Posten wie die "Schlawiner": "Jeder weiß alles besser"

Interview | Doris Priesching, 17. Jänner 2013, 17:22
  • Roswitha Soukup (li.) und Angelika Niedetzky, am Boden Gerald Votava: "Schlawiner".
    foto: orf

    Roswitha Soukup (li.) und Angelika Niedetzky, am Boden Gerald Votava: "Schlawiner".

  • Paul Harather, Regisseur von "Schlawiner".
    foto: orf/milenko badzic

    Paul Harather, Regisseur von "Schlawiner".

Nirgendwo gehe es Menschen mehr ums Besserwissen als in Wien, sagt "Schlawiner"-Regisseur Paul Harather. Material für neue Folgen der Comedyserie bezieht er auch aus derStandard.at-Foren

STANDARD: Bonanza Zitrone und Rotwein sind die bevorzugten Getränke der "Schlawiner". Warum nicht Aperol und Hugo?

Harather: Manu trinkt Bonanza Zitrone, weil das billiger ist. Die anderen trinken sehr teure Rotweine. Andreas trinkt in den Interviews immer Aperol, wegen des Werbeverbots dürfen wir das aber nicht sagen.

STANDARD: Bei den ersten "Schlawiner"-Folgen wurde viel improvisiert. Haben Sie das beibehalten?

Harather: Jetzt ist viel mehr wortwörtlich geskriptet. Das war nötig, weil die Handlungen komplexer sind. Wenn man das alles innerhalb der knappen Sendezeit machen will, muss man jedes Wort in die Waagschale legen und überlegen, ob man es braucht.

STANDARD: Trotzdem soll es improvisiert wirken. Wie machen Sie das?

Harather: Betriebsgeheimnis, sozusagen. Während es im normalen Film und Fernsehen verboten ist, sich ins Wort zu fallen, passiert das bei uns ständig. Diese Gleichzeitigkeit schafft ein ganz anderes Tempo.

STANDARD: Einem anderen nach Drehbuch ins Wort zu fallen braucht höchste Präzision?

Harather: Alles muss ganz exakt ineinanderlaufen, wie Musik. Wir drehen manche Szenen bis zu zwölfmal, bis genau der gewünschte Effekt da ist.

STANDARD: Die Schlawiner gehören einer Generation an, die alles richtig machen muss: essen, trinken, lieben, einkaufen, nicht rauchen, im Wirtshaus Platz wechseln. Wo holen Sie Ihre Inspirationen?

Harather: Man braucht nur durch Wien gehen, durch Europa, durch die Welt. Oder den STANDARD lesen - jeder Artikel ist Material! Oder die derStandard.at-Foren, die Leute gibt es ja dazu, die sind da! Jeder dort hat recht, und jeder weiß alles besser, großartig! Das macht Österreich und insbesondere Wien aus. Ich glaube, es gibt wenige Kulturen, wo so viele Leute auf engem Raum zusammenleben und jeder alles besser weiß als alle anderen.

STANDARD: Aber das ist ja eigentlich nicht auszuhalten?

Harather: Ja, aber dieser Überdruck kommt bei uns in Form von Humor heraus. Ein Druckablass, wenn Sie so wollen. Ich beobachte, wie sich völlig fremde Leute im Bus über Nichtigkeiten gegenseitig niedermachen. Zu sehen, wie Situationen eskalieren können, ist immer wieder ein Erlebnis.

STANDARD: Dann stehen Sie mit dem Block dabei und schreiben freudestrahlend mit?

Harather: So ähnlich. Christoph Gaunersdorfer und ich, wir haben ein kleines Büchlein und sammeln. Wenn man aufpasst, kommen täglich zwei, drei Situationen dazu, und die denken wir einfach weiter. Viele dieser Begebenheiten hat es tatsächlich gegeben.

STANDARD: Das heißt, die "Pizza Masturbare" existiert wirklich?

Harather: "Pizza Masturbare" hat es gegeben. Zumindest hat mir jemand von einem Koch erzählt, der auf eine Pizza masturbiert hat, weil er den Gast nicht mochte. Ob das nun stimmt oder nicht, ist zweitrangig, es ist einfach eine gute Geschichte. In der ersten Staffel gab es die Malakofftorte: Die Torte liegt im Gefrierfach und verursacht einen Riesenstreit um Besitzansprüche. Darum geht es auch um die kleinen Rechtsstreitigkeiten im Alltag. Nicht nur, wer hat inhaltlich recht, sondern wem würde Recht zugesprochen werden. Und genau darum geht es in Schlawiner: Ein Nichts jagt das nächste, und jedes ist emotional aufgeladen, sodass man sich nur noch entscheiden kann: Ist das tragisch oder komisch? Wir haben uns für Zweiteres entschieden.

STANDARD: Wie stehen die Chancen für eine dritte Staffel?

Harather: Das entzieht sich meiner Kenntnis, bitte den ORF fragen.

STANDARD: Sie arbeiten jetzt wieder mehr fürs Fernsehen, demnächst zu sehen in "CopStories". Haben Sie genug von der Werbung?

Harather: Nicht genug, aber es ist schön, eine Fernsehserie machen zu dürfen, in der es nicht um Leben und Tod geht, sich aber alle verhalten, als ginge es darum.

STANDARD: Kino vielleicht wieder?

Harather: Ich überlege, aber noch bin ich in der Serie. Wir arbeiten fieberhaft an den neuen Folgen. (Doris Priesching, DER STANDARD, 18.1.2013)

Paul Harather (47) ist mit "Indien" einer der erfolgreichsten Regisseure Österreichs. Er drehte Werbespots, u. a. für McDonald's, Billa und BMW. Bei Folgen der "CopStories" führte er Regie, ab Frühjahr im ORF. Die erste Staffel "Schlawiner" erscheint am 31. Jänner auf DVD. Die zweite "Schlawiner"-Staffel läuft ab Dienstag jeweils um 22.55 Uhr im ORF.

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Eine Staffel der Schlawiner habe ich durchgehalten aber der Humor hat sich mir nie erschlossen.

Braunschlag hingegen macht mich auch nach der x-ten DVD-Wiederholung sprachlos!

Zitat:

"Nirgendwo gehe es Menschen mehr ums Besserwissen als in Wien, sagt "Schlawiner"-Regisseur Paul Harather."
Der gute Mann war noch nie in Deutschland . . . .

Weiß jemand wie dieses Kaffeehaus heißt?

http://www.youtube.com/watch?v=CauV1trIUFM

ich tippe auf florianihof

zu 95%. war angeblich jack unterwegers liebstes hang out. falls das mumpitz ist, sorry :-)

Florianihof.

Wahnsinns-Anfangsszene - "typischer" Caféhaus-Gast, alle Zeitungen in Beschlag nehmen und 2 Stunden bei einem kl.Espresso + 1/2 l Leitungwasser sitzen . . .
:-)

das mit unterweger kann schon sein, aber wenn, dann jahre vor renovierung und neuübernahme...

Danke, glaube Florianihof stimmt!

Jetzt

wirds aber wirklich Zeit, dass wir verfilmt werden. Wir sind ja an allem Schuld, an Gerichtsurteilen, am (schlechten) TV-Programm, am Wetter... :o)

Spontan fand ich Braunschlag um ein "Eizerl" besser

Nach dem nötigem Abstand von beiden Serien finde ich Schlawiner um Welten intelligenter und origineller als Braunschlag.

Bei Braunschlag hat mir gut gefallen, aber für mich hat das ganze nach den ersten 2 Folgen an Zugkraft verlorgen. Wobei die Serie sicher einer der besten österreichischen Serien ist. Aber auch bei "4 Frauen und ein Todesfall" waren für mich die ersten 2 Staffeln die besten - alles danach war nett anzusehen, aber kam nicht mehr an die ersten beiden heran. Ich bin daher bei den Schlawinern gespannt, denn die erste Staffel war ja wirklich grandios - vor allem einmal etwas ganz anderes als sonst so geboten wird. Habs auf Festplatte und mittlerweile öfters angesehen und mir gefällts jedes Mal wieder.

Ein Nichts jagt das nächste..

...und genauso würde uns NICHTS abgehen, wenn es die Serie nicht geben würde.

Das musste mal gesagt werden, damit ich mal etwas besser weiss und recht habe :D

ein schlawiner wer so was denkt :D

"leute, die sich wegen nichtigkeiten niedermachen"...

klingt wie seinfeld und king of queens auf wienerisch.

"der auf einer Pizza masturbiert hat"

Ich will ja kein Besserwisser sein, aber...

Ja, aber vielleicht ist die Aussage ja richti? Weiß mans?

Nö. Es geht um "auf eineR" ;o)

Ja, eben. Stellen Sie sich mal folgende Situation vor.

Sie stellen sich auf eine Pizza, oder, wenn sie gross genug ist, legen Sie sich auf eine Pizza und dann beginnen Sie ... ach, hier lesen ja Kinder mit also erklär ichs nicht ;-)

Ach so, war eh richtig gemeint ;o)

Oder die derStandard.at-Foren, die Leute gibt es ja dazu, die sind da! Jeder dort hat recht, und jeder weiß alles besser, großartig!

Das stimmt nicht! Nicht jeder weiß alles besser, nur ich!

Verklagen!

Ja, das werde ich!
Wenn!
Ja, wenn er nur ein Wort von mir abschreibt!
Dann!
Herrschaften, ja dann!
Ja, dann werde ich das Wort auch auf die Waagschale legen.
Und!
Dieses Wort wird auf der Waagschale zum Feingoldpreis verrechnet. Jeder einzelne Buchstabe gehört nämlich mir! Jeder Auf- oder Abstrich des Buchstaben ist mir entsprungen.

Der kann Gift darauf nehmen, dass ich bis aufs Äußerste gespannt verfolgen werde, ob da was "geflossen" ist.

Auf meine Kosten inspirieren? Was glaubt er denn auf welche Kosten ich mich inspiriert habe? Alt bin ich dabei geworden! Augen- und Ohrenkrebs gefährdend waren meine Recherchen. Soll er doch einmal das "Die Prezze" Forum verfolgen.Da geht man nach 5 Minuten in die Knie,auch ohne Seidl.

Obacht!

Resi

.. und wos dans jetzt?

"... Wenn! Ja, wenn er nur ein Wort von mir abschreibt! Dann! Herrschaften, ja dann! Ja, dann werde ich das Wort auch auf die Waagschale legen. Und! Dieses Wort wird auf der Waagschale zum Feingoldpreis verrechnet. Jeder einzelne Buchstabe gehört nämlich mir! Jeder Auf- oder Abstrich des Buchstaben ist mir entsprungen. Der kann Gift darauf nehmen, dass ich bis aufs Äußerste gespannt verfolgen werde, ob da was "geflossen" ist. Auf meine Kosten inspirieren? Was glaubt er denn auf welche Kosten ich mich inspiriert habe? Alt bin ich dabei geworden! Augen- und Ohrenkrebs gefährdend waren meine Recherchen. Soll er doch einmal das "Die Prezze" Forum verfolgen. Da geht man nach 5 Minuten in die Knie, auch ohne Seidl. ..." (Resi Tupfer, 2013)

Sie strafen! Als Bestrafung müssen sie mir folgenden Text fehlerfrei übersetzen! Das wird hart ...

"Hai, here is Mis Resi Tupfer. I am the expertin in the matter of aeroplanes from Austria! No, not Australia. In our country lives only gamses! Equal ! I want to speak the chief technician, i mean the man wich have planed this mistflyer! Whyso do you me not understanden?! Don't deflect, this will you also not what profit! Do you have me? Please listen! I knew me out with aeroplanes and i have found many misttakes in your dreamliner. I have it aftermathematicst! So! And now i wanna speak with the chief of engineers! No not with a repairman, with the chief!

Quelle:
http://derstandard.at/plink/135... id29770478

"Boeing hat geantwortet!"

Resi

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