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Eva Pinter, Bearterin im Beraterzentrum Dorotheergasse in Wien.
Der Management-Guru Henry Mintzberg hat unlängst auf die scheinbar unmöglichen Rahmenbedingungen des Produktionsstandortes Mitteleuropa hingewiesen: Bei derart hohen Lohnkosten könne dort niemand mehr wettbewerbsfähig produzieren. Warum aber seien beispielsweise deutsche Autobauer dann noch immer weltweit höchst erfolgreich? Weil, so Mintzberg, dort Ingenieure den Ton angeben, die nahe am Produkt arbeiten und viele im eigenen Unternehmen gewachsene Techniker in den Vorständen und Geschäftsführungen zu finden sind.
Produktionsmanager werden hierzulande eher selten mit solchen Lorbeeren bedacht. Eloquente Marketingexperten oder alerte Finanzfachleute finden oft leichter Gehör und Aufmerksamkeit als tüftlerisch veranlagte Techniker mit Liebe zum Detail. Dabei können wir gerade in unseren Breiten auf viele leistungsstarke Produkte blicken, in denen langjähriges Ingenieurswissen und viel Kreativität abgebildet ist. Nicht selten sind weltweit beste technische Lösungen dem Geist mitteleuropäischer Ingenieure entsprungen.
Die bzd-Studie "Management-Erfolgsfaktoren 2012" spiegelt dieses Bild wider. Die befragten Topmanager reihen in Bezug auf die wichtigsten Anforderungen an Produktionsmanager folgende Parameter ganz vorne: Gewissenhaftigkeit, Belastbarkeit und Leistungsmotivation. Danach werden Teamorientierung und berufliche Erfahrung genannt.
Gerade Gewissenhaftigkeit steht zu Recht an erster Stelle, denn konsequente Umsetzung und die Arbeit nach strengen Standards sind essenziell. Nur so ist sind dauerhafte Qualität und ein hoher Servicegrad garantiert. Kosteneffizienz bleibt für Produktionsmanager als Thema zwar ein Dauerbrenner, entscheidend ist aber auch, Produktionsprozesse erfolgreich in globale Wertschöpfungsketten zu integrieren. Alle übergreifenden Prozesse, wie etwa Supply Chain Management (SCM) oder Simultaneous Engineering müssen gut koordiniert werden, da sie sich gegenseitig beeinflussen. Kennzahlen und Regelkreise unterstützen diese Prozesse. Bei der hohen Dynamik vieler Einflussgrößen eines Unternehmens ist diese Vorgehensweise heute wichtiger denn je.
Dies bestätigt auch Andreas Kriegl, Werksgruppenleiter der RHI AG: "Um in Mitteleuropa erfolgreich zu produzieren, braucht es ,alte' Tugenden. Die Fabrik muss nachhaltig hohe Qualität liefern, für ihre Kunden ein flexibler, zuverlässiger Partner sein und ständig an der Kostenschraube drehen. Gleichzeitig aber sind komplexer werdende Rahmenbedingungen einzuhalten und die Innovation von Produkten und Prozessen voranzutreiben. Als Produktionsmanager muss man den Spagat zwischen exaktem Arbeiten nach strengen Standards und ebenso der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Wertschöpfungsprozesse schaffen. Gleichzeitig sind aber die Leidenschaft für Veränderung, die Fähigkeit, ein Team zu führen, Entscheidungsfreude, Durchsetzungsfähigkeit und vor allem starke Nerven gefragt". (Eva Pinter, DER STANDARD, 19./20.1.2013)
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Es geht doch um viel mehr Parameter als die beschriebenen.
Ein wesentlicher Faktor ist doch die Personalintensität der jeweiligen Produktion. Die Unterschiede sind ja gewaltig und reichen von 5% Personalkostenanteil (rein Produktion) bis zu 70% (viel Handarbeit). Das kann man doch unmöglich gesammelt in einer Aussagen sehen. Ich würde meinen, dass es Heute viele Produktionen gibt, welche in der Eurozone keine Chance haben. Es gibt aber auch sehr viele Produkte und Produktionen, welche in der Eurozone wettbewerbsfähig betrieben werden können.
Nicht zu verachten sind bei der Betrachtung von Produktionsstandorten die gewaltigen Disbalancen durch die Währungen. Der Euro ist doch 30 -50% überbewertet. Nach Korrektur ein anderes Bild, oder?
Wenn man annimmt, dass Produktion einen 50% Umsatzanteil an Einkauf (Rohstoffen) haben und die Lohnkosten 25% am Produktpreis betragen, würden 50% niedrigere Lohnkosten den Produktpreis um nur 12,5% reduzieren können.
Die Transportkosten aus Asien (CEE?) werden diesen Nachteil auf jeden Fall schon zum Teil reduzieren. Verpackungsaufwand könnte auch eine Rolle spielen, die Liefer- Transportzeiten auch. Fehlerquellen durch Missverständnisse bei der Kommunikation sind auch noch programmiert (dann sehr teuer!).
Auch wenn man davon ausgeht, dass die Lohnkosten von Importen bei Null sind, dann würden die Produktionspreise auch nur um 25% geringer sein. Das haben wir alleine durch Währungsdumping!
Für die Unternehmen sind die Lohnkosten ein fester Bestandteil der Kosten, welche auch voll in den Produktpreis real reingehen.
Für die Arbeitnehmer sind aber nur die Gelder interessant, welche auf deren Konten ankommen. Das sind in Ö doch nur noch 30-40% (wohlwollende Aussage).
Dass der Unterschied dann auch noch von Wohnbauzwangsabgaben, Kammerzwangsabgaben, etc. dominiert wird, das ist das Grausame der Staatlichkeit. Diese Mittel werden doch nur Verwirtschaftet und von Bonzenparaden vernichtet.
Es sind die Zwangsabgaben zum Füttern der Staatlichkeiten, welche den Menschen der Realwirtschaft (bestehend aus AG+AN) immer mehr die Luft zum atmen nehmen.
Gemein(e)kosten?
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