Alte Glaubenssätze der Führung über den Haufen werfen

18. Jänner 2013, 17:13
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Das Führungskräfteprogramm "Essenz der Führung" hinterfragt "dysfunktionale Grundüberzeugungen"

Trotz der permanenten Betonung von Turbulenzen in Organisationen, ausgelöst durch die Krise, trotz der vielzitierten Veränderung von Werten, "irgendwie", sagt Toni Kofler, "hat sich das, was man als klassische Ingredienzen von Führung versteht, nicht verändert. Die Bilder, was Führung zu sein hat und was nicht, diese Bilder", sagt Kofler, "sind sehr stabil." Gemeinsam mit Walter Bertolini, wie Kofler ist auch er Organisationsberater und Coach, hat er das Programm "Essenz der Führung" entwickelt. Und, setzt Kofler nach, es ist selbstredend nicht losgelöst vom Hintergrund seiner persönlichen Erfahrung.

Antithese zu Gängigem

25 Jahre lang ist Kofler schon im Beratungsgeschäft, lange Jahre als geschäftsführender Gesellschafter der osb-international. 2010 hat er sich mit seinem eigenen Unternehmen selbstständig gemacht. Und was er nun mit "Essenz der Führung" anbietet, ist etwas, was er selbst als "die Antithese zum konventionellen Führungskräfteprogramm" bezeichnet. Kofler: "Vieles, was an Programmen zur Weiterentwicklung für Führungskräfte angeboten wird, hat mit dem Aufladen des Führungsegos zu tun - ganz nach dem Motto 'Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass' ." Die Bestätigung einer narzisstischen Grundhaltung im Rahmen des Programms schließt Kofler definitiv aus: weg vom Helden- und Einzelkämpfertum. Der Fokus liege auf "leadership sustainability" - und diese, sagt er, beginne mit der Fähigkeit Verbindungen zu schaffen, in Beziehungsarbeit zu investieren, ohne "Rückflüsse davon zu erwarten". Kurzum: mit einem Anliegen und einer kollaborativen Haltung auf andere zuzugehen - abgedeckt durch den ersten Programmteil "Tragende Verbindungen schaffen".

Und um ein Anliegen zu haben, sollte man wissen, was man im Leben wolle, so Kofler weiter. Grundlegende Fragen, denen man sich bei einem 24-stündigen Aufenthalt in freier Natur widmen könne. Schritt drei des Programms widmet sich dem Hinterfragen von Glaubenssätzen. Kofler nennt das "die Auflösung dysfunktionaler Grundüberzeugungen". Zum Beispiel: Erhöht die Anzahl der Mitarbeiter den Einfluss als Führungskraft wirklich? Ziel dieser Einheit ist, über die bisherigen Grenzen der Selbsteinschätzung hinauszuwachsen. Die Programmteile vier und fünf sind organisationsbezogen und gehen der Frage nach, was Führungskräfte auszeichnet. Kurze Antwort Koflers: " Führungskräfte sind Menschen, die andere inspirieren." Das bedinge auch die Frage, woher die eigene, innere Inspiration als Führungskraft komme, sagt er. Auf die Frage, welche Menschen sich für sein Programm, das im Juni startet, interessieren, sagt Kofler: "Junge Führungskräfte zwischen 35 und 40, die auch sehr erfolgreich und gut ausgebildet sind - und sich auf der Suche nach dem etwas anderen Erkenntnisgewinn befinden." (Heidi Aichinger, ManagementStandard, 19./20.1.2013)

  • Toni Kofler & die Suche nach der "Essenz der Führung".
    foto: archiv

    Toni Kofler & die Suche nach der "Essenz der Führung".

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