"Mega": Bereits über eine Million User, Dotcom kündigt MegaMovie an

20. Jänner 2013, 10:09
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Kim Dotcom kritisiert US-Behörden und stichelt gegen Film-Verband MPAA

Der wegen Betrugs angeklagte Internetunternehmer Kim Dotcom hat ein Jahr nach der Razzia auf seinem Anwesen in Neuseeland die neue Daten-Plattform Mega gestartet. Nach seinen Angaben registrierten sich 100.000 Nutzer in weniger als einer Stunde. "250.000 Nutzer registriert. Serverkapazität ist am Limit", twitterte Dotcom am Sonntag. Er wollte den neuen Dienst am Abend mit einer Riesenparty auf seinem Anwesen feiern. Mittlerweile zählt die Plattform über eine Million USer.

Hohe Nachfrage

Auf Mega können Nutzer wie beim Vorgängermodell Megaupload Dateien hochladen und austauschen. Den Dienst nutzten in Spitzenzeiten bis zu 50 Millionen Menschen am Tag. Die Nachfrage nach Mega sei laut Dotcom am ersten Tag nach dem Launch sehr hoch, am Sonntagvormittag war die Seite zumindest normal erreichbar.

MegaMovie

Der IT-Unternehmer dürfte aber noch mehr vorhaben. So hat er noch am Samstag einen Screenshot für einen Dienst namens "MegaMovie" veröffentlicht, auf dem eine Website mit verschiedenen Filmcover zu sehen ist. Als Kommentar dazu schrieb Dotcom auf Twitter "Look at this @MPAA. Lets talk!". Die MPAA ist der Verband der US-Filmgesellschaft und bekannt für die strikte Haltung gegen Filesharer.

Razzia

Die US-Behörden nahmen Megaupload vor einem Jahr vom Netz und werfen dem gebürtigen Deutschen Betrug im großen Stil vor. Auf der Plattform seien durch Copyright geschützte Filme und Musik illegal getauscht worden. Dotcom war am 20. Jänner 2012 festgenommen worden. Er ist gegen Kaution auf freiem Fuß in seiner Wahlheimat Neuseeland; die USA verlangen seine Auslieferung, gegen die er kämpft. Eine Anhörung soll im August stattfinden.

Bis zu 20 Jahre Haft

Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und mit anderen zu teilen. Dies ist nicht illegal, doch der Dienst soll auch dazu genutzt worden sein, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Die USA beschuldigen die Verantwortlichen, unrechtmäßig 140 Millionen Euro angesammelt zu haben. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Kritik an US-Behörden

Die US-Behörden kritisiert Dotcom scharf für ihr Vorgehen gegen Megaupload. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel spricht er von politischen Motiven. Die Anklage gegen ihn und seine Mitarbeiter sei "böswillig, konstruiert und falsch und auf dieser Grundlage wurden wir unseres gesamten Vermögens beraubt". Als junger Mann sei er "unfair behandelt worden", das habe Narben hinterlassen. Er sei im Recht und werde dieses Mal bis zum Schluss dafür kämpfen.

Daten "auf militärischem Niveau" verschlüsselt

Dotcom gibt sich bis heute überzeugt, dass Megaupload sich nichts zu Schulden kommen habe lassen. Der neue Dienst Mega sei auch völlig legal, betont der Unternehmer. Nutzer könnten die Daten "auf militärischem Niveau" verschlüsseln. "Die Verschlüsselung ist nicht ein Mäntelchen, hinter dem wir uns verstecken, um legal zu sein", sagte Dotcom. Sie sorge aber dafür, dass niemand in den Dateien herumschnüffeln könne.

Abo

Bei Mega gibt es 50 Gigabyte Speicherplatz umsonst. Eifrige Nutzer können ein Abo für 9,99 Euro im Monat oder bis zu vier Terabyte Speicher für rund 30 Euro kaufen. Mega plant auch Anzeigen, aber nicht in naher Zukunft. Wie viel in das neue Projekt investiert wurde, ist nicht bekannt. Die Server sollen in mehreren Ländern stehen, nicht aber in den USA. "Wir tolerieren keine Piraterie", sagte Mega-Mitarbeiter Finn Batato. "Es gibt strikte Auflagen, und wir werden alle Gesetze einhalten. (red/APA, 20.1.2013)

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