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Lilienfeld - Ein Lawinenunglück mit einem Todesopfer hat sich am Sonntagnachmittag am Göller (1766 m) in den niederösterreichischen Kalkalpen ereignet. Vier Tourengeher waren die Göller-Nordseite abgefahren und befanden sich im Wiederaufstieg zum sogenannten Gsenger, als der in der Folge Verunglückte, der als Erster fuhr, die Lawine lostrat und mehrere hundert Meter mitgerissen wurde.
Das Opfer wurde erst nach etwa einer dreiviertel Stunde aus den Schneemassen ausgraben. Jede Hilfe kam da bereits zu spät.
In dem Gebiet herrscht derzeit Warnstufe 3 (erheblich) in der Exposition Nord. Eine Bergung des Opfers des Lawinenunglücks war am Sonntag nicht mehr möglich, teilte die Bergrettung NÖ-Wien am Abend mit. Ein Versuch mit einem Hubschrauber am späten Nachmittag musste wegen starken Föhnsturms abgebrochen werden. Auch die Einsatzkräfte der Bergrettung wurden wegen der erheblichen Lawinengefahr zurückgezogen.
Bei einem Lawinenabgang im Tiroler Bezirk Schwaz ist am Sonntag ein Tourengeher verschüttet worden. Laut ersten Informationen der Polizei wurde der Wintersportler rund 500 Meter von den Schneemassen mitgerissen. Der Verletzte wurde mit einem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen.
Der Tourengeher war Mitglied einer dreiköpfigen Gruppe. Bei der Abfahrt vom nördlichen Bärenkopf im Gemeindegebiet von Eben am Achensee löste sich die Lawine und riss den Mann mit. Er konnte innerhalb kurzer Zeit geborgen werden. Die beiden anderen Tourengeher wurden nicht verschüttet.
Am Freitag hatten Lawinenabgänge in Kärnten und der Steiermark bereits vier Tote gefordert. Eine "Fehlentscheidung" hatte dabei drei Kärntner Bergrettern bei einer privaten Skitour im Bereich des Mittagskofels in den Karnischen Alpen (Bezirk Hermagor) das Leben gekostet, wie der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) am Sonntag mitteilte.
Der Lawinenwarndienst habe für den Unfalltag für das betroffene Gebiet die Gefahrenstufe 4 (große Lawinengefahr) ausgerufen. Zwar hätte sich die Gruppe in mäßig steilem Gelände bewegt. "Jedoch ist jener Bereich im Unfallgebiet, wo Lawinen von weiter oben und aus einiger Entfernung die Aufstiegsspur bedrohen, bis zu 42 Grad steil. Diesen ziemlich steilen und dadurch gefährliche Einzugsbereich müsste man bei Warnstufe 4 berücksichtigen. Und das haben die drei Bergrettungsleute - aus welchen Gründen auch immer - nicht getan", hieß es in einer ÖBRD-Aussendung.
Der bei dem Unfall getötete Ortsstellenleiter sei im Jahr durchschnittlich mehr als 80 Skitouren in dieser Region gegangen und habe das Gebiet "wie seine Westentasche" gekannt. "Die Beurteilung der Lawinengefahr ist und bleibt eine Einschätzung. Sie ist immer mit Unsicherheiten verbunden. In diesem Fall endete das mit einer Tragödie", so der ÖBRD.
Beim Bergrettungsdienst und im Lesachtal herrschte tiefe Trauer über den Verlust der drei Opfer. Der ÖBRD appellierte an die internationale bergsteigerische Community und alle Freerider, Variantenfahrer, Tourengeher (auf Ski, Snowboards oder Schneeschuhen), "sich fundiert mit den Grundlagen der Lawinenkunde zu beschäftigen". Niemand sollte abgesicherte Wintersport-Gebiete verlassen, der nicht die empfohlene Sicherheits- und Notfallausrüstung mit sich führt. Die nun toten Bergrettungsleute waren übrigens "in dieser Hinsicht perfekt ausgerüstet". (APA, 20.1.2013)
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