Jänner mit arrivierten und neu zu entdeckenden Künstlern sowie einem breiten Rahmenprogramm einschließlich einer Reihe sehenswerter Filme ins Wiener Konzerthaus. (Daniel Ender, DER STANDARD, 21.1.2013)
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Ich hoffe die Resonanzen und das Konzerthaus erholen sich bald von den haarsträubenden Missgriffen von Bernhard Kerres.
Die Resonanzen haben sowohl in Besucherzahl und Qualität einen wesentlichen Einbruch erlitten, seitdem Bernhard Kerres das Sagen hat.
"freilich wieder einmal mit einem Sujet (genießerisch ins Licht gesetzte Frau mit prallen Lippen und nackten Schultern), das bei aller Liebe nur bedingt mit dem Inhalt der Konzerte in Verbindung zu bringen ist."
Diese Sujets gibt es erst seit Kerres. Das war mein Punkt.
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