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München - Der russische Stardirigent Valery Gergiev wird ab 2015 neuer Chef der Münchner Philharmoniker. Mit großer Mehrheit gab der Münchner Stadtrat am Mittwoch grünes Licht für den Personalvorschlag des Kulturreferenten Hans-Georg Küppers. "Valery Gergiev ist erste Wahl und steht für Aufbruch in jeder Hinsicht", sagte Küppers. Gergiev sagte laut Mitteilung: "Die Münchner Philharmoniker sind ein fantastisches Orchester mit einer großen Tradition. Wir kennen uns schon sehr gut. Ich bin sehr glücklich, dass wir unsere künstlerische Beziehung nun intensivieren werden." Gergiev wird Nachfolger von Lorin Maazel, der nach dem von Querelen begleiteten Abgang Christian Thielemanns 2012 an die Spitze des Orchesters getreten war.
Der 59-jährige Gergiev, dessen Vertrag zunächst bis 2020 läuft, gilt als einer der prominentesten Dirigenten der Gegenwart und Aushängeschild der russischen Klassikszene. Unter seiner mehr als zwanzigjährigen Leitung hatte das legendäre St. Petersburger Mariinski-Theater seinen alten Glanz zurück gewonnen. Dieses Amt will Gergiev neben der neuen Münchner Position auch künftig bekleiden. Dagegen wird er seinen Vertrag als Principal Conductor des London Symphony Orchestra laut Kulturreferat nicht verlängern.
Furore machte Gergiev bisher vor allem mit dem von ihm besonders intensiv gepflegten russischen Opern- und Konzertrepertoire. Wegen seiner omnipräsenten Umtriebigkeit wird der stets mit Dreitagebart und ohne Taktstock dirigierende Maestro zuweilen einer gewissen Oberflächlichkeit geziehen. Er sei kein Mann für kontinuierliche Orchesterarbeit und deshalb für das Münchner Traditionsorchester eine Fehlbesetzung, schrieb ein Kritiker. Andere sehen in ihm einen "Glücksfall für München". Seine erste Bewährungsprobe muss Gergiev schon am 31. Jänner bestehen. Dann präsentiert er mit den Philharmonikern, die nicht erst seit der Ära von Sergiu Celibidache als originäres Bruckner-Orchester gelten, Bruckners 7. Symphonie. (APA, 23.1.2013)
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