Bayerischer Filmpreis: Haneke ist bester Regisseur

Erneut für "Amour" ausgezeichnet - "Oh Boy" gewinnt in den Kategorien bestes Drehbuch und bester Hauptdarsteller

München - Michael Haneke sammelt weiter Preise für sein Drama "Amour" (Liebe): Der Österreicher erhielt im Rahmen des Bayerischen Filmpreises den "Pierrot" für die beste Regie in dem nach Ansicht der Jury gleichzeitig beklemmenden und berührenden "Meisterwerk" über Liebe bis in den Tod. Der Film hatte bereits vor wenigen Tagen den Golden Globe als bester "Fremdsprachiger Film" gewonnen und ist zudem für fünf Oscars nominiert.

Die Komödie "Oh Boy" hat in zwei Kategorien gewonnen. Jan Ole Gersters Film über einen Endzwanziger, der nach abgebrochenem Jurastudium in den Berliner Tag hinein lebt, gewann den Preis für das beste Drehbuch. Hauptdarsteller Tom Schilling wurde zudem als bester Schauspieler ausgezeichnet, wie die Bayerische Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Die Jury lobte das reduzierte "und doch unglaublich präsente Spiel" des 30-Jährigen. Das Drehbuch biete dabei die Grundlage für Schillings begeisternde Leistung.

Regisseurin Margarethe von Trotta wurde für ihr Lebenswerk geehrt. "Margarethe von Trotta ist eine der engagiertesten Filmemacherinnen in Deutschland", hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die 70-Jährige bereits zuvor gelobt. Aktuell ist Trottas Biografie über "Hannah Arendt" in den Kinos zu sehen. Hauptdarstellerin Barbara Sukowa gewann als deutsch-jüdische Philosophin den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin.

Für Tom Tykwers 100-Millionen-Projekt "Cloud Atlas" bekam Stefan Arndt den mit 200.000 Euro dotierten Produzentenpreis. Der bildgewaltige Film mit Tom Hanks und Halle Berry in den Hauptrollen sei ein großes Wagnis gewesen, das die Produktionsfirma aber "grandios gemeistert" habe, erklärte die Jury.

Den Publikumspreis erhielt Bora Dagtekins Patchwork-Familien-Film "Türkisch für Anfänger" nach der gleichnamigen Serie mit Josefine Preuß und Elyas M'Barek. Sabin Tambrea wurde für seine Verkörperung von Märchenkönig Ludwig II. als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. (APA, 18.1.2013)

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2 Postings
Ma, Haneke!

Bester Regisseur, Oskarnominierung - weil ...? Er mit großen Namen besetzt hat. Ist schon wem aufgefallen, dass der österreichische Film "Anfang 80" mit Karl Merkatz und Christine Ostermayer praktisch GENAU dasselbe Thema behandelt, aber VIEL BESSER? Warum gibt es dafür keine Nominierungen? Weil Haneke schon einen Namen hat und, siehe oben, weil die Hauptdarsteller internationale Stars sind. Der Film selber ... bitte, wenn das "beste Regie" ist ...?!

Da haben Sie recht

der "Erfolg" von Haneke hat sich irgendwie "verselbständigt", abgesehen davon, dass es ein Film über das Töten ist, und nicht über die Liebe, ein Film Pro-Euthanasie, was aber kaum wo noch diskutiert wird, auch ein bisschen ein langweiliger Film. Macht ja nix, vielleicht hilfts der Nachwuchsförderung des österreichischen Films, man kann immer irgendwo noch was Gutes daraus ableiten, nicht wahr?

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