Aktuelle Bodenproben belegen Rekordtempo der Gletscherschmelze

20. Jänner 2013, 12:05
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Eisschmelze auf dem Südpol hat es in ähnlichem Ausmaß seit dem Ende der letzten Eiszeit nur drei- oder viermal gegeben

Bremerhaven - Die Geschwindigkeit, mit der die Gletscher in der Westantarktis dahin schmelzen, hat sich in den vergangenen 20 Jahren auf ein Rekordtempo beschleunigt. Ein solches Abschmelzen hat es nach Erkenntnissen des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in den Jahrtausenden zuvor nur drei- oder viermal gegeben. Erstmals sei es Wissenschaftern nun gelungen, die 12.000 Jahre lange Geschichte der Gletscher seit dem Ende der letzten Eiszeit mithilfe von Bodenproben zu rekonstruieren, teilte das AWI in Bremerhaven mit. Die Linie, an der die großen Gletscher der Region auf den Meeresboden aufsetzen, habe sich seit 1992 um 25 Kilometer zum Land hin verschoben.

Für die Zeitleiste hatte das Team auf einer Expedition des Forschungseisbrechers "Polarstern" je zehn Meter lange Sedimentkerne aus den Gletschertälern am Meeresgrund gebohrt. Mithilfe von Kalkskeletten und -schalen winziger Meeresbewohner konnte das Alter der Bodenschichten bestimmt werden. "Diese Minifossilien findet man in der Antarktis äußerst selten. Deshalb waren diese Funde für uns ein wahrer Glücksfall", sagte der AWI-Geologe Gerhard Kuhn. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit Kollegen des British Antarctic Survey und ist im Fachmagazin "Geology" veröffentlicht. (APA/red, derStandard.at, 20.01.2013)

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Forschungseisbrecher "Polarstern": Sedimentkerne aus den 
Gletschertälern am Meeresgrund vor der antarktischen Westküste belegen das Rekordtempo mit der sich die aktuelle Gletscherschmelze vollzieht.
    foto: g. kuhn, alfred-wegener-institut

    Blick vom Forschungseisbrecher "Polarstern": Sedimentkerne aus den Gletschertälern am Meeresgrund vor der antarktischen Westküste belegen das Rekordtempo mit der sich die aktuelle Gletscherschmelze vollzieht.

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