Trotz Ruhepuls ein bisserl Herzklopfen

18. Jänner 2013, 16:58
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Den Hegerberg-Gipfel erreicht man ohne große Anstrengung. Die Aufregung kommt vom fantastischen Rundblick

Egal, von welcher Seite man den Anstieg auch beginnt: Der Hegerberg ist immer ein lohnendes Ziel einer winterlichen Wanderung. Bei Schneelage findet man meist eine gute Spur vor, zudem ist die Hütte die ganze Woche über offen und bietet eine willkommene warme Raststätte, die ihren Gästen auch eine beachtliche Speisekarte offerieren kann.

Wenn das Hegerberg-Lied mit den Worten "Hoch am Hegerberg, da is wunderschen" beginnt, stellt das durchaus keine Übertreibung dar. Und selbst bei der Strophe "Klopft das Herzerl dir voller Freud, machst an ' Juchaza' voller Dankbarkeit" bleibt die Holprigkeit auf das Versmaß beschränkt - der Weg selbst ist gut zu gehen.

Leider gibt es schon lange keine Aussichtswarte mehr auf dem Gipfel - und mit der Idee, den Fernsehsender mit einer Aussichtsplattform zu versehen, kann sich anscheinend kein Verantwortlicher anfreunden. Dennoch hat man von vielen Stellen einen fantastischen Blick über zahlreiche Gipfel des Wienerwaldes - wie Schöpfl, Gföhlberg, Buch- und Troppberg - zu Schneeberg, Rax und Schneealpe sowie zu bekannten Erhebungen der Voralpen wie Hocheck, Reisalpe und Unterberg. Beim Anstieg zeigen sich auch Ostrong und Jauerling.

Die Hütte hat ein neues Outfit erhalten, nur gehen die Meinungen auseinander, ob es sich beim Anstrich um Schönbrunner- oder Gagerlgelb handelt. Das tut der Attraktivität des 1986 errichteten Hauses aber keinen Abbruch. Auf dem Nordhang gibt es sogar einen kleinen Skilift, der jedoch nur selten in Betrieb ist.

Abkürzungen möglich

Die Route von Furth auf den Hegerberg zählt zu den längeren Anstiegen, wobei Anfang und Ende direkt in der Talsohle liegen. Man macht sozusagen erst einen Anlauf, bevor der - nicht gerade mühsame - "Gipfelsturm" beginnt. Markierungen und Beschilderung reichen aus, um Orientierungsprobleme zu vermeiden, zudem gibt es Abkürzungsmöglichkeiten.

Die Wanderroute: Von Furth bei Böheimkirchen wandert man - grün markiert - am rechten Ufer den Stössingbach aufwärts, quert dann auf einem Steg ans linke Ufer, hält sich dort rechts und steigt nach einem kurzen steileren Stück gemächlich zum Hummelberg an, wo man die Trasse der Zweiten Wiener Hochquellenleitung kreuzt. Gehzeit eine Stunde. Weiter bis zur roten Markierung, auf die man nach rechts einschwenkt. Auf kurzer Asphaltstrecke gelangt man zum Gehöft Lielach und erreicht über freie Flächen und durch Wald einen steilen Anstieg, der beim Hegerberghaus endet. Gehzeit ab Hummelberg 1¼ Stunden.

Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, nach dem Anwesen Lielach bleibt man auf der roten Markierung, die ins Tal führt. Auf dem linken Ufer des Stössingbaches geht es flussabwärts bis zur grünen Markierung. Auf dem Steg quert man das kleine Gewässer und kehrt auf der bekannten Route zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Hegerberg zwei Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 19.1.2013)

  • Wandern im Winter hat einen ganz besonderen Reiz.

    Wandern im Winter hat einen ganz besonderen Reiz.

  • Gesamtgehzeit 4 ¼ Stunden, Höhen- unterschied 400 m. Hegerberghütte durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4330-West (Hainfeld), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 4 ¼ Stunden, Höhen- unterschied 400 m. Hegerberghütte durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4330-West (Hainfeld), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000

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