Krebskranker Chavez wechselt in andere Behandlungsphase

20. Jänner 2013, 16:23

Stellvertreter Maduro: Lebenswichtige Werte des Präsidenten stabilisieren sich

Caracas - Der krebskranke venezolanische Präsident Hugo Chavez wechselt nach Aussage seines Stellvertreters Nicolas Maduro vom postoperativen Zustand in eine "neue Behandlungsphase". Bei Chavez stabilisierten sich alle "lebenswichtigen Werte" sowie die "Funktionsweise der Organe", sagte Maduro am Sonntag in einem Interview mit dem privaten Fernsehsender Televen. Der Staatschef sei bei Bewusstsein und habe für den Eintritt in die folgende Etappe, die offiziell bekannt gegeben werde, zunehmend Kraft.

Der 58-jährige Linksnationalist Chavez, der Venezuela seit 1999 regiert, befindet sich seit vergangenem Dezember zum vierten Mal zur Krebsbehandlung in Kuba. Offiziellen Angaben zufolge litt er zuletzt an einer Lungenentzündung und hatte Atembeschwerden. Wegen der Erkrankung konnte der im Oktober wiedergewählte Staatschef am 10. Jänner den Eid für seine neue Amtszeit nicht ablegen. Das Oberste Gericht in Caracas entschied, dass Chavez den Eid zu einem späteren Zeitpunkt ablegen könne.

Maduro berichtete in dem Interview von seinem Gespräch mit Chavez in Havanna am 14. Jänner. Der Präsident sei sehr an Ölpreisen interessiert gewesen. Chavez hatte wegen seiner Erkrankung einen Teil der Amtsgeschäfte auf Maduro übertragen und sich auch für ihn als seinen möglichen Nachfolger ausgesprochen. Die traditionelle Rede des Präsidenten zum Jahresbeginn zur Lage der Nation vor dem Parlament in Caracas hielt am 15. Jänner ebenfalls Maduro. (APA, 20.1.2013)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2

Auch wenn es geschmacklos ist: wird er schon einbalsamiert?

stabilisierung - auf welchem niveau?

Palliativmedizin?

klingt nach

Übergang von onkologischer Behandlung zur palliativen Versorgung ..

ist bei krebserkrankungen oft so, dass erst einige versuche unternommen werden, den tumor und seine rezidive zu entfernen, und irgendwann funktionierts einfach nicht mehr. irgendwann wird aufgrund der fehlenden aussicht auf heilung nur noch palliativ behandelt.

Das Problem ist halt in vielen Ländern Südamerikas,...

...dass es immer nur die Wahl gibt zwischen der extremen Linken und der extremen Rechten.
Die breite, konsensfähige politische Mitte wie sie sich fast flächendeckend in Europa etabliert hat, gibt es in Südamerika kaum.
Somit ist es ein Irrglaube zu meinen, mit einer Machtübernahme der Rechten in Venezuela würde alles gleich besser werden!
Armes Venezuela, armes Südamerika!

Die extreme Linke,

die z. B. versucht ein Gesundheitssystem und Bildungssystem einzuführen, dass in Mitteleuropa absoluter Standard ist.

Aber wenn Obama mit seiner lächerlichen Gesundheitsreform im eigenen Land als "Kommunist" bezeichnet wird, was kann man dann erwarten wenn im Hinterhof ein Sozialstaat etabliert werden soll.

Sprachvorgabe für die unabhängige Presse:

Sozialstaat und Unabhängkeit -> radikale, linksextreme Fanatiker

Politik zum Wohle der Reichen und der ausländsichen Konzerne -> Realpolitiker

..die extreme Linke

haben Sie eigentlich einmal Erfahrungen vor Ort gesammelt, habe nicht den Eindruck. Die Sache in Venezuela ist viel komplizierter, sicher nicht schwarz-weiß. Unter Chavez ging mehr den Bach runter als je vorher. Was sollte es z. Bsp. für einen Sinn machen, Treibstoffe faktisch an das eigene Volk zu verschenken, führt nur zu Verschwendung. Zugang zu Bildungseinrichtungen ist durchaus nicht frei und kostenlos, wie oft behauptet, usw.

Ich war seit 2002 15 x in Venezuela.

wahrscheinlich ...

auf PSUV Propagandaseminaren, da ist die Welt bestimmt noch in Ordnung.

Das Gesundheitssystem in keinem mir bekannten linksextremen (sozialistisch/kommunistischen) Land hält, was die Propaganda verspricht. Das gilt aktuell auch für Kuba mit zwar guten Ärzten aber schlechter Medikamentenversorgung und im wahrsten Sinne des Wortes beschissenen Krankenhäusern (für Otto-Normal-Kubaner). Dies gilt erst recht für Venezuela, wo eine öffentliche Gesundheitsversorgung aus eigener Kraft auch nach 13 Jahren Chávez praktisch inexistent und allein von kubanischen Helfern abhängig ist.

"Das Gesundheitssystem in keinem mir bekannten linksextremen (sozialistisch/kommunistischen) Land in dem ich war ...

Also nirgends.

Auf Kuba traust dich eh nicht reisen. Ich Venezuela wirst Du mir nicht erzählen, dass Du in ein Barrio gehst und dich unter die Leute mischt um dich behandeln zu lassen.

Also bitte nicht so grosse Töne mit Tatsachenbehauptungen die objektiv falsch sind.

Sorry, die Krankenhäuser auf Kuba sehen nun nicht unbedingt modern und renoviert aus, das sagen Kubaner selbst...

Gehen Sie mal auf die CubaSi-Seite, es werden unter andrem auch Binden und Blutdruckgeräte gebracht. CubaSi Dresden? hat erst vor kurzem Betten in Container verschifft...

Soviel zum Thema "vorbildliche" medizinische Versorgung.

super analyse.

was bitte ist "extrem", wenn 60% der bevölkerung es wählen so wie die chavez-bewegung oder die pt in brasilien?

vielleicht liegst ja auch nur du extrem falsch mit deiner wahrnehmung und terminologie.

denn wenn fast zwei drittel der bevölkerung die gleiche politische ansicht vertreten, dann sehe ich das eher als konsensfähig, als mitte, wie auch immer man das bezeichnen will.

60% für die PT??

Bei welcher Wahl erhielt die PT 60% der Stimmen? Wenn Du Dilmas Wahl damit meinst, so ist es nicht unüblich, dass ein Kandidat bei Stichwahlen mehr als 50% erhält...

Richtig ist, dass die PT eine Partei der linken Mitte ist. Die Bezeichnung linksliberal dürfte den Sachverhalt wohl am ehesten treffen. Sofern man bei den nennenswerten bras. Parteien überhaupt von erkennbaren politischen Inhalten sprechen kann.

in der stichwahl hatte lula mehr als 60%, dilma auch über 56%.

aber es geht hier nicht um irgendwelche i-tüpfelchen.

mein argument ist, dass die pt wie die chavez-bewegung von breiten teilen der bevölkerung getragen wird und aus diesem grund gar nicht "extrem" sein kann.

Die PT und die Chavez-Bewegung kann man aber nicht gleichsetzen. Weder inhaltlich noch von ihrer Breite her. Bei bundesweiten Wahlen lag die PT noch immer WEIT unter 50% - maximal bei 20%. Bei der Kommunalwahl letzten Herbst gewann die PT z.B. nur in 5 von 26 Hauptstädten. Die PMDB in 6.

Und dass in einer Stichwahl Dilma oder Lula mehr als 50% erhielten, heisst doch nicht, dass das alles PT Wähler waren, denn bei den gleichzeitigen Parlamentswahlen gewann die PT nur 88 von 513 Sitzen.

wie du aber sicher weißt gibt es in brasil das linksbündnis "para o brasil seguir
mudando" in dem neben der pt noch 9 weitere mehr oder weniger fortschrittliche parteien vertreten sind. und die haben insgesamt eine satte mehrheit gebenüber dem bündnis "o brasil
pode mais" auf der rechten reichshälfte.

und diese situation ist wiederum sehr gut vergleichbar mit der entwicklung der chavez-bewegung in venezuela, die ja am anfang auch aus etlichen größeren und kleineren parteien bestand und noch immer nicht nur auf die psuv zu reduzieren ist.

Ich fürchte, Du hast etwas verschwommene Vorstellungen von der Politik in BR. Das von Dir genannte "Linksbündnis" Para o Brasil seguir mudando war nur ein Zweckbündnis für die damalige Wahl. Schon bei den Kommunalwahlen im Oktober 2012 gab es dieses Bündnis nicht mehr. Es wurde von zahlreichen lokalen Bündnissen ("coaligacoes") abgelöst, die in jeder Stadt aus anderen Parteien bestanden. In "meinem" município z.B koalierten u.a die linke PCdoB und die rechten DEM GEGEN den Kandidaten der PT. Mit Erfolg.

kommunalwahlen darf man mit wahlen auf nationaler ebene aber nirgends vergleichen. warten wir also ab, welche bündnisse es anlässlich dilmas möglicher wiederwahl oder auch lulas neuerlichem antreten geben wird.

Nicht gerade logisch, wenn diese Bewegungen also klein wären, dann wären sie extrem oder "extrem"?

Der Extremismus-Begriff ist ein unwissenschaftlicher undifferenzierter Begriff und dient in der praktischen Anwendung der Diffamierung anderer Meinung, die nicht ins Konzept passen...

Zu Zeiten eines Kolumbien-Festivals kamen ins Kino eine Gruppe von Uribe-Kritikern und skandierten Parolen. Ein junger Mann aus dem Publikum nannte die Extremisten...

Die herrschende Sprache ist die Sprache der herrschenden Klasse.

wenn sie klein wären, müssten sie auch nicht notwendigerweise extremistisch sein.

extremismus meint jedenfalls den äußersten rand eines politischen spektrums.

und der ist eben dann nicht mehr gegeben, wenn mehr als die hälfte der bevölkerung eine bestimmte haltung vertritt. auch wenn diese in vergangenen zeiten vielleicht einmal extremistisch gewesen wäre.

aber die zeiten und meinungen ändern sich halt, das kann man überall und immer wieder feststellen.

Nö, Extremismus meint eigentlich, dass meist Bewaffnete Personen Gewalt anwenden, für was auch immer...

Islamische Extremisten überfallen Syrien und werden von Saudi-Arabien und Katar mit Waffen versorgt...

Als Extremisten werden aber auch Kommunisten benannt, das wiederum ist eine bewusste Verunglimpfung. Nicht rein zufällig sind Kommunisten auch Marxisten. Wenn man also in der Geschichte nachsieht, dann entdeckt man dort viele Extremisten, inklusive die USA selbst. Letztere verkaufen sich als Demokratie. Das sind bewusste Doppelstandardts um die Hegemonie ü. die Köpfe der Menschen zu erzeugen.

Ein bewusstes Konzept über die Sprache und der Veränderung der Inhalte von Begriffen Herrschaft zu erringen. Das haben sie sich von den Linken..

merkwürdige interpretation. politischer extremismus muss aber noch lange nichts mit gewalt zu tun haben.

die politischen extreme definieren sich durch die mitte oder umgekehrt, stehen also in gegensatz zueinander und zur mitte.

die einzige politische partei, von der etwas anderes bekannt ist, ist die csu in bayern, rechts von der es ja bekanntlich keine demokratische partei mehr geben darf. (copyright f.j. strauß.) sie deckt also das spektrum ab von mitte rechts bis rechtsextrem und keiner würde dabei an terrorismus denken, höchstens an meinungsterror.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.