Diversity-Management: "Big Picture fehlt"

18. Jänner 2013, 17:11
1 Posting

Das Ermöglichen, Fördern und Managen von Vielfalt laufe in Unternehmen oft noch als "Gutmenschentum" ohne Blick auf den langfristigen Nutzen, sagt Beatrice Achaleke, die Initiatorin des European Diversity & Inclusion Congress in Wien.

Diversity-Management ist ein modischer Begriff in der Unternehmensorganisation geworden. In diesem Umfeld hat sich auch die Position von Diversity-Managern etabliert. Allerdings, sagt Beatrice Achaleke, stünden diese Diversity-Beauftragten nur allzu oft ohne Inhalte und ohne Ressourcen da, weil es in Unternehmen an Commitment fehle.

Achaleke hat sich in diesem Bereich in den vergangenen Jahren einen großen Namen gemacht - einerseits durch ihre vielen Beratungsprojekte, andererseits durch ihren immer international besetzten großen European Diversity & Inclusion Congress in Wien.

Am 25. und 26. April widmen sich die Fachleute aus diesem Bereich, Human-Resources-Manager und Unternehmensverantwortliche heuer drei " Kerndimensionen": Behinderung, Kultur und Religion (Schwerpunkt: islamische Religion am Arbeitsplatz). Heuer soll der Kongress zum letzten Mal auf europäischem Boden stattfinden, so die Gastgeberin und Veranstalterin.

Befragt über den "Reifegrad" des Diversity-Managements in Österreich sagt sie: "Es fehlt das Big Picture. Oft wird nur eine Dimension gesehen, zum Beispiel Behinderung. Dann wird Barrierefreiheit hergestellt und auf die Kosten geschaut. Der langfristige Nutzen des Zugangs bestimmter Gruppen in das Unternehmen wird gar nicht bewertet."

Zum Thema Big Picture mahnt sie auch ein, Diversity-Maßnahmen nicht zu setzen, um irgendjemandem zu gefallen: "Die Migrantenkinder sind die Führungskräfte von morgen."

Es gehe für Unternehmen um die Inklusion eines Sowohl-als auch, schließlich habe man es ja schon mit multidimensionalen Biografien zu tun. Dies auch auf Kundenseite - es gehe also nicht um Recruitingmaßnahmen oder bloße Personalpolitik, sondern um Bindungsfragen auch marktseitig.

Achaleke: "Die Inhalte sind da - jetzt geht es um die Umsetzung." Und dabei soll auch der Kongress im April helfen. Immerhin, so die in Kamerun geborene Österreicherin: Es gehe um einen harten Businesscase. (kbau, ManagementStandard, 19./20.1.2013)

European Diversity & Inclusion Congress, 25. und 26. 4. in Wien. Teilnahmegebühr: 552 Euro
www.diversityleadership.eu

  • Vielfalt fördern, einschließen und zu einem größeren Ganzen werden lassen: kein herzensguter Akt, sondern ein harter "Businesscase", sagt Beatrice Achaleke.
    foto: standard/hendrich

    Vielfalt fördern, einschließen und zu einem größeren Ganzen werden lassen: kein herzensguter Akt, sondern ein harter "Businesscase", sagt Beatrice Achaleke.

Share if you care.